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Puyol beerdigt deutsche WM-Träume

Die einen spielten wie Weltmeister, die anderen schauten zu: Spaniens Carles Puyol hat den deutschen WM-Traum beerdigt. Die DFB-Elf wirkte im Vergleich zum Europameister zweitklassig.

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Carles Puyol hat die deutschen WM-Träume in der 73. Minute mit einem Kopfball ins Tor der DFB-Elf zerstört.
Video: Historischer Sieg - Spanien erstmals im WM-Final
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Ivan Eklind (m.) war ernsthaft besorgt. Hatte sich ein frecher Österreicher doch glatt erdreistet, im Halbfinale der WM 1934 in Italien eine Flanke in den Strafraum zu schlagen. So tat Eklind also, was getan werden musste: ...
Er antizipierte, lauerte, stieg hoch und köpfte den Ball souverän aus der Gefahrenzone. Sein Problem war nur: Er war kein italienischer Verteidiger, ...
... sondern der Schiedsrichter aus Schweden. Eklind setzte einfach um, was ihm tags zuvor eingeimpft worden war. Benito Mussolini persönlich hatte ihm nahegelegt, wer denn ins Finale zu führen sei.
Zur Belohnung durfte der Schwede dann auch noch das Endspiel (ver-)pfeifen, dort wurde die Tschechoslowakei übervorteilt.
Andere Schiedsrichter waren umsichtiger. John Langenus, der das erste WM-Finale 1930 in Samtweste, Knickerbockerhose und mit Krawatte leitete, verfügte vor dem Spiel Leibesvisitationen für alle Zuschauer - am Ende lagen 1600 Revolver auf dem Tisch.
Langenus pfiff angeblich auch gut, anschließend setzte er sich an die Schreibmaschine, denn der Belgier war zugleich Korrespondent für den "kicker". Der Bericht erschien 27 Tage nach dem Finale und umfasste 22 Zeilen.
Übrigens war die WM in Uruguay 1930 auch die bislang einzige, bei der es am Eröffnungstag schneite. Sommer in Europa, Winter auf der Südhalbkugel: Die Gleichung war noch nicht so präsent.
Niederländisch-Ostindien nahm damals noch nicht teil. Acht Jahre später in Frankreich aber gab das heutige Indonesien dann sein WM-Debüt - beim 0:6 gegen Ungarn. Bis heute ist es das einzige Land, das lediglich ein einziges WM-Spiel absolviert hat.
Schweden kam bei der WM 1938 derweil kampflos in die nächste Runde: Hitler hatte Österreich annektiert - damit fiel der Achtelfinalgegner weg.
1950 sagte Indien seine Teilnahme ab, weil die FIFA der Mannschaft untersagte, barfuß anzutreten.
Das letzte Turnierspiel - kein Finale! - der WM in Rio de Janeiro war ein Drama. Brasilien verlor gegen Uruguay 1:2 und spielte nach dem Heim-Trauma nie wieder in weiß.
"Drei Menschen haben das Maracanastadion zum Schweigen gebracht: Der Papst, Frank Sinatra und ich", berichtete Siegtorschütze Alcides Ghiggia. Drei Brasilianer starben im Stadion an Herzinfarkten, ein weiterer erschoss sich noch auf der Tribüne.
Zuvor hatte sich die englische Presse blamiert wie sonst nur ihre Nationalelf: Nach dem 0:1 gegen die USA beschloss ein Redakteur, das Telegramm, auf dem dieses Resultat stand, könne so nicht stimmen. 10:1 sei sicher das Ergebnis gewesen...
Acht Jahre später (1958) wurde das brasilianische Nationalteam von Ärzten und Psychologen gründlich untersucht, bevor es nach Schweden aufbrach.
Dem Dribbelkünstler Garrincha wurde dabei eine Intelligenz attestiert, die "normalerweise nicht einmal ausreicht, einen Bus zu steuern".
Einige Spieler litten an Übergewicht oder waren von Parasiten befallen. 32 Zähne wurden gleich gezogen, 430 mit Plomben versehen.
Der 17-Jährige Pele (l.), später der Star des Turniers, wurde als "infantil" eingestuft.
Dann übernahm England das Kommando. 1962 bei der WM in Chile fing Stürmer Jimmy Greaves einen Hund, der im Viertelfinale auf den Platz gelaufen war - und bekam das komplette Trikot vollgepinkelt.
Ein Hund war es dann auch, der 1966 in einem Busch den gestohlenen WM-Pokal aufstöberte.
"Pickles" wurde in den englischen Medien zum Helden.
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"Soooo weit war der hinter der Linie!" Ungefähr das wird Wayne Rooney Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay gesagt haben. Beim Duell zwischen Deutschland und England haben alle im Stadion den Ball…
…hinter der Linie gesehen. Nur die Schiedsrichter nicht. Wie bei den vorherigen Fehlentscheidungen war der Fußballverband FIFA nicht zu einer Stellungnahme bereit. Englands Nationaltrainer Fabio Capello konnte diese krasse Fehlentscheidung nicht fassen.
Am gleichen Tag fiel auch das Team um den italienischen Unparteiischen Roberto Rosetti negativ auf. Der Argentinier Carlos Tevez brachte sein Team...
