DFB-Trainerteam bleibt

Löw hat EM-Titel 2012 im Visier

Die Verträge sind unter Dach und Fach, das Team um Bundestrainer Joachim Löw kümmert sich weiter um die Nationalelf. Nun kann eine neue Mission beginnen: der Gewinn des EM-Titels in zwei Jahren.

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Joachim Löw bleibt zwei weitere Jahre Bundestrainer. Auch das restliche Führungsteam bleibt an Bord.
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Haben Sie ihn erkannt? Genau, der Herr mit dem eleganten Schnauzer - hier am Ball - ist Jogi Löw. Der Bundestrainer, geboren am 3.2.1960, war früher nämlich Spieler, für Stuttgart, Eintracht, KSC und den SC Freiburg - wo er bis heute Rekordtorschütze ist.
Obwohl Löw ein anständiger Fußballspieler gewesen ist, gründet sein heutiger Ruhm eher auf seiner sich anschließenden Trainerkarriere. Die beginnt Mitte der 90er beim VfB Stuttgart. 1995 wird der Badener Co-Trainer unter dem glücklosen Rolf Fringer.
Nach einer enttäuschenden Saison übernimmt Jogi und feiert gleich große Erfolge. In seinem ersten Jahr holt der VfB unter Löw den DFB-Pokal. 1998 erreichen die Schwaben das Finale des Europapokals der Pokalsieger. Gemeinsam mit dem ...
... so genannten "Magischen Dreieck" - Giovanne Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic - ist Jogi Löws Arbeit der Garant für den Erfolg.
Und trotzdem: Joachim Löw hat Feinde im Verein, die den Klub-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder dazu bringen, Löw 1998 zu feuern und durch Winfried Schäfer zu ersetzen.
Den smarten Fußballlehrer mit dem unverkennbaren Dialekt zieht es an den Bosporus. Jogi Löw wird Trainer bei Fenerbahce Istanbul. Meisterschaft verpasst, Aus in der ersten Runde des UEFA-Pokals: Das Engagement währt nur ein Jahr.
Ebenso glücklos Löws Zeit 1999/2000 als Trainer beim Karlsruher SC. Die Badener wollen unbedingt den Aufstieg in die erste Liga schaffen. Doch Jogi kann's nicht richten, das Team gewinnt nur eins von 18 Spielen. Löw muss noch vor Ende der Spielzeit gehen.
Und die Misserfolgsserie reißt nicht ab: Bei Adanaspor in der Türkei überlebt Löw gerade einmal etwas mehr als zwei Monate. Er bleibt zunächst arbeitslos bis ihn endlich der FC Tirol Innsbruck engagiert. Löw führt das Team 2002 zur Meisterschaft.
Doch der Verein meldet Konkurs an, Jogi ist wieder arbeitslos. Nach einem Jahr unterschreibt er bei Austria Wien. Es läuft alles glatt, sein Team ist Tabellenführer. Nach einer Niederlage gegen den Tabellenletzten heißt es aber trotzdem: Koffer packen!
Und dann folgen die Zeiten, aus denen die meisten Jogi kennen. Nach verpatzter EM 2004 - Deutschland schied in der Vorrunde aus - tritt Rudi Völler als Bundestrainer ab und Jürgen Klinsmann übernimmt. Der Schwabe holt sich den Badener Löw an seine Seite.
Mit Oliver Bierhoff im Dreiergespann läutet der DFB damit eine neue, modernere Phase ein. Fitnesstrainer, Psychologen, die berühmten Gummi-Bänder - alle Methoden sind recht, um den deutschen Fußball aus dem spielerischen Mittelalter zu befreien.
Die Rollenverteilung ist dabei von Anfang an klar. Jürgen Klinsmann gibt den Motivator, den Antreiber, den, der den Kopf hinhält.
Und Jogi Löw? Der ist der Mann mit den Zetteln, der Kopf hinter dem deutschen Spiel, ein Taktiker und Planer.
Die beiden feiern Erfolge. Bei der WM 2006 erreicht die deutsche Mannschaft das Halbfinale, belegt am Ende Platz 3.
Eine Welle der Fußballeuphorie schwappt durch das Land. Das Führungsteam (links noch Torwarttrainer Andreas Köpke) erzielt Ergebnisse, die niemand dem kurz zuvor noch darniederliegenden deutschen Fußball zugetraut hatte.
