Sieger im Bieterrennen
Teva angelt sich Ratiopharm
Der israelische Pharmakonzern Teva kauft den zur verschuldeten Merckle-Gruppe gehörenden Konkurrenten Ratiopharm. Dafür wechseln auch 3,625 Milliarden Euro den Besitzer.
Der zweitgrößte deutsche Generikahersteller Ratiopharm geht für 3,625 Milliarden Euro an den israelischen Pharmakonzern Teva. Das teilten Teva und die zur Merckle-Gruppe gehörende VEM-Vermögensverwaltung mit. Die hoch verschuldete Merckle-Gruppe hatte sich auf Druck ihrer Gläubigerbanken zum Verkauf von Ratiopharm verpflichtet. Durch die Übernahme entsteht den Angaben zufolge der größte Hersteller billiger Nachahmermedikamente in Europa.
Teva plant nach eigenen Angaben, sämtliche Produktionsstätten zu erhalten und Ratiopharm zur Deutschlandzentrale des gemeinsamen Unternehmens zu machen. Geplant sind auch deutliche Produktionserweiterungen. "Neben den fachlichen Fähigkeiten der Belegschaft haben uns bei Ratiopharm insbesondere die Qualität und Effizienz der Produktionsanlagen auch im internationalen Vergleich beeindruckt", erklärte Teva-Chef Shlomo Yanai.
Auswahl schwierig
Bis zuletzt waren drei Bieter im Rennen um Ratiopharm gewesen, darunter auch der US-Konzern Pfizer. "Die endgültige Auswahl erwies sich als außerordentlich schwierig, aber für uns komfortabel", erklärte der mit dem Bieterprozess beauftragte VEM-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems.
Neben dem Kaufpreis habe auch das strategische Konzept der Integration von Ratiopharm in das übernehmende Unternehmen eine zentrale Rolle gespielt. Sowohl bei den Produkten als auch in den Märkten passten die beiden Unternehmen gut zusammen. Die gute Präsenz von Teva im asiatischen und US-amerikanischen Markt werde durch Ratiopharm mit einer überdurchschnittlichen Abdeckung in Europa und Kanada ergänzt, teilten die Unternehmen mit.
Oliver Windholz, Geschäftsführer der Ratiopharm-Gruppe erklärte: "Mit seiner internationalen Ausrichtung und unserer gemeinsamen Vision für Generika ist Teva der natürliche Partner für Ratiopharm. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam enorme Wachstumsmöglichkeiten in allen Märkten erschließen können." Mit der Genehmigung durch die europäische Kartellbehörde wird im dritten Quartal 2010 gerechnet.
(apn, N24)
18.03.2010 13:57 Uhr





