Nahost-Quartett verlangt vollständigen Siedlungsstopp

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Das Nahost-Quartett hat von Israel einen vollständigen Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten verlangt. Die USA, Russland, die EU und die UNO forderten Israel und die Palästinenser ferner auf, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen und binnen zwei Jahren zu einer Einigung zu kommen. Israels Außenminister Avigdor Lieberman nannte die Erklärung wenig hilfreich.

Die israelische Regierung müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", hieß es in der Erklärung des Nahost-Quartetts, die UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einem Treffen in Moskau verlas. Gleichzeitig müsse Israel den Abriss von palästinensischen Häusern im besetzten Ostteil Jerusalems und die Vertreibung arabischer Bewohner einstellen. "Einseitige Aktivitäten" der Konfliktparteien könnten das Ergebnis künftiger Verhandlungen nicht vorwegnehmen, hieß es in der Erklärung weiter. Ziel sei ein "unabhängiger, demokratischer und lebensfähiger" Palästinenserstaat.

Israels Außenminister Lieberman wertete die Forderungen als Dämpfer für den Friedensprozess. Mit derartigen Erklärungen würden die Chancen auf eine Einigung geschmälert, sagte Lieberman in Brüssel. In Ost-Jerusalem und im Westjordanland demonstrierten erneut Palästinenser gewaltsam gegen die israelischen Siedlungspläne.

An den Beratungen in Moskau nahmen neben Ban auch US-Außenministerin Hillary Clinton, ihr russischer Kollege Sergej Lawrow, EU-Außenministerin Catherine Ashton sowie der frühere britische Premierminister und Nahostbeauftragte Tony Blair teil. Clinton bezeichnete die zuletzt angespannten Beziehungen zwischen den USA und Israel nach dem Treffen als "stark und beständig".

Israel und die USA waren in der vergangenen Woche über die israelischen Siedlungsaktivitäten in Streit geraten. Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1600 neuen Wohnungen in Ost-Jerusalem ankündigte.

In einem Telefongespräch mit Clinton habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend "vertrauensbildende Maßnahmen" vorgeschlagen, erklärte Netanjahus Büro. Nach Informationen des Militärrundfunks lehnte Netanjahu einen Siedlungsstopp für Ost-Jerusalem erneut ab, versprach aber in Zukunft größere "Diskretion". Netanjahu nimmt am Sonntag in Washington an der Jahrestagung der größten Israel-Lobby AIPAC teil. Dabei wird er am Rande des Treffens voraussichtlich auch mit Clinton sprechen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wertete die Erklärung des Nahost-Quartetts als "starkes Signal". Bei einem Treffen mit dem US-Sondergesandten George Mitchell in Berlin sagte Westerwelle den USA die "volle Unterstützung" für ihre Nahost-Politik zu.

(AFP)

19.03.2010 18:59 Uhr

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