Trotz des guten Abschneidens verlängert Jürgen Klinsmann nicht beim DFB. Für die Fans ist schnell klar: Nur mit "höggschder Disziplin" kann das Niveau gehalten werden.
Der zweite Mann wird zum ersten und führt das Projekt fort. Mit gelassener Souveränität tritt Löw in die Fußstapfen von Klinsmann.
Dabei setzt er weiter auf seinen eigenen Stil und professionellen Rat. Er behält den großen Betreuerstab bei und ...
... holt sich Hans-Dieter "Hansi" Flick als Assistenten an seine Seite.
"J.L." formt aus oft jungen Spielern immer wieder eine international konkurrenzfähige Auswahl und führt die Elf zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. Und dort wird er endgültig zu Legende und Sympathieträger.
Im letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Österreich spielen die Nerven verrückt. Es kommt zum Streit zwischen Jogi Löw, Österreich-Trainer Josef Hickersberger und dem vierten Offiziellen.
Der Schiedsrichter verweist Löw auf die Tribüne, für das kommende Viertelfinalspiel gegen Portugal darf er nicht auf der Trainerbank sitzen. Das Spiel gegen die Portugiesen ...
... verläuft dermaßen dramatisch, dass es Löw nicht mehr aushält. Der Gelegenheitsraucher steckt sich vor Nervosität eine an ...
... und pafft sich hektisch einen in der Glaskabine - unter den Augen der TV- und Fotokameras. Ein schlechtes Vorbild, der Herr Löw, aber eben auch nur ein Mensch.
Deutschland gewinnt gegen Portugal, übersteht auch das Halbfinale gegen die Türkei. Doch im Finale gegen Spanien folgt der Niederschlag: Die Iberer besiegen Jogis Jungs mit 1:0. Löw muss trösten. Der Titel war so nahe.
2010 in Südafrika wittern Jogi und seine Jungs ihre nächste Chance. Doch wenige Wochen vor Turnierbeginn der Schock: Aufgrund einer Verletzung muss die Mannschaft ohne Kapitän Michael Ballack antreten.
Mit Ballack verliert Löw seinen erfahrensten Spieler, der die junge Multikulti-Truppe anführen sollte. Fans und Medien sind skeptisch ...
... zu Unrecht: Nur im Halbfinale gegen Spanien, das Deutschland 0:1 verliert, ist die Mannschaft des smarten Baden im blauen Glückspulli zu stoppen. Die "Adler" belegen am Ende erneut den dritten Platz.
Spätestens seit dieser WM gilt Löw als Superheld des deutschen Fußballs - und hat nun gemeinsam mit der gesamten Führungsrige sein Engagement bis 2012 verlängert.
Für die EM 2012 in Polen und der Ukraine sieht Löw einer äußerst positiven Zukunft entgegen: "Wir haben eine sehr, sehr gute Basis. Wir sehen viel Potenzial", erklärte der 50-Jährige.
Der schlabbernde Trainingsanzug ist out - an der Seitenlinie wird aufgeschniegelt, nicht erst seit Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und sein damaliger Co Joachim Löw mit blauem Hemd im Zwillingspack für modisches Aufsehen sorgten.
In der Wahl der Kleidung unterstrichen sie während der WM 2006 eindrucksvoll, dass sie fußballerisch auf einer Linie liegen.
Wie alle sportlichen Details wurde auch der Griff in den Kleiderschrank vor dem Spiel penibel abgestimmt, was sich, am Grad des Erfolgs gemessen, ja offenbar gelohnt hat.
Das testete Löw nach Klinsmanns Abgang auch am neuen Co-Trainer Hansi Flick (hier mit Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff).
Doch wenig später wagte Jogi Löw die modische Emanzipation in der Wahl der Kleidung und der Accessoires.
Blau bleibt nun im Schrank, Jogi greift eher mal zu schwarz ...
... oder grau. Bleibt abzuwarten, in welchem sportlichen Erfolg das gipfelt.
Wenn's mit dem Fußball mal nicht mehr klappt, kann er sich mit diesem Foto aber auch als Skitrainer bewerben.
Jürgen Klinsmann geht seit seiner Rückkehr in die Bundesliga modisch auch eigene Wege. Mal im bekannten hemdsärmeligen Blau ...
