Chaos vorprogrammiert
Flugbegleiter streiken bei British Airways
Bei British Airways streiken nach dem Scheitern von Tarifgesprächen rund 12.000 Flugbegleiter. Viele Flugverbindungen werden daher in den kommenden Tagen gestrichen.
Nach dem Scheitern von Verhandlungen in letzter Minute hat sich British Airways auf den ersten Streik seit 13 Jahren vorbereitet. Etwa 12.000 Flugbegleiter wollten ab Freitagmitternacht in den Ausstand treten. Die Gewerkschaft Unite kämpft gegen die Streichung von Stellen beim Kabinenpersonal, den Stopp von Lohnerhöhungen und die schlechtere Bezahlung für neu eingestellte Beschäftigte. BA-Chef Willie Walsh und der Chef der mächtigen Unite-Gewerkschaft, Tony Woodley, hatten zuvor vergeblich versucht, die seit längerem angekündigten Streiks im letzten Augenblick doch noch abzuwenden.
Walsh und Woodley verhandelten mehrere Stunden lang am Londoner Sitz der Gewerkschaft. Bereits am Donnerstag hatte es zwölfstündige Verhandlungen gegeben. Unite hatte versprochen, den Streik abzusagen, wenn British Airways ein in der vergangenen Woche zurückgezogenes Angebot erneut auf den Tisch lege. Stattdessen legte BA unter Verweis auf bereits erlittene Verluste ein etwas ungünstigeres Angebot vor.
Keine Streiks zu Ostern
Die Gewerkschaft Unite hatte vor einer Woche mitgeteilt, die Flugbegleiter würden im Zeitraum vom 20. bis zum 30. März an sieben Tagen die Arbeit niederlegen - vom 20. bis zum 22. und vom 27. bis zum 30. März. Um Ostern herum werde es wie versprochen keine Streiks geben, nach dem 14. April aber seien weitere "Aktionen" möglich. BA kritisierte die geplanten Streiks in ganzseitigen Zeitungsanzeigen als "ungerechtfertigt". Die Tür für Verhandlungen stehe aber weiterhin offen, warb die Fluggesellschaft. Es gebe zudem eine "bedeutende" Zahl Flugbegleiter, die nicht streiken wollten. Sie würden von "unzähligen" Freiwilligen aus dem ganzen Unternehmen unterstützt.
British Airways erhielt außerdem Unterstützung von rund 60 anderen Fluggesellschaften und mietete Maschinen samt Personal. Das Unternehmen äußerte die Hoffnung, dass es am Wochenende 65 Prozent seiner Fluggäste befördern werde, nämlich 49.000 statt der sonst üblichen 75.000. Die Flugbegleiter der BA hatten bereits im Dezember mit überwältigender Mehrheit für einen zwölftägigen Streik ab dem 22. Dezember gestimmt, der aber wenige Tage vor Beginn von einem Gericht per einstweiliger Verfügung gestoppt wurde. Daher hielt die Gewerkschaft eine zweite Urabstimmung ab, bei der das Kabinenpersonal bereits im Februar mit großer Mehrheit für Streiks votierte.
(AFP, N24)
19.03.2010 18:58 Uhr