...im Spiel gegen Mexiko mit 1:0 in Führung. Dass er dabei weit und eigentlich unübersehbar im Abseits stand, hat...
...der Linienrichter schlicht übersehen. Auch die aufgebrachten Mexikaner konnten die Unparteiischen nicht überzeugen. Argentiniens Trainer...
...Maradona war das egal. Die Diskussion um den Videobeweis ist nach einem Tag voller Fehlentscheidungen aber wieder im Gange. Auch im Spiel…
Brasilien gegen die Elfenbeinküste kamen die Schiris zu zweifelhaftem Ruhm. Zunächst übersah Stephane Lannoy beim 2:0 von Brasilianer Luis Fabiano, dass der zweimal die Hand zu Hilfe nahm, bevor...
...er den Ball im Tor...
...unterbrachte. Nach dem Spiel behauptete Fabiano: "Das war die heilige Hand, die Hand Gottes." Schiedsrichter Lannoy hatte einen...
...schlechten Tag. Denn kurz danach sah er in einem Zweikampf zwischen Ivorer Keita und dem Brasilianer Kaka ein Foul. Obwohl Kaka...
...den Arm angelegt hatte, wollte der Schiedsrichter ein gelbwürdiges Foul erkannt haben. Die Folge: Gelb-Rot und...
...der Abgang des Brasilianers. Auch die deutsche Mannschaft…
...wurde schon durch strittige Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt. Im Gruppenspiel gegen Serbien hatte Alberto Undiano offenbar viel Freude daran, seinen Tascheninhalt zu präsentieren. In einem eigentlich fairen Spiel zog...
...er insgesamt acht Mal die gelbe Karte. Hauptleidtragender war Miroslav Klose. Eine absolut nichtiges Foul bestrafte der Schiri in der 37. Minute mit einer gelben Karte. Weil...
...Klose vorher schon gelb gesehen hatte, musste er duschen gehen. Was...
...Khalil al-Ghamdi aus Saudi-Arabien in der Partie Chile gegen Schweiz gesehen hat, wird sein Geheimnis bleiben. Der Schweizer Valon Behrami versucht sich mit gestrecktem Arm gegen Arturo Vidal durchzusetzen. Der Unparteiische...
...erkennt darin eine Tätlichkeit und zieht glatt ROT. Völlig unverständlich! Doppelte Bestrafung für die Schweizer Mannschaft: Kurz danach entscheidet der Chilene Gonzales das Spiel mit seinem Treffer zum 1:0.
Auch das unglaublich spannende Spiel USA gegen Slowenien haben die Schiedsrichter verpfiffen. Die Amerikaner hatten einen 0:2 Rückstand aufgeholt und...
...konnten das Spiel gewinnen. Maurice Edu traf in der 85. Minute ins Tor und machte damit die Sensation perfekt. Doch Koman Coulibaly aus Mali pfiff...
...Abseits, wo keins war. Wenn die Schiris so weiter pfeifen, könnte der Videobeweis eine echte Chance haben.
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Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat viel Schönes zu bieten. Neben dem Geschehen auf dem Rasen gibt es ...
... insbesondere auch am Spielfeldrand allerlei Ansehnliches. Im südafrikanischen Winter ...
... gibt sich so mancher weiblicher Fan freizügig und ...
... treibt den Spielern den Schweiß auf die Stirn. Auch wenn ...
... sich manche Zentraleuropäerin noch schüchtern gibt - wenn ...
... Tore fallen, fallen auch alle Hemmungen. "Hup, Holland, Hup", ist man geneigt zu sagen. Überhaupt: Die Holländerinnen. Kaum eine ...
... Nation ist mit so viel reizender Unterstützung angereist, um Robben, van der Vaart und Co. so richtig ...
... Beine und schöne Augen zu machen.
Konkurrenz machen den Niederländerinnen allenfalls noch die Däninen. Auch wenn es ...
... zum Sieg nicht gereicht hat, versprühen die Nordeuropäerinnen ...
... Lebensfreude pur.
Grund zum Jubeln hatten bislang ja vor allen Dingen die Anhänger von Jogis Jungs. Beim ...
... 4:0 über Australien konnte es manche Dame im Stadion oder auf ...
... den Fan-Meilen kaum fassen. Jawoll, so ...
... sehen Siegerinnen aus. Für die ...
... Mädels aus Down Under gab es wenig zu lachen. Doch auch Schwermut kann hübsch sein.
Apropos Schwermut. Der ist ja vor allem tief in der südamerikanischen Seele verankert - wovon bei den weiblichen Fans aus Argentinien, ...
... Chile, ...
... Uruguay und ...
... Paraguay jedoch nichts zu spüren ist.
Und die Afrikanerinnen? Bei der ersten WM auf ...
... dem schwarzen Kontinent zeigen sie den Gästen, ...
... wo der sprichwörtliche Hammer hängt. Die Südafrikanerinnen ...
... haben sich besonders herausgeputzt und ...
... präsentieren ihr Land im schönsten erdenklichen Licht.
In diesem Sinne: Herzlich willkommen bei der WM der Schönheitsköniginnen. Auf ein weiterhin hübsches Turnierchen!
Video: Aus der Traum - Spanien zu stark für Deutschland
Video: WM-Check - Arjen Robben, Dribbel-Trickser für Niederlande