... mal eher zugeknöpft - das könnte auch auf den jeweiligen Zustand seiner Mannschaft hindeuten.
Unbestätigten Angaben zufolge zog er an diesem Tag in Erwägung sich selbst einzuwechseln, um so den Totalausfall im Bayern-Sturm zu kompensieren.
Zweifellos setzte er bislang die modischen Akzente in der Bundesliga, was von einem Italiener auch nicht anders zu erwarten ist. Mantel, Anzug, Krawatte...
... waren Markenzeichen von "Mister" Giovanni Trapattoni. Er sah als Bayern-Trainer selbst bei einer Niederlage gut aus.
Obwohl: Hier hat der Stilberater auf der ganzen Linie versagt!
Der legitime Nachfolger Trapattonis: Stuttgarts Trainer Armin Veh. Hier sportlich leger, ...
... hier elegant im Anzug.
Fazit: In Stuttgart kann man ruhig mal einen Blick an die Seitenlinie wagen.
Nun zur gegensätzlichen Klamotten-Philosophie: Otto Rehhagel kam praktisch mit dem Trainingsanzug auf die Welt. Ob im griechischen Dress, ...
... als Bayern-Trainer in der passenden Klamotte ...
... oder als "König Otto" von Bremen: Ohne seinen Trainingsanzug trat er den Weg auf den Platz nicht an.
Im hohen Norden scheint es auch das einzig tragbare Outfit an der Seitenlinie zu sein. Das bestätigen HSV-Trainer Martin Jol ...
... und erst recht sein Bremer Pendant Thomas Schaaf, der sich locker den Titel "König der Trainingsklamotte" verdient.
Auf der inoffziellen Trainer-Kleidungs-Geschmacksskala landet er damit weit im Minusbereich, ...
... auch wenn die Bremer Trikotfarben (grün-orange) modische Verfehlungen im Prinzip schon vorgeben. Hilfreich ist dieses Outfit lediglich für die Bremer Spieler - falls sie mal vergessen, wer ihr Coach ist.
Das reißen weder das Basecape ...
... noch der Pelzkragen wieder raus.
Aber immerhin: Es geht doch!
Er hat sich definitv zu seinem Vorteil entwickelt: Jürgen Klopp hatte hier noch das Mainzer Karnevals-Zelt übergestreift.
... und wagte sich in Mainz auch nur im Dress auf den Platz.
Modisch war der Wechsel zu Borussia Dortmund für ihn auf jeden Fall ein Gewinn ...
... und fürs Derby gegen Schalke macht er sich inzwischen auch mal richtig schick. Dafür gab's nicht nur einen Punkt im Spiel, sondern auch ein Sonderlob.
Noch so ein Kandidat, der sich im Sack offensichtlich wohlfühlt. Kölns Trainer Christoph Daum legt jedenfalls Wert auf Bewegungsfreiheit in sämtlichen Gemütszuständen.
Toben, hüpfen, Spieler anschreien - dafür bietet das Sportdress natürlich alle Möglichkeiten.
Obwohl auch Christoph Daum schon in der schicken Variante gesichtet wurde.
Dass Bruno Labbadia sein Fußballtrikot eintauschte, ...
... hat sich für den Leverkusener Trainer sichtlich gelohnt. Im Anzug tauchte er an der Seitenlinie wieder auf und kann damit ebenso punkten ...
... wie Kollege und Wolfsburg-Oberhaupt Felix Magath. Passend zum jeweiligen Verein wählt er auch die Accessoires.
Ob Krawatte im Wolfsburger grün ...
... oder roter Schal während der Tätigkeit bei den Bayern: Hier wird auf Stil geachtet.
Und hier noch ein Rückkehrer, der nicht nur Fußball sondern auch Klamotten der alten Schule zurück in die Liga bringt. Hier im Trainingsanzug als Nürnberger Coach ...
... wird Hans Meyer auch im grünen Gladbacher Dress seinen Spielern Beine machen. Und wir stellen fest: Der Schlabberlook an der Seitenlinie ist offensichtlich nicht totzukriegen.
Video: Zukunft offen - Philipp Stelzner über Jogi Löw
Video: Jogi Löws Zukunft offen - Wechsel-Angebote um begehrte WM-Spieler
Video: Aus der Heimat - Meinungen zu Jogi Löws Zukunft
Video: Bundestrainer - Jogi Löw möchte DFB-Trainer bleiben
Video: Bleibt Löw? - Jogis vertrag soll verlängert werden

