Elektroauto-Gipfel

Politik und Industrie blasen zur Aufholjagd

Politik und Industrie wollen den Rückstand beim Thema Elektro-Auto aufholen. Deutschland soll mit milliardenschweren Forschungsprogrammen fit für die automobile Zukunft gemacht werden.

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Die Einführung von Elektro-Serienautos wurde bisher hauptsächlich von ausländischen Autobauern angekündigt. Jetzt drückt auch die deutsche Industrie aufs Tempo.
Video: Elektroauto-Gipfel - Politik und Industrie blasen zur Aufholjagd
Opel-Chef Nick Reilly fuhr höchstpersönlich im Ampera beim Elektro-Gipfel vor
Am Flughafen Berlin-Tegel hatte der Amerikaner den elektrisch angetriebenen Opel übernommen
BMW-Boss Norbert Reithofer ließ sich im Mini E zur Veranstaltung chauffieren
Premiere im Regen: Kanzlerin Angela Merkel bei der Präsentation der Elektro-Studie VW "Berlin Taxi"
VW-Vorstand Ulrich Hackenberg (links) erklärt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Technik der erstmals gezeigten Studie Golf blue-e-motion
Ebenfalls im Rahmen des Elektromobilitätsgipfels wurde der Audi e-tron II in Berlin gezeigt
Porsche präsentierte sich in der Bundeshauptstadt mit dem Hybrid-Sportler 918 Spyder
Audi A1 e-tron: Das Auto hat ein ähnliches Konzept wie der Opel Ampera, besitzt aber einen Wankelmotor
Audi A8 hybrid: Kein Mild-, sondern ein Vollhybrid
Mercedes E-Klasse als Diesel-Vollhybrid - nicht nur für Taxifahrer
Auch den Infiniti M, der mit Mercedes E-Klasse und BMW 5er konkurrieren soll, wird es mit Hybridantrieb geben
BMW 5er mit Hybridantrieb: Zur Technik ist noch wenig bekannt
Porsche 918 Spyder: Der Hybridsportler spurtet in 3,2 Sekunden auf 100 km/h, verbraucht aber nur drei Liter auf 100 Kilometer
Allrad-Hybrid von Mitsubishi: Der Concept-PX MiEV ist ein Plug-in-Hybridmodell
Kia Venga mit Elektroantrieb: Der Lithium-Polymer-Akku mit 24 Kilowattstunden Kapazität soll 180 Kilometer Reichweite ermöglichen
Plug-in-Hybrid-Studie Kia Ray: Mehr als 80 Kilometer rein elektrisch
Seat IBE: Nach dem Plug-in-Hybrid León TwinDrive stellt die Marke nun einen Kleinwagen mit Elektroantrieb vor
Suzuki Swift Plug-in-Hybrid: Der 75 PS starke E-Motor reicht für Strecken bis 20 Kilometer
Video: Börse am Mittag - Elektromobilität
Video: Elektro-Autos - Angela Merkel will mehr Entwicklung
Video: 80. Genfer Automobilsalon - Smartes Design gepaart mit Elektroantrieb
Video: Börse am Mittag - Detroit Motorshow: Elektro-Autos im Trend

Mit Milliarden Forschungsaufwand für ein Elektro-Auto "made in Germany" wollen Bundesregierung und Industrie ihren Rückstand gegenüber ausländischen Herstellern aufholen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte auf dem Elektromobilitäts-Gipfel mit Spitzenvertretern der deutschen Industrie in Berlin, Deutschland in den nächsten Jahren zum "Leitmarkt für Elektromobilität" machen zu wollen. Dabei kündigte sie eine enge Zusammenarbeit mit Frankreich an. Politik und Wirtschaft verständigten sich darauf, bisher in der Finanzplanung bis 2013 schon zugesagte Forschungsmittel gezielt in die Entwicklung des Elektroautos zu stecken. Darüber soll aber erst im Herbst nach Vorlage eines Zwischenberichts entschieden werden. Die Automobil-Industrie ihrerseits will einen Großteil ihrer rund 20 Milliarden Euro pro Jahr ebenfalls für das Elektroauto aufwenden.

Die Bundeskanzlerin betonte, Elektroautos seien ein Beitrag zum Klimaschutz und zugleich eine Chance für die deutsche Autoindustrie. Sie bekräftigte anlässlich des Startschusses für eine "Nationale Plattform Elektromobilität" das Ziel, bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Für den Kauf eines Elektroautos wird es in Deutschland jedoch keine staatliche Prämien geben. Bei der E-Mobilitätskonferenz, die als Auftaktveranstaltung für die intensivere Forschung auf dem Gebiet verstanden werden soll, begannen knapp 150 Fachleute in sieben Arbeitsgruppen mit der Klärung schwieriger Fragen von der Speicher- und Stromtank-Technologie bis hin zu Fragen der späteren Markteinführung. Dabei geht die Autoindustrie nach bisherigen Angaben der Hersteller davon aus, dass Elektromobile serienmäßig etwa von 2013 an verstärkt auf den Markt rollen.

Industrie: Trend nicht verschlafen

Von dem Treffen in Berlin erwartet die Autobranche ein wichtiges Signal, um die unterschiedlichen Branchen, die für den Bau eines E-Autos nötig sind, unter einen Hut zu bringen. Unter anderem sind neben der Auto-Industrie, die Chemiebranche, die Elektrotechnik und der Maschinenbau beteiligt. Der Chef des Automobilverbandes VDA, Matthias Wissmann, machte deutlich, neben der Industrie sei auch eine gut vernetzte Wissenschaft mit Hochschulen und Forschungsinstituten nötig. Alle Teilnehmer der Konferenz unterstrichen die gute Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie. Siemenschef Peter Löscher sagte: "Wir haben heute eine weitere deutsche Leitindustrie des 21. Jahrhunderts in Bewegung gesetzt und die Kanzlerin hat sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Elektrotechnik und Energie, Auto und Chemie - kein anderes Land kann seine Industrie-Champions so schnell und eng vernetzt Elektromobilität Realität werden lassen."

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt deutsche Unternehmen bei der Entwicklung von Batterietechnologien. Das Ministerium richtete einen neuen Förderschwerpunkt "Speicher" ein, der die gesamte Bandbreite der unterschiedlichen mobilen und stationären Stromspeichertechnologien abdeckt. Ressortchef Rainer Brüderle (FDP) sagte: "Hier ist der Industrie- und Innovationsstandort Deutschland mit seinen klugen Köpfen in kleinen, mittelständischen, aber auch großen Unternehmen gefordert. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam Erfolg haben werden." Die deutsche Auto-Industrie setzte sich gegen den Vorwurf zur Wehr, die Entwicklung des Elektroautos verschlafen zu haben. Die Chefs der Konzerne Daimler und BMW, Dieter Zetsche und Norbert Reithofer, sagten im ZDF, die Hersteller hätten die Entwicklung alternativer Antriebe keineswegs schleifen lassen. Es sei mittlerweile eine Art Volkssport, der Autoindustrie "Schlafmützigkeit" vorzuwerfen, klagte Zetsche.

(dpa, N24)

03.05.2010 20:45 Uhr

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