Das Vorhaben, den internationalen Handel mit dem Roten Thunfisch zu verbieten, ist gescheitert. Bei der Abstimmung auf dem Treffen der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES in Doha stimmten 68 Länder gegen den Vorschlag Monacos, den Meeresräuber auf die Liste der besonders bedrohten Tierarten zu setzen. Auch der internationale Handel mit Eisbären bleibt unter Auflagen erlaubt.
Bei der Abstimmung befürworteten lediglich 20 Länder den Vorschlag, ein Handelsverbot für den Roten Thunfisch zu beschließen. 30 Länder enthielten sich. Einige Staaten hatten versucht, das Thema an eine Arbeitsgruppe zu übertragen, um einen Kompromiss zu finden. Libyen setzte aber mit Unterstützung des Sudan durch, sofort über ein Handelsverbot abzustimmen, was jede weitere Diskussion über das Thema unmöglich machte.
Monaco zeigte sich über dieses Vorgehen empört: "Ich bedauere eine abgebrochene Debatte und dass wir nicht auf einige geäußerte Unwahrheiten reagieren konnten", sagte der Leiter der Delegation des Fürstentums, Patrick van Klaveren. Ein Vorschlag der EU, das Handelsverbot erst nach Ablauf einer Frist auszusprechen, scheiterte ebenfalls.
Das Schicksal des Roten Thunfischs - auch Blauflossen-Thunfisch genannt - galt als eines der wichtigsten Themen bei dem 13-tägigen Treffen der 175 CITES-Vertragsstaaten. Vor allem Japan, das einen Großteil des gefangenen Roten Thunfischs aufkauft, hatte gegen das Handelsverbot mobil gemacht. Über den Schutz des Roten Thunfischs entscheidet nun wie bislang die Thunfisch-Schutzkommission ICCAT. Dort sind die Fischfangländer vertreten.
Umweltorganisationen übten heftige Kritik am Scheitern des Handelsverbots. "Kommerzielle Interessen der Fischerei-Industrie haben wieder einmal über den Schutz der Meerestiere gesiegt", erklärte Daniela Freyer von Pro Wildlife. Auch die Europäische Kommission äußerte Bedauern über die Entscheidung. Die ICCAT müsse ihre Verantwortung nun ernst nehmen, forderten die Kommissarinnen für Umwelt und Fischerei, Janez Potocnik und Maria Damanaki.
Zuvor war bereits der Vorschlag der USA abgelehnt worden, den Eisbären als besonders bedrohte Tierart einzustufen. Der zum Symbol für die durch den Klimawandel bedrohten Tiere gewordene Ursus maritimus sei durch Handel weitaus weniger bedroht als durch die Erwärmung des Erdklimas infolge des CO2-Ausstoßes, entschieden die Teilnehmer.
(AFP)
18.03.2010 19:45 Uhr