Fußball-Deutschland jubelt - Joachim Löw will seine noch ungekrönten jungen "WM-Champions" bei der EM 2012 zum ersehnten Titelgewinn führen. "Die Motivation ist extrem hoch, diese Mannschaft weiterzuentwickeln und weiterzuführen", verkündete der Bundestrainer nach seiner Vertragsverlängerung bis 31. Juli 2012. "Wir haben eine sehr, sehr gute Basis. Wir sehen viel Potenzial", erklärte der 50-Jährige, der den WM-Dritten seit dem Sommer 2006 als Cheftrainer anführt.

"Es ist kein Selbstläufer", mahnte allerdings Oliver Bierhoff mit Blick auf das nächste große Turnier in Polen und der Ukraine. Auch der 42 Jahre alte Teammanager hatte kurz vor einer Pressekonferenz in der Frankfurter DFB-Zentrale seine Unterschrift unter den neuen Vertrag gesetzt. Die gesamte sportliche Leitung, die durch Co-Trainer Hans-Dieter Flick und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke komplettiert wird, bleibt bis zum Turnier in Polen und der Ukraine zusammen. "Man hat gespürt, dass alle mit großer Freude auf die nächsten beiden Jahre schauen", sagte Löw zufrieden.

Zwanziger will noch ein wenig Bedenkzeit

DFB-Präsident Theo Zwanziger lobte ebenso wie Löw die "sehr unkomplizierten Gespräche" nach der noch zu Jahresbeginn unter lautstarkem Getöse geplatzten vorzeitigen Verlängerung mit der sportlichen Leitung. "Wir haben den Bundestrainer, der zu dieser Mannschaft passt", erklärte Zwanziger. "Lieber Joachim Löw, lieber Oliver Bierhoff, ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit", ergänzte der DFB-Chef feierlich. Die Weiterverpflichtung von Löw könne auch "Einfluss" darauf haben, ob er sich auf dem Verbandstag im Oktober erneut als Präsident zur Wahl stelle. "Aber es ist nicht entscheidend. Ich beginne jetzt mit dem Nachdenken", sagte Zwanziger.

Der Verbandschef sprach von einer Verlängerung zu "moderaten Bedingungen". Mit der Schnelligkeit der über das Wochenende festgezurrten Vertragsverlängerung wollten beide Seiten auch beweisen, dass ihr Verhältnis nach den Zerwürfnissen zu Jahresbeginn wieder intakt ist. "So schnell geht es, wenn man Vertrauen zueinander hat", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Am Samstagmittag hatte Löw sein grundsätzliches Ja-Wort an den DFB übermittelt.

Kapitänsfrage weiter offen

Beide Seiten sind bei den neuen Verhandlungen aufeinander zugegangen. Ein großer Konfliktpunkt wurde in der Zusammenarbeit mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer beseitigt. Bierhoff gibt die verantwortung für den administrativen Bereich der U 21-Auswahl an Sammer ab. Zwanziger nannte das "eine große Geste" von Bierhoff. Er machte zugleich Sammer klar, dass die sportliche Verantwortung in letzter Konsequenz bei Löw liegt. "Der Chef unter den sportlichen Führern ist immer der Bundestrainer", sagte Zwanziger. Löw betonte: "Die Arbeitsbedingungen beim DFB sind optimal für uns."

Bereits am 11. August, neun Tage vor dem Start der Bundesliga, steht das nächste Länderspiel in Kopenhagen gegen Dänemark auf dem Programm. Ob dann wieder Michael Ballack als Kapitän die DFB-Elf anführen wird oder der Münchner Philipp Lahm wunschgemäß über die WM hinaus der neue Anführer bleiben darf, ließ Löw offen. "Heute ist nicht der Zeitpunkt, über diese Frage zu sprechen", sagte er.

(dpa, N24)

20.07.2010 14:13 Uhr

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