Sendeverbot verhängt

Ultimate Fighting zu brutal für's Fernsehen

Der Sportsender DSF muss künftig auf die Übertragung von Ultimate-Fighting-Kämpfen verzichten. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien befand den Sport für zu brutal.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Beim Ultimate Fighting gibt es nur wenig, das nicht erlaubt ist. Die Kämpfe im Metallkäfig dürfen daher nicht mehr im deutschen Fernsehen gezeigt werden.
Trotz heftiger Proteste sind in Köln sogenannte Käfigkämpfe ausgetragen worden. Hier kämpft der Brasilianer Silva Wanderlei (l) in Köln gegen den US-Amerikaner Rich Franklin.
Es war das erste Mal, dass diese Kampfsportart in Deutschland zu sehen war.
Und eins gab es für die mehr als 10.000 Zuschauer reichlich: Blut
Viele Besucher verteidigen das Ultimate Fighting.
Sie sehen, in der vor allem in den USA sehr populären Sportart, die Technik und die harte Arbeit die hinter den Kämpfen steckt. Der deutsche Kämpfer Peter Sobotta (unten) kämpft in Köln gegen den Briten Paul Taylor.
Und ganz abwegig sind diese Ansichten nicht. Zum einen wissen die Kämpfer worauf sie sich einlassen, ...
..., zum anderen ist Ultimate Fighting eine Kombination aus allen Kampfsportarten und daher in seiner Anwendung enorm vielfältig.
Es gibt kaum einen Kampfsport, der näher an den realistischen Auseinandersetzungen der Straße ist als die Mixed-Martial-Arts-Kämpfe.
95 Prozent aller Kämpfe enden am Boden. Aber nicht alle Kampfkünste bereiten ihre Sportler darauf vor.
Anders beim Ultimate Fighting. Hier geht es um die Kombination von Bodenkampf, ... (Denis Stojnic (oben) im Kampf mit seinem niederländischen Landsmann Stefan Struve.)
... Schlag- und ...
... Tritt-Techniken.
Dass es dabei auch zu Verletzungen im gut durchbluteten Gesichtsbereich kommt, muss nicht verwundern, ...
... da die Kämpfer mit dünnen, an den Fingern offenen Handschuhen kämpfen. Diese speziellen Handschuhe dienen aber in erster Linie dazu, sich selbst zu schützen.
Es dürfen keine Schuhe, T-Shirts, lange Hosen oder ein Gi im Ring getragen werden.
Regeln: Athleten kämpfen drei Runden à fünf Minuten, in Titelkämpfen fünf Runden à fünf Minuten. Die Punktevergabe erfolgt, wie beim Boxen, in einem Punktesystem, wobei der Gewinner der Runde zehn Punkte erhält, der Verlierer neun Punkte oder weniger.
Anders als beim Boxen werden Punkte im Ultimate Fighting nicht nur für erfolgreiche Angriffe und Treffer vergeben, sondern für Effektivität im Bodenkampf, für Clinch- und Wurfversuche sowie für geschickte Verteidigung oder Ringbeherrschung.
Es gibt neun verschiedenen Gewichtsklassen, die offiziell laut Unified Rules erlaubt sind, wovon die UFC aber nur fünf nutzt. Ab 94 Kilogramm beginnt das Schwergewicht.
Ein Kampf kann auf vier verschiedenen Wegen enden: Aufgabe, Knock-out, Technischer Knock-out und Kampfrichterentscheidung. (Der Niederländer Denis Stojnic (l) hat im Kampf gegen Stefan Struve einiges einstecken müssen.)
Und eins steht fest: Für die Kämpfer zählt am Ende nur der Sieg. Und der ist am Ende ...
... einfach nur hart erkämpft.
Wer während der Kämpfe nicht hinsehen kann, der hat in der Pause die Gelegenheit die Augen zu beruhigen, wenn die Nummerngirls die nächste Runde ankündigen.
Ultimate Fighting: Eine der härtesten und brutalsten Kampfsportarten.
Am 13. Juni lässt das amerikanische Unternehmen "Ultimate Fighting Championship" seine Athleten erstmals in Deutschland kämpfen.
Das Spektakel wird in der Kölner Lanxess-Arena stattfinden.
Da beim Ultimate Fighting sämtliche Kampfsportarten miteinander kombiniert´werden, ...
... ist so gut wie alles erlaubt.
Mit Show-Catchen oder Wrestling hat das Ganze rein gar nichts mehr zu tun. Hier ist alles blutiger Ernst.
Zwei Menschen stehen sich in einem Käfig gegenüber, aber nur einer wird ihn als Sieger verlassen.
Beim Ultimate Fighting ist fast alles erlaubt: Fußtritte, ...
... Hebel bis weit über die Schmerzgrenze und auch ...
... Schläge auf den Rücken.
Die Kämpfe finden in einem Käfig statt. Er misst etwas mehr als neun Meter im Durchmesser und soll die Kämpfer davor schützen, vom Podest zu fallen.
Für den Verlierer der "Käfigkämpfe" enden diese nicht selten mit schweren Verletzungen.
Kritiker werfen den Veranstaltern in Köln vor, dass die dargestellte Brutalität zur Verrohung der Gesellschaft beiträgt.
Was Veranstalter Marek Lieberberg für anspruchsvollen Sport hält, empfinden die Politiker der Stadt als bloße Zurschaustellung von Gewalt.
Und dennoch gibt es bei aller Brutalität auch beim Ultimate Fighting Regeln.
An den Haaren ziehen, Beißen oder Angriffe in der Pause sind verboten.
In Deutschland waren derartige Kämpfe bisher verboten. Dennoch fanden sie statt: Illegal auf Hinterhöfen oder in Kellern.
Die Veranstalter in Köln wollen die "Käfig-Kämpfe" aus der Illegalität holen und so gesellschaftsfähig machen.
In den Ländern, in denen die Kämpfe öffentlich sind, sind sie beliebter als Boxen.
Der europäische UFC-Präsident Marshall Zelaznik erwartet nach gutem Vorverkauf etwa 12.000 Besucher in der Lanxess-Arena.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre dürfen die Kämpfe nach einer Verständigung der Veranstalter mit der Stadt nicht besuchen.

