"Drum prüfe, wer sich ewig bindet", so schrieb es bereits Friedrich Schiller in seinem Lied von der Glocke. Forscher warnen nun, dass im neuen Jahrtausend immer seltener die Hochzeitsglocken läuten.
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Die Union beklagt die drastisch sinkende Heiratsbereitschaft in Deutschland. Es handele sich um eine "extrem bedenkliche Entwicklung", die die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft gefährde, sagte der stellvertretende Unions-Fraktionschef Johannes Singhammer der "Welt am Sonntag". "Die Menschen werden spüren, dass der Sozialstaat nie die Sicherheit bieten kann wie die traditionelle Familie", sagte der CSU-Politiker.
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hatte bereits im Februar Zahlen veröffentlicht, wonach die Bundesbürger zunehmend die Lust am Heiraten verlieren: Demnach ist zu erwarten, dass 32 Prozent der Frauen und sogar 38 Prozent der Männer niemals in ihrem Leben eine Ehe eingehen werden - unter der Annahme, dass die Heiratsneigung des Jahres 2007 über das gesamte Leben von ledigen Frauen und Männern unverändert bleibt. Zum Vergleich: 1980 waren nur etwa 14 Prozent der Frauen beziehungsweise 21 Prozent der Männer unverheiratet geblieben.
"Die meisten Männer und Frauen entscheiden sich nicht aus Überzeugung gegen die Ehe", sagte der Soziologe und Regierungsberater Hans Bertram der Zeitung. Oft fehle gerade in den jüngeren Jahren die Sicherheit im Job. "Deshalb verhalten sie sich durchaus rational, wenn sie keine Kinder bekommen und keine festen Beziehungen eingehen", sagte Bertram.