Griechenlands Staatschef Papandreou hat von der EU ein klares Votum für Finanzhilfen gefordert. Außerdem sei das Sparprogramm nicht durchzuhalten, wenn teure Kreditaufnahmen erzwungen werden.
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Griechenland hat von den europäischen Staats- und Regierungschefs ein klares Votum für Finanzhilfen gefordert. Der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag kommende Woche müsse eine entsprechende Entscheidung fällen, sagte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou bei einem Besuch im Europaparlament in Brüssel. Die Bundesregierung zeigte sich bisher zurückhaltend. Papandreou verwies auf die Zusage von Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Vorschläge für einen Finanzierungs-Mechanismus zu Gunsten Griechenlands zu unterbreiten. "Es ist wichtig, nächste Woche beim Gipfel eine Entscheidung zu treffen", fügte Papandreou hinzu.
Auch das straffe Sparprogramm kann Griechenland nach den Worten von Ministerpräsident Georgios Papandreou nicht durchhalten, wenn die Regierung zu teuren Kreditaufnahmen gezwungen wird. Die Bemühungen Athens im Kampf gegen die Finanzkrise könnten nicht so schnell umgesetzt werden wie Kreditausfallversicherungen, sagte Papandreou.
Taxifahrer treten in den Streik
Aus Protest gegen eine geplante Änderung der Steuergesetze traten Taxifahrer und zahlreiche Tankstellenbesitzer in Streik. Die Taxifahrer kündigten für Donnerstag einen Protestmarsch durch die Athener Innenstadt an. Sie sind einem Gesetzentwurf zufolge künftig ebenso wie die Besitzer von Tankstellen und Kiosken und zahlreiche Straßenhändler gezwungen, ihren Kunden Quittungen auszustellen. Die Regierung will damit gegen Steuerhinterziehung vorgehen.
Papandreou: Reparationen sind "offenes Thema"
In der Frage nach weiteren Entschädigungszahlungen für deutsche Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg sind sich Deutschland und Griechenland weiter uneins. "Das ist ein offenes Thema", sagte Ministerpräsident Giorgos Papandreou im Europaparlament. "Aber es ist nicht ratsam, das jetzt auf den Tisch zu bringen." Das Thema würde die Debatte nur verwässern und das Signal aussenden, dass Griechenland nicht zu den nötigen Reform- und Sparschritten bereit sein könne. "Wir suchen keinen Sündenbock."
Bundesregierung weist Vorwürfe zurück
Die Bundesregierung hat die Vorwürfe bereits mehrfach zurückgewiesen. Berlin verweist dabei unter anderem auf das Londoner Schuldenabkommen von 1953 und die Zwei-plus-Vier-Verträge, mit denen alle Reparationsforderungen für erledigt erklärt worden seien. Dennoch sind weitere Reparationen immer wieder Thema in Griechenland. Zuletzt hatte Vize-Regierungschef Theodoros Pangalos Deutschland vorgeworfen, im Zweiten Weltkrieg griechisches Gold gestohlen und damit die Wirtschaft ruiniert zu haben. Der damalige Bundespräsident Johannes Rau hatte im Jahr 2000 eine symbolische Geste Deutschlands angeregt.