Radsport: Tour de France

Contador entschuldigt sich bei Schleck

Die Entschuldigung kam spät, aber sie kam: Etappensieger Alberto Contador hat Andy Schleck um Verzeihung gebeten. Der Spanier war nach einer Panne des Luxemburgers einfach weitergefahren.

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Alberto Contador verfolgt Andy Schleck. Als dem Luxemburger wenig später die Kette reißt, zieht der Spanier einfach vorbei.
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Jährlich pumten sie rund acht Millionen Euro in ihr Team, nun gibt Milram sein Engagement im Radsport auf. Ohne neuen Sponsor verabschiedet sich damit nach Gerolsteiner und T-Mobile das letzte deutsche Team aus dem internationalen Radsport.
Die Fahnenflucht der Fahrer, die mitten in der 97. Tour de France die Hiobsbotschaft erhielten, hat begonnen. "Wir befinden uns jetzt auf Bewerbungsfahrt", sagte Johannes Fröhlinger ...
... bevor er bei der 9. Etappe seinen Worten Taten folgen ließ und früh mit einer Fluchtgruppe ausriss, aber im Finale einbrach. Einen Tag zuvor hatte bereits Kapitän Linus Gerdemann erklärt, dass während der Tour Gespräche mit anderen Teams laufen.
Sorgen macht sich Profi Fabian Wegmann nicht: "Für die Fahrer, die hier sind, dürfte es kein allzu großes Problem sein, ein neues Team zu finden." Sollte die Sponsorensuche von Teamchef Gerry van Gerwen (r.) erfolglos bleiben, würde Deutschland ...
... 13 Jahre nach dem Jan-Ullrich-Boom von der großen Radsport-Bühne verschwinden. Milram-Fahrer Gerald Ciolek bedauert die Entwicklung: "In vