Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat die katholische Kirche gedrängt, die Zusammenarbeit mit der Justiz schnell zu verbessern. Die Ankündigung der bayerischen Bischöfe, in Zukunft jeden Verdachtsfall der Staatsanwaltschaft zu melden, sei "ein wichtiger Schritt", sagte Leutheusser-Schnarrenberger dem "Hamburger Abendblatt". Jetzt komme es darauf an, "dass diese Regelung schnell von allen Diözesen übernommen und angewendet wird."
Die bayerischen Bischöfe hatten am Donnerstag auf einer Vollversammlung beschlossen, künftig sämtliche Fälle von Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder körperlicher Misshandlung der Staatsanwaltschaft zu melden. Sie empfahlen zudem, eine solche Meldepflicht in die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz aufzunehmen.
Leutheusser-Schnarrenberger machte zudem deutlich, dass sie sich bei dem geplanten Treffen mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, nicht für ihre Kritik am Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch entschuldigen will. "Wir treffen uns nicht, um Entschuldigungen auszusprechen", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". Es solle herausgefunden werden, "wie den Opfern sexuellen Missbrauchs geholfen werden kann."
Zwischen Leutheusser-Schnarrenberger und Zollitsch war es zu einem Streit gekommen, nachdem die Ministerin der katholischen Kirche vorgeworfen hatte, sie arbeite bei der Aufklärung der Fälle sexuellen Mißbrauchs nicht in ausreichendem Maße mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen.
(AFP)
19.03.2010 16:18 Uhr









