Zu viel Vergnügen

Mütter in Saudi-Arabien von Spielplatz verbannt

Auf einem Spielplatz in Saudi-Arabien sind Mütter künftig unerwünscht. Die islamische Religionspolizei meldete Bedenken an, sie könnten sich an Schaukeln und Rutschen zu sehr vergnügen.

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Keine Zutritt mehr für Mütter auf einem Spielplatz in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. (Archivbild: Hugo Saraiva)
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Für die meisten Muslime ist der Ausgangspunkt der Pilgerfahrt nach Mekka die Zeltstadt Mina. Entworfen hat sie der Stuttgarter Architekt und gläubige Muslim Bodo Rasch.
Jeder volljährige Muslim - ob Mann oder Frau – ist verpflichtet, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern. Doch warnen Gesundheitsexperten dieses Jahr vor der Reise nach Saudi-Arabien.
Sie befürchten, dass sich die Schweinegrippe durch die Pilger weiter ausbreiten könnte. Erste Schutzmaßnahmen sind bereits getroffen, denn immerhin werden rund drei Millionen Menschen in Mekka erwartet.
Eines der wichtigsten Ziele der Pilger ist der Berg Arafat, ein Hügel etwa 20 km von Mekka entfernt. Er wird auch "Heiliger Berg der Vergebung“ oder Jabal Al Rahma genannt.
Bei der muslimischen Pilgerfahrt folgen die Gläubigen jedes Jahr aufs Neue der Route, die Mohammed vor 14 Jahrhunderten gelaufen ist.
Auf dem Berg Arafat soll der Prophet Mohammed den Überlieferungen zufolge im Jahr 632 n. Chr. seine letzte Predigt gehalten haben.
Die Muslime pilgern in einem Weihezustand, genannt Ihram. Dazu tragen sie ein Gewand aus zwei weißen Baumwolltüchern.
Viele Muslime pilgern auf den Berg Hira, der auch „Berg des Lichts“ genannt wird. Hier soll Mohammed seine erste Offenbarung vom Erzengel Gabriel erhalten haben.
Die Pilger schreiben ihre Namen auf eine heilige Säule, die auf dem Gipfel des Berges Arafat steht.
Die Muslime bleiben von Mittag bis Sonnenuntergang auf der Anhöhe. Sie bitten Allah um die Vergebung ihrer Sünden.
Die Pilgerfahrt nach Mekka wird von Männern und Frauen nach denselben Riten vollzogen. Allerdings wird alleinstehenden Musliminen die Pilgerfahrt zumeist verwehrt.
Ein Pilger trägt seinen erschöpften Vater. Die Wallfahrt nach Mekka ist eine der fünf Säulen des Islam.
Anschließend pilgern die Muslime nach Mina, das etwa 5 Kilometer von Mekka entfernt liegt. Dort findet die symbolische Steinigung des Teufels statt.
Danach rasieren sich die männlichen Pilger das Haupthaar oder kürzen es, was den Beginn eines neuen Lebensabschnittes, befreit von früheren Sünden, symbolisiert.
Die Pilger und Muslime auf der ganzen Welt schlachten Tiere und teilen das Fleisch mit den Armen. Das Opferfest (Eid al Adha) ist der höchste islamische Feiertag.
Die Pilgerfahrt endet mit dem Umschreiten der Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islam. Die Kaaba ist ein würfelförmiges Gebäude ohne Fenster, an der ein heiliger schwarzer Stein befestigt ist.
Die Kaaba gilt als das erste Gotteshaus des Islam. Sie befindet sich im Innenhof der großen Moschee (al-Masdschid al-Haram) in Mekka.
An der Kaaba endet die Wallfahrt. Und Mohammed soll einmal gesagt haben:„Wer die Pilgerfahrt erfüllt, ohne dabei große Sünden zu begehen, der kehrt zurück, wie er am Tage war, an dem ihn seine Mutter zur Welt brachte.“
1979 sind die Tage der Schah-Herrschaft in Persien gezählt. Im In- und Ausland organisiert sich die Opposition um den im Exil lebenden islamischen Geistlichen Chomeini. Die "Islamischen Revolution" nimmt ihren Anfang.
Schah Mohammad Reza von Persien auf Staatsbesuch in Thailand (Foto: 1968). Der Begriff "Schah" bedeutet "König" und ist der offizielle Titel der persischen Monarchen.
Die Könige der "Pahlaviden" (1925-1979) betreiben zunächst eine am Westen orientierte Reformpolitik. Reza Schah Pahlavi (Foto: Mitte, mit Kemal Atatürk, 1934) industrialisiert das Land, baut die Infrastruktur aus und ein Rechts- und Bildungssystem auf.
Aber er geht auch auf Konfrontation zum Islam: Männern wird untersagt, geistliche Kleidung zu tragen und ab 1937 dürfen sich Frauen nicht mehr mit Schleier zeigen; Scharia-Tribunale, islamische Gerichte, werden abgeschafft (Foto: 1941).
Sein Sohn Mohammad Reza folgt ihm 1941 im Alter von 18 Jahren auf dem Thron (Foto: 1938). Zunächst gewinnt der junge Schah an Popularität im Land. Er kann den Einfluss Persiens in der Golfregion ausbauen und bemüht sich um Ausgleich mit den Mullahs.
In den späten Fünfzigerjahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation des Landes und der Schah gerät wegen seines autokratischen Herrschaftsstils in die Kritik. Ein Teil der Landbevölkerung hungert und in den Vorstädten entstehen Slums.
Gleichzeitig lebt der Schah, der sich mittlerweile selbst zum Kaiser gekrönt hatte, seinen verschwenderischen Lebensstil ungeniert und öffentlich aus: Mit Skifahren in der Schweiz (Foto: Die Familie in St. Moritz), …
… pompösen Festen und Badeurlaub provoziert er Widerstand im In- und Ausland (Foto: Urlaub auf den Bahamas).
Die Anti-Schah-Demonstrationen in Deutschland 1967 gelten als der Beginn der Studentenunruhen (Foto: Student mit Satirezeitschrift über den Schah in Frankfurt am Main, 1967).
Der Geheimdienst "Organisation zur Information und zum Schutz des Landes" unterdrückt jede Form der Opposition. Er entführt, foltert und mordet. "Amnesty International" geht 1977 von bis zu 100.000 politischen Gefangenen aus (Foto: Teheran, 1953).
1978 häufen sich Demonstrationen und Unruhen im ganzen Land (Foto: Teheran). Der Schah ruft das Kriegsrecht aus und versucht, ein Demonstrationsverbot mit Hilfe des Militärs durchzusetzen.
Millionen Menschen fordern den Rücktritt des Schahs und die Rückkehr ihres geistlichen Führers Chomeini aus dem französischen Exil (Foto: Massenkundgebung in Teheran).
Der Ayatollah Chomeini ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der schon in den 40er Jahren die Abschaffung der Monarchie und Errichtung einer islamischen Regierung unter der Führung des Klerus fordert (Foto: 1979).
In einer späteren Schrift fordert er die Anwendung der Scharia bei Rechtsstreitigkeiten, eine national ausgerichtete Politik sowie die Verstaatlichung des Erdöls und den "Heiligen Krieg" gegen die westlichen Mächte (Foto: Teheran, 1979).
1963 ruft Chomeini öffentlich zum Sturz des Schahs auf. Es folgen seine Verhaftung, Inhaftierung und Verbannung aus Persien.
Im Pariser Exil gelingt es Chomeini, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der persischen Opposition zu vereinen (Foto: im Garten seiner Residenz). Darunter sind linke Gruppen, bürgerliche Kräfte und islamische Gelehrte.
"Schwarzer Freitag": Am 8. September 1978 setzt der Schah Panzer und 100.000 Soldaten gegen Demonstranten ein. Das Militär feuert scheinbar wahllos in die Massen. DIE ZEIT schätzt damals, dass 2.000 Demonstranten getötet wurden.
Aus dem Exil ruft Chomeini zum Generalstreik und Putsch gegen das Schah-Regime auf. Der Druck auf den „Kaiser“ wächst. Durch eine Regierungsumbildung versucht er noch einmal, beruhigend auf die Massen einzuwirken.
Doch der Druck wird zu groß, am 16. Januar 1979 besteigt Schah Reza Pahlavi auf dem Teheraner Flughafen eine Maschine nach Ägypten mit den Worten: "Ich bin müde und brauche eine Pause" (Foto: Ankunft in Kairo).
Zwei Wochen später ein ähnliches Bild: Am 1. Februar 1979 landet Chomeini in einer Maschine der Air France auf dem Teheraner Flughafen. Der Flugkapitän begleitet den prominenten Passagier die Treppe hinunter.
Weltweit verbindet sich mit der Rückkehr von Chomeini aus dem Exil die Hoffnung nach einer besseren Zukunft für das Land, nach Freiheit und mehr Wohlstand für die Iraner. Millionen Menschen bereiten dem Ayatollah einen begeisterten Empfang.
Das Militär erklärt sich für neutral und Mehdi Bazargan, Mitbegründer einer iranischen Freiheitsbewegung und ehemaliger Innenminister, wird Ministerpräsident einer Übergangsregierung.
Chomeini gelingt es, sich innerhalb weniger Monate gegen alle oppositionellen Strömungen im eigenen Land durchzusetzen und baut das Land nach seinen Vorstellungen zu einem islamischen Staat um (Foto: Islamische Nationalgarde in Teheran).
Am 1. April 1979 ruft Chomeini die "Islamische Republik" Iran aus und wird selbst deren oberster Rechtsgelehrter, Revolutionsführer und Staatsoberhaupt.
Doch die Hoffnungen vieler Menschen, die sich mit der Rückkehr des Ayatollahs in den Iran verbinden, erfüllen sich nicht: Alle Hochschulen des Landes geschlossen (Foto: Mehdi Bazargan bei einer Rede an der Teheraner Universität 1979), …
… Chomeini verbietet kritische Zeitungen, Wirtschaft, Ölindustrie und Banken werden verstaatlicht, politische Gruppen und Parteien verboten (Foto: Ölraffinerie in Abadan).
Nichtmuslime, vor allem Angehörige der Bahai-Religion, werden unnachgiebig verfolgt, deren Eliten und Führer zu Tausenden hingerichtet. Viele Iraner fliehen vor Repressalien und Verfolgung aus ihrer Heimat (Foto: Chomeini-Denkmal in Teheran).
Bis 1988 kommt es mehrfach zu sogenannten "Hinrichtungswellen". Bei diesen Säuberungen von Nichtmuslimen und Regimegegnern sterben Zigtausende (Foto: Exil-Iraner demonstrieren gegen Hinrichtungen im Iran, Berlin 2001).
Am 4. November 1979 besetzen 400 iranische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nehmen 90 Amerikaner als Geiseln.
Eine Befreiungsaktion der Amerikaner im April 1980 scheitert. Aufgrund schlechten Wetters und technischer Probleme stürzen ein US-Flugzeug und ein Helikopter in der iranischen Wüste ab. Acht Soldaten sterben bei dem Unglück.
Nach 444 Tagen und der Zahlung von Lösegeld in Milliarden-Dollar-Höhe kommen die Gefangen frei. Aus Protest gegen die Geiselnahme tritt Ministerpräsident Mehdi Bazargan zurück und erklärt später: …
"Nach der Revolution (…) [hat] uns der Klerus (…) völlig verdrängt und die Kontrolle über das Land übernommen. (…) Zu diesem Zeitpunkt haben alle Parteien islamischer Ausrichtung ebenso geschlafen wie die Linke, die (…) am Rand der Realität blieb."
Chomeini ruft die Iraner zur Wachsamkeit gegen Regimegegnern auf und "… Nachbarn zu beobachten und zu sehen, was sich in deren Häusern abspielt (…) wer bei euren Nachbarn aus- und eingeht (…)".
1980 greift das Nachbarland Irak, unter der Führung Saddam Husseins, den Iran an. Der Erste Golfkrieg dauert acht Jahre und fordert auf iranischer Seite eine halbe Million Tote.
Bis zu seinem Tod am 3. Juni 1989 bleibt Chomeini geistlicher Führer und Staatsoberhaupt des Iran.
Am 4. Juni 1989 wird sein früherer Schüler, Ajatollah Chamenei, sein Nachfolger.
Zum 30. Jahrestag des Beginns der "Islamischen Revolution" erklärt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Januar 2009, dass die Revolution heute noch "lebhaft und lebendig" sei.
Ehemalige Geiseln aus der US-Botschaft in Teheran glauben Ahmadinedschad als einen der Geiselnehmer von 1979 identifiziert zu haben (3.v.li.).

Die islamische Religionspolizei in Saudi-Arabien hat Bedenken gegen Mütter, die sich auf Schaukeln und Rutschen vergnügen. Deshalb dürfen kleine Kinder auf einem "Spielplatz für Familien" im Norden der Hauptstadt Riad ab sofort nur noch alleine spielen. Die saudische Zeitung "Al-Dschasira" berichtet, die Mütter würden auf dem mit Kameras überwachten Gelände künftig von ihren Kindern getrennt. Väter haben auf den Spielplätzen und in den Kinder- Vergnügungsparks von Saudi-Arabien ohnehin nichts zu suchen. Denn Männern wird der Zutritt, wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Geschlechtertrennung, generell verwehrt.

(dpa, N24)

01.04.2010 16:16 Uhr

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