Pestizid-Rückstände
Gemüse- und Obstimporte oft verseucht
Ein Fünftel der importierten Lebensmittel sind mit Pestizid-Rückständen verseucht. Besonders negativ fielen asiatische Einfuhrländer auf. Grenzwerte wurden zum Teil um das 5.900-Fache überschritten.
Obst, Gemüse und Gewürze aus dem Ausland sind oftmals mit zu viel Pestiziden belastet. Bei Kontrollen am Frankfurter Flughafen stellte das hessische Landeslabor bei jedem fünften eingeführten Lebensmittel Rückstände von Pflanzenschutzmitteln fest, wie Landesumweltministerin Silke Lautenschläger dem Sender hr-Info sagte. Vor allem bei Bohnen, Gurken, Basilikum, Okra, Chili und Koriander sei der EU-Grenzwert für die Insektengift-Rückstände um das bis zu 5.900-fach überschritten worden.
Greenpeace wenig überrascht
Besonders häufig wurde Lautenschläger zufolge Obst und Gemüse aus Vietnam, Indien, der Türkei, der Dominikanischen Republik, Jordanien und Thailand bemängelt. Die Beanstandungsquote betrug bei Waren aus diesen Ländern bis zu 43 Prozent. Die übermäßig mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Lebensmittel würden vernichtet, fügte die CDU-Politikerin hinzu.
Greenpeace zeigte sich von den aktuellen Ergebnissen nicht überrascht. In Waren aus Ländern außerhalb der EU seien häufig höhere Pestizidbelastungen und zudem Rückstände von hier nicht mehr zugelassenen Pestizid-Wirkstoffen zu finden, sagte der Experte der Umweltschutzorganisation, Manfred Santen. Maßnahmen und Programme zur Pestizidreduktion in den Herkunftsländern seien daher dringend erforderlich. "Greenpeace fordert deutlich stärkere Importkontrollen und Vorführverpflichtungen sowie Return-to-Sender-Maßnahmen an Flug- und Seehäfen", fügte Santen hinzu.
Acht Fälle an europäisches Schnellwarnsystem gemeldet
Bei den Untersuchungen des hessischen Landeslabors sind Lautenschläger zufolge acht Fälle wegen der hohen Konzentration der Pflanzenschutzmittel Triazophos und Methiocarb an das europäische Schnellwarnsystem gemeldet worden. Die Ministerin appellierte an die Importeure, ihren Pflichten durch Eigenkontrollen nachzukommen.
Das hessische Landeslabor zog den Angaben zufolge vergangenes Jahr 523 Obst- und Gemüseproben, davon wurden 102 bemängelt.
(apn, N24)
03.06.2010 16:30 Uhr






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