Welle der Gewalt

300 Morde in einer Woche in Mexiko

Trauriger Rekord in Mexiko: In nur sieben Tagen sind im Zusammenhang mit dem seit Monaten dauernden Drogenkrieg 300 Menschen getötet worden. Seit Jahresbeginn sind es bereits über 5000.

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Der Drogenkrieg in Mexiko fordert immer mehr Tote. (Archivbild)
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Jüngster Höhepunkt im mexikanischen Drogenkrieg. Ein verletzter Leibwächter wird von Polizisten vom Tatort geleitet. Der Konvoi einer hochrangigen Regierungsdelegation wurde mit Granatwerfern, automatischen Waffen aus dem Hinterhalt beschossen.
Bei dem Angriff am Samstag gab es vier Tote und 10 Verletzte. Unter den Verletzten befindet sich auch die Staatssekretärin für öffentliche Sicherheit der mexikanischen Provinz Michoacan. Mexiko wird seit Jahren von einem Drogenkrieg erschüttert.
Bei den Kämpfe von Drogenbanden gegen Polizei und Armee gibt es regelmäßig Tote und Verletzte. Im letzten Jahr sind im Mexiko über 7000 Menschen im Drogenkrieg erschossen worden.
Donnerstag wurde noch stolz der jüngste Fang der Polizei in Mexiko Stadt vorgeführt. Jose Gerardo Alvarez-Vasquez, auch "El Indio" genannt - der Boss des Beltran Leyva-Kartells. Auf seinen Kopf hatte die amerikanische Regierung 2 Mio. Dollar ausgesetzt.
Doch die Drogengangs lassen sich von solchen Fahndungserfolgen der Behörden nicht einschüchtern. Sie schlage sofort brutal zurück, wie am Freitag in Ciudad Juárez. Bei einem Gefecht wurden dort sechs Polizisten und eine 17-jährige Passantin erschossen.
Zwei Polizeibeamte seien verletzt worden und in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert worden, sagte ein Sprecher des Staates Chihuahua, Enrique Torres Valadez.
Die Beamten seien in zwei Fahrzeugen unterwegs gewesen. Ein Straßenhändler hatte sie angehalten und um Hilfe gebeten. Dann seien sie unter Beschuss gekommen – die Täter seien mit drei Autos entkommen.
Seit dem 8. April hat die Bundespolizei Schritt für Schritt die Kontrolle über die Sicherheit in Ciudad von der Armee übernommen.
Das mexikanische Sicherheitsministerium schloss nicht aus, dass der Anschlag eine Reaktion der organisierten Kriminalität auf das Vorgehen der inzwischen 5000 Bundespolizisten in der Grenzstadt ist.
Die Sicherheitskräfte nahmen sechs verdächtige Jugendliche fest. In Ciudad Juárez wurden allein im vergangenen Jahr mehr als 2660 Morde gezählt. Die an die USA grenzende Stadt hat eine der höchsten Gewaltraten der Welt.
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Mexiko hat mit 300 Morden in nur sieben Tagen die gewalttätigste Woche seiner jüngeren Geschichte erlebt. Zwischen dem 12. und dem 18. Juni seien 283 Männer und 17 Frauen meist im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg umgebracht worden, berichtete die Zeitung "Reforma". Unter den Toten seien auch 29 Polizisten und zwei Soldaten. 23 Opfer hätten Folterspuren aufgewiesen, eines sei enthauptet worden.

Die Zahl der Mordopfer seit Jahresbeginn sei damit schon auf 5229 gestiegen. Im gesamten Vorjahr waren es nach Regierungsangaben 9653. Seit dem Beginn des sogenannten Drogenkrieges, als Präsident Felipe Calderón Ende 2006 der Polizei und den Streitkräften befahl, die Drogenkartelle zu bekämpfen, starben nach Angaben der Regierung bis April diesen Jahres mindestens 22.700 Menschen. Als "Hauptstadt der Morde" gilt die Stadt Juárez nahe der Grenze zu den USA. Allein dort wurden im vergangenen Jahr 2660 Menschen umgebracht.

(dpa, N24)

19.06.2010 21:02 Uhr

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