Aus der Traum! Auf dem Sprung ins WM-Finale hat die junge deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Europameister Spanien der Mut verlassen. Wie vor zwei Jahren im Endspiel der EM zeigte sich die bisher so spektakulär aufgetretene Elf von Bundestrainer Joachim Löw zu beeindruckt vom eigenen Vorbild und unterlag den Iberern wie 2008 in Wien verdient mit 0:1. "Wir haben bisher ein tolles Turnier gespielt. Heute hat es nicht so geklappt. Wir haben nie unsere Hemmungen abgelegt. Wir sind traurig und enttäuscht, aber Spanien hat ein Klassespiel gezeigt und wird dieses Turnier gewinnen", analysierte Löw die 90 Minuten im Moses Mabhida-Stadion von Durban, in denen Carles Puyol dem DFB-Team vor 60.960 Zuschauern mit seinem Kopfballtor in der 73. Minute den K.o. versetzt hatte.

Statt am Sonntag im Traumfinale gegen die Niederlande anzutreten, geht es für die deutsche Mannschaft nun wie vor vier Jahren bei der Heim-WM zum Trostspiel um Platz drei. Dort ist am Samstag (20.30 Uhr) in Port Elizabeth Uruguay der Gegner. "Ziel ist jetzt, das letzte Spiel zu gewinnen und Dritter zu werden", sagte Löw. Bei der WM 1970 in Mexiko hatte die DFB-Elf gegen die Südamerikaner durch ein Tor von Wolfgang Overath das "kleine Finale" mit 1:0 gewonnen.

Zwanziger: Viel Potenzial in Mannschaft

"Ich bin heute nicht enttäuscht, aber ich bin traurig für die Jungs. Wir wollen jetzt nicht schlechter abschneiden als 2006. Die Spanier sind vier Jahre weiter als wir und da wollen wir auch hinkommen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. "In der Mannschaft steckt unheimlich viel Potenzial drin. Mit ein bisschen Abstand werden alle mit Stolz auf diese WM zurückblicken", betonte Teammanager Oliver Bierhoff. "Die Mannschaft zeichnet aus, dass sie spielerisch viel mehr kann, als sie heute gezeigt hat", bekräftigte auch Löw.