Der Kampfsport Ultimate Fighting darf nicht länger im Programm des Deutschen Sportfernsehens (DSF) ausgestrahlt werden. Einen entsprechenden Beschluss veröffentlichte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). Die drei Formate, die Samstagnacht laufen, sollen nach Wunsch der BLM durch andere genehmigungsfähige Programminhalte ersetzt werden. Als Grund nannte die BLM massive Gewalt und Tabubrüche. Beim Ultimate Fighting treten zwei Kämpfer in einer Art Käfig gegeneinander an. Schläge auf den Kopf und in den Bauch sind erlaubt, auch wenn der Gegner schon am Boden liegt.

Das DSF müsse den Beschluss so schnell wie möglich umsetzen, erklärte die BLM. Sanktionen gebe es nicht, solange sich der Sender bemühe, die betreffenden sieben Stunden in der Woche mit einem anderen Programm zu füllen. DSF-Geschäftsführer Zeljko Karajica erklärte zu dem Beschluss: "Wir können uns dazu (...) noch nicht abschließend äußern, da wir zunächst intern prüfen, welche Konsequenzen diese Verfügung der BLM nach sich ziehen wird." Karajica verwies auf bestehende Verträge mit der "Ultimate Fighting Championship"-Organisation UFC.

"Wir halten es für ungewöhnlich, dass eine Entscheidung von solcher Tragweite ohne Anhörung der betroffenen Parteien gefällt wurde", kritisierte UFC-Manager Marshall Zelaznik in einer Mitteilung. Die bisherigen UFC-Sendungen seien genehmigt worden, und an den Sendeinhalten habe sich nichts geändert. Zelaznik verwies zudem auf die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, die die Ausstrahlung der Sendungen nach 23.00 Uhr für zulässig halte.

(dpa, N24)

19.03.2010 19:46 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Sport