Fußball: 1. Bundesliga
Bayern bleibt oben - Hertha feiert Comeback
Der FC Bayern verliert, doch weder Leverkusen noch Schalke vertreiben den Rekordmeister von der Tabellenspitze. Hertha schießt Ex-Manager Dieter Hoeneß ab und glaubt an das "Wunder von Berlin".
Hamburger SV - Schalke 04 2:2
Der FC Schalke 04 hat die Gunst der Stunde nicht nutzen können und die Rückkehr an die Tabellenspitze der Fußball- Bundesliga verpasst. Einen Tag nach der 1:2-Niederlage der Bayern in Frankfurt mussten sich die "Königsblauen" am Sonntag im Verfolgerduell beim Hamburger SV mit einem 2:2 (0:1) begnügen und blieben Zweiter hinter den Münchnern.
Der eingewechselte Jonathan Pitroipa (77.) rettete dem HSV noch einen Zähler, nachdem Kevin Kuranyi mit seinem 15. Saisontor (62.) und Ivan Rakitic (68./Foulelfmeter) die Weichen für Schalke schon auf Sieg gestellt zu haben schienen. Vor 57.000 Zuschauern in der Arena hatte Ruud van Nistelrooy (40.) die Hausherren nach einem Fehler von Keeper Manuel Neuer in Führung gebracht.
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"Egal, ob Erster oder Zweiter"
Durch die Punkteteilung stürzte der HSV aus den Europacup-Rängen. Dennoch bescheinigte Coach Bruno Labbadia seiner Elf eine "Riesenmoral": "Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff. Mit etwas Glück hätten wir das 3:2 machen können."
Schalkes Torschütze Kuranyi trauerte derweil zwei vergebenen Punkten nach. "Natürlich sind wir ein bisschen traurig, weil die Möglichkeit heute sehr groß war, dieses Spiel zu gewinnen." Lockerer sah es Alexander Baumjohann, der im zweiten Durchgang frischen Wind in die Aktionen der Gäste gebracht hatte. "Uns ist es egal, ob wir jetzt Erster oder Zweiter sind. Mit dem Punkt auswärts können wir gut leben", sagte der Ex-Münchner. Die ganze Konzentration gelte jetzt dem Pokal-Halbfinale am Mittwoch gegen Bayern München.
VfL Wolfsburg - Hertha BSC 1:5
Drei Tore von Theofanis Gekas lassen die Krisen-Hertha wieder an ein "Wunder von Berlin" glauben: Nach drei Pleiten in Folge siegte der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga am Sonntag überraschend 5:1 (3:1) beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg und hat dank Saisonsieg Nummer vier jetzt noch fünf Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16.
Vor 29.353 Zuschauern trafen der Grieche Gekas (6./26./63.) und Adrian Ramos (8./84.) für das Team von Trainer Friedhelm Funkel, das auch am kommenden Wochenende gegen Borussia Dortmund zum Siegen verdammt ist. 64 Stunden nach dem Verlängerungs-Krimi gegen Rubin Kasan blamierten sich die "Wölfe" mit einer blutarmen Vorstellung und stellen nun mit 51 Gegentoren die schwächste Liga-Defensive. Die Aufholjagd nach vier Erfolgen am Stück wurde jäh gestoppt, Grafites Anschlusstreffer (36.) war zu wenig.
"Lässt mich nicht kalt"
Mit Schmähgesängen hatten die mitgereisten Hertha-Fans die Berliner Profis vor dem Schicksalsspiel als "Absteiger, Absteiger" beschimpft. "Natürlich lässt mich das nicht kalt, was in Berlin passiert. Hertha hätte etwas anderes verdient", erklärte VfL-Manager Dieter Hoeneß, 13 Jahre in gleicher Funktion bei der Hertha, vor dem heiklen ersten Treffen mit seiner Vergangenheit und seinem Nachfolger Michael Preetz.
"Das hätte ich nicht für möglich gehalten nach der anstrengenden Woche. Es war sehr schwer, wir haben teilweise zurecht sehr viel Prügel bekommen", kommentierte Funkel, "aber wir haben uns davon frei gemacht. Die Mannschaft hat eindrucksvoll ihr Bestes gegeben. Bei Theofanis habe ich gespürt, dass er wieder frisch ist. Jetzt müssen wir zuhause nachlegen. Wir haben nichts mehr zu verlieren."
(dpa, N24)
21.03.2010 19:46 Uhr







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