Im Bundeswehr-Gebiet im Norden Afghanistans ist eine weitere Offensive der NATO-Truppen geplant. Vorerst kämpfen diese jedoch in den Provinzen Helmand und Kandahar.
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Nach dem Vorbild ihrer Offensive gegen die Taliban im Süden des Landes will die NATO einem Bundeswehrgeneral zufolge noch in diesem Jahr auch im deutschen Kommandobereich im Norden massiv gegen die Rebellen vorgehen. "Es wird sicherlich eine Operation geben dort oben in Kundus", sagte der Chef des ISAF-Stabes im Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe in Kabul, Bruno Kasdorf, dem ARD-Hörfunk. "Ich will nicht sagen, in dem Ausmaß und in dem Umfang, wie wir das jetzt unten in Helmand sehen. Aber sicher etwas Ähnliches", zitierte ihn die Tagesschau.
Die Lage in Kundus sei problematisch, sagte Kasdorf demnach weiter. Nach dem geplanten Einsatz werde sich die Lage aber hoffentlich deutlich verbessern. In der Südprovinz Helmand führen NATO- und afghanische Truppen derzeit eine Großoffensive, um die Rebellen aus der Region zu vertreiben. Der US-Oberkommandierende Stanley McChrystal hatte bereits angekündigt, anschließend gegen die Rebellen in Kandahar vorgehen zu wollen.
Offensive in Kandahar läuft an
Nach Anschlägen mit dutzenden Toten in Kandahar haben die US-Streitkräfte nach Angaben der NATO bereits mit der Verstärkung der Sicherheit in der Provinz begonnen. "Anstatt ein genaues Datum zu nennen, wann die militärische Offensive startet, sage ich jetzt, dass dieser Prozess bereits begonnen hat", sagte Afghanistan-Kommandeur Stanley McChrystal in einer Telefonkonferenz in Kabul. Der Einsatz werde "in den kommenden Wochen und Monaten" aufgestockt, fügte er hinzu. Derzeit würden vor allem wichtige Straßen und Bezirke in der Provinz gesichert.
Bei der Anschlagsserie in Kandahar waren am Samstag 35 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren nach lokalen Angaben mindestens zehn Gäste einer Hochzeitsfeier. Ein Taliban-Sprecher bezeichnete die Anschläge als "Antwort" auf die Pläne der internationalen Truppen, in Kandahar eine Großoffensive zu starten. Kandahar gilt als Hochburg der Taliban. Dort hatten die Rebellen bis zum US-geführten Einmarsch 2001 ihr Machtzentrum. In der Nachbarprovinz Helmand führen internationale und afghanische Truppen derzeit eine Großoffensive, um die Rebellen aus der Region zu vertreiben. McChrystal hatte bereits angekündigt, anschließend gegen die Rebellen in Kandahar vorgehen zu wollen.