"Arbeit macht frei"
Haftstrafen für polnische Auschwitz-Diebe
Die Diebe des Auschwitz-Schriftzugs "Arbeit macht frei" sind in Polen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ihr Auftraggeber war offenbar ein schwedischer Neonazi.
Wegen des aufsehenerregenden Diebstahls des Auschwitz-Schriftzugs "Arbeit macht frei" sind drei polnische Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. Nach dem Urteil des Landgerichts Krakau müssen die Männer zwischen achtzehn Monaten und zweieinhalb Jahren ins Gefängnis. Die Angeklagten - darunter zwei Brüder - hatten ein Geständnis abgelegt, ein Prozess war damit nicht nötig, wie das Gericht mitteilte.
Auftraggeber aus dem Ausland
Der fast fünf Meter lange und 30 Kilogramm schwere Schriftzug wurde in der Nacht zum 18. Dezember gestohlen. Die Diebe schnitten ihn in drei Teile, um ihn leichter transportieren zu können. Den letzten Buchstaben - das "i" - ließen sie sogar im Schnee zurück. Die anderen Bruchstücke wurden kurze Zeit später im Norden Polens sichergestellt. Insgesamt fünf geständige Polen wurden festgenommen. Als Auftraggeber für den Diebstahl gilt ein 34-jähriger Schwede mit Verbindungen zum Neonazi-Milieu, der zurzeit in Stockholm in Haft sitzt. Polen hat seine Auslieferung beantragt.
Berichte, wonach der Schwede nur als Strohmann für einen britischen Militär-Memorabilien-Sammler agiert haben soll, wurden von den Ermittlern nicht bestätigt. Gegen diese These spreche unter anderem, dass der Diebstahl äußerst stümperhaft ausgeführt worden sei, erklärte ein Sprecher des Auschwitz-Museums.
Internationales Aufsehen
Der Diebstahl hatte für Aufsehen und Erschütterung gesorgt. Zwischen 1940 und 1945 kamen in Auschwitz mehr als eine Million Menschen um - vornehmlich Juden. Die meisten wurden in Gaskammern getötet, andere starben an Auszehrung oder Krankheiten. Die Lagerinsassen wurden zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen, so dass der Schriftzug "Arbeit macht frei" auch zum Symbol für den Zynismus und die Menschenverachtung des Nationalsozialismus wurde. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wird jedes Jahr von mehr als einer Million Menschen besucht.
(APN, N24)
18.03.2010 16:16 Uhr








