Studie
Fachkräftemangel sorgt für gleiche Löhne
Arbeitsmarktexperten erwarten zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung eine Angleichung der Löhne für Fachkräfte in Ost- und Westdeutschland. Als Grund nennen sie den Fachkräftemangel.
Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung erwarten Arbeitsmarktexperten eine Angleichung der Löhne für Fachkräfte in Ost- und Westdeutschland. Als Hauptursache nennen sie den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in den neuen Bundesländern. "Bei Neueinstellungen werden die Löhne explodieren", sagte der Betriebssoziologe Burkart Lutz der "Frankfurter Rundschau". Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet damit, dass ostdeutsche Gehälter für Industriefachkräfte das Westniveau erreichen werden.
Für die ostdeutsche Industrie berge der Fachkräftemangel "ein erhebliches Krisenpotenzial", sagte Lutz, der in einer Studie die Auswirkungen der Personalentwicklung auf die Metall- und Elektroindustrie in den neuen Bundesländern untersucht hat. Dies werde viele Betriebe in eine existenzbedrohende Situation bringen. Im schlimmsten Fall drohe dem Osten "eine weitere Deindustrialisierungswelle". Die Dramatik des Fachkräftemangels werde bislang nicht hinreichend erkannt. "Wir betreiben derzeit eine Politik der Beschwichtigung", sagte Lutz. Viele Betriebe verfügten bestenfalls über rudimentäre Fähigkeiten der Personalakquise und des Personalmanagements.
(AFP, N24)
14.06.2010 10:46 Uhr