Die große Chance, dem Spiel doch noch einmal eine Wende zu geben, verpasste der eingewechselte Toni Kroos, dessen platzierten, aber nicht allzu harten Schuss in der 68. Minute Torhüter Iker Casillas parierte. "Es ist bitter, wenn man im Halbfinale ausscheidet. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut und nicht mutig genug nach vorn gespielt", sagte Kapitän Philipp Lahm mit Tränen in den Augen. Auch Torwart Manuel Neuer, der mit seinen Paraden eine höhere Niederlage verhinderte, beklagte fehlende Entschlossenheit: "Uns hat ein bisschen der Mut gefehlt." Das sah auch der diesmal chancenlose Miroslav Klose so: "Wir haben uns zu wenig zugetraut."

Starkes spanisches Mittelfeld

Vermisst wurden aber auch die Ideen von Thomas Müller, der wegen der zweiten Gelben Karte zuschauen musste. In der lange Zeit von Taktik und großem Respekt geprägten Partie blieb die deutsche Mannschaft den Nachweis ihrer Titelreife schuldig. Sie ging nicht wie erwartet mit breiter Brust ins Spiel, sondern agierte betont vorsichtig und beraubte sich damit ihrer eigentlichen Stärke. So entwickelte sich eine Begegnung, die auf fatale Weise an das EM-Finale vor zwei Jahren erinnerte: Im Mittelfeld überlegene Spanier und eine deutsche Elf, die gegen das Kurzpassspiel keine Mittel fand.

Bastian Schweinsteiger leistete sich bei seinem 80. Einsatz im DFB-Team überraschend viele Ballverluste und war nicht der erhoffte Ankurbler. Piotr Trochowski, der für den vierfachen Torschützen Müller zum Zuge kam, hatte einige gute Szenen, offenbarte aber seine bekannte Schwäche im Abschluss. Insgesamt benötigte die DFB-Elf zu viel Zeit, um das Mittelfeld zu überbrücken.

DFB-Elf in der Defensive

"Wir wollen Geschichte schreiben", hatten die Iberer vor ihrem ersten WM-Halbfinale überhaupt angekündigt. Und dieses Vorhaben setzte die Mannschaft vor den Augen ihrer Königin Sofia entschlossen um. Coach Vicente del Bosque hatte auf die Formschwäche von Fernando Torres reagiert und den Siegtorschützen vom EM-Finale 2008 durch Pedro Rodriguez ersetzt. Der Angreifer vom FC Barcelona ging auf den Flügel und war wirkungsvollster Akteur seines Teams.

Bloß kein Gegentor - Sicherheit war im fünften Turnierspiel oberstes Gebot für die deutsche Elf, die zu viel Respekt vor dem Europameister erkennen ließ. Während der Ball bei den Iberern flüssig durch die Reihen lief, konnte Löws tief stehende Elf nur reagieren. Als Pedro Torjäger Villa steil schickte, verhinderte allein Neuers Rettungstat den drohenden frühen Rückstand (6.). Acht Minuten später zischte ein Kopfball des frei stehenden Puyol nach Iniesta-Flanke über das deutsche Tor. Erst Mitte der ersten Halbzeit kamen Schweinsteiger und Co. allmählich auf Touren, doch klare Torchancen konnten sie sich nicht erspielen. In der 32. Minute versuchte es Trochowski aus der Distanz, Casillas lenkte den Ball aber mit den Fingerspitzen zur Ecke.

Neuer verhindert höhere Niederlage

Auch in der Halbzeitpause fand die deutsche Mannschaft ihren Mut nicht - vielmehr erhöhten die Spanier den Druck und kamen zu weiteren guten Möglichkeiten. Der sträflich unbewachte Xabi Alonso verfehlte zweimal aus der Distanz das deutsche Tor, ehe Löw reagierte und den gegen Pedro überforderten Jerome Boateng durch Marcell Jansen ersetzte (52.). Wenig später wurde Neuer zum Retter, als er den 18 Meter-Knaller von Pedro entschärfte (58.), dann rutschte Villa vor dem leeren deutschen Tor an einer scharfen Hereingabe vorbei.

Erregt zog sich Löw am Spielfeldrand das Jackett aus und forderte seine Mannschaft zu mehr Bewegung auf. Mit Kroos für Trochowski zog er bereits frühzeitig den zweiten Joker aus dem Ärmel. Als Sami Khedira dann beim Eckball von Xavi Abwehrspieler Puyol nicht am Kopfball hindern konnte, war auch Neuer chancenlos. Das dritte deutsche Gegentor bei der WM bedeutete die Entscheidung.

(dpa, N24)

08.07.2010 11:42 Uhr

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