Wa(h)re Liebe?

Deutsche verlieren Lust am Heiraten

"Drum prüfe, wer sich ewig bindet", so schrieb es bereits Friedrich Schiller in seinem Lied von der Glocke. Forscher warnen nun, dass im neuen Jahrtausend immer seltener die Hochzeitsglocken läuten.

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Unverständlich, warum es immer weniger Hochzeiten gibt. Dabei schmeckt doch gerade die Torte immer so gut.
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Das Fußball-Traumpaar: Michael Ballack heiratet am Starnberger See Simone Lambe. Die beiden haben drei Kinder.
Zur standesamtlichen Trauung erschien das Who is Who des Fußballs, unter anderen auch Franz "Kaiser" Beckenbauer.
Die Presse interessierte sich brennend für die Vermählung.
Doch die Fotografen mussten draußen bleiben. Ein Sichtschutz hielt die Objektive fern. Zeit, auf eine bewegte Fußballerkarriere zurückzublicken.
Michael Ballack gilt als einer der erfolgreichsten Kicker der Nation. Zahlreiche Titel kann er in seinem Lebenslauf eintragen (hier nach dem Gewinn des DFB-Pokals 2005).
Der erste große: Der Meistertitel mit dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 1998.
In dieser Saison kam der gerade erst vom FC Chemnitz verpflichtete Sachse groß raus. Kaiserslautern war gerade erst aufgestiegen, der Titel eine absolute Sensation.
1999 wechselte Ballack von Lautern nach Leverkusen. Sein Trainer dort: Christoph Daum.
In den drei Jahren beim Werksclub erzielte der Mittelfeldmann insgesamt 36 Pflichtspieltore.
Doch auch diese Momente begleiten Michael Ballacks Karriere wie ein Fluch: Im Jahr 2000 reicht ein Remis gegen Unterhaching, um Leverkusen zum Meister zu machen. Und dann das: Eigentor Ballack, Bayer verliert, Titel futsch.
Auch das darauf folgende Jahr war symptomatisch: Vizemeister, Verlierer im DFB-Pokalfinale und im Champions-League-Finale. Ballack - der ewige Zweite?
Bei seinem neuen Verein, FC Bayern München, sollte alles besser werden. Mit den "Roten" hat man schließlich Titel gebucht.
Und tatsächlich: In den vier Jahren wurde er mit den Bayern drei Mal Meister und drei Mal Pokalsieger. Nur international wollte es nie klappen.
Hier, in London, solle alles besser werden. Im Mai 2006 ging Michael Ballack zum FC Chelsea.
Neben seiner Vereinskarriere ist Michael Ballack auch Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Auch hier verfolgt ihn der Fluch: Bei der WM 2002 sah er im Halbfinale Gelb, war damit fürs Finale gesperrt.
Trotzdem schoss er noch das entscheidende Tor, dass sein Team ins Endspiel brachte.
Gegen Brasilien verlor Deutschland ohne Ballack.
Ein Höhepunkt von Ballacks Karriere: Das Sommermärchen 2006. Keiner traute den Deutschen beim Turnier im eigenen Land so richtig was zu.
Doch das Team schlug sich großartig, belegte am Ende den dritten Platz.
Zwei Jahre später: EM in Österreich und der Schweiz. In der Vorrunde ist es Michael Ballack, der seine etwas tranigen Kollegen aufweckt. Mit diesem Hammer sorgte er für den wichtigen Sieg gegen Österreich.
Viertelfinale gegen Portugal. Die starken Iberer drohten, nach der 2:0-Führung der Deutschen noch einmal zurück zu kommen. Beim Stand von 2:1 war es Ballack, der die Pille ins portugiesische Tor wuchtete.
Aber da war er dann wieder, der Finalfluch. Im Endspiel gegen Spanien verlor Deutschland - verdient - mit 1:0. Ballack wieder nur Vize.
Wie gut, dass er da seine Simone hat. Für die ist er immer die Nummer Eins.

Die Union beklagt die drastisch sinkende Heiratsbereitschaft in Deutschland. Es handele sich um eine "extrem bedenkliche Entwicklung", die die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft gefährde, sagte der stellvertretende Unions-Fraktionschef Johannes Singhammer der "Welt am Sonntag". "Die Menschen werden spüren, dass der Sozialstaat nie die Sicherheit bieten kann wie die traditionelle Familie", sagte der CSU-Politiker.

Nicht aus Überzeugung gegen die Ehe

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hatte bereits im Februar Zahlen veröffentlicht, wonach die Bundesbürger zunehmend die Lust am Heiraten verlieren: Demnach ist zu erwarten, dass 32 Prozent der Frauen und sogar 38 Prozent der Männer niemals in ihrem Leben eine Ehe eingehen werden - unter der Annahme, dass die Heiratsneigung des Jahres 2007 über das gesamte Leben von ledigen Frauen und Männern unverändert bleibt. Zum Vergleich: 1980 waren nur etwa 14 Prozent der Frauen beziehungsweise 21 Prozent der Männer unverheiratet geblieben.

"Die meisten Männer und Frauen entscheiden sich nicht aus Überzeugung gegen die Ehe", sagte der Soziologe und Regierungsberater Hans Bertram der Zeitung. Oft fehle gerade in den jüngeren Jahren die Sicherheit im Job. "Deshalb verhalten sie sich durchaus rational, wenn sie keine Kinder bekommen und keine festen Beziehungen eingehen", sagte Bertram.

(dpa, AP, N24)

04.04.2010 17:10 Uhr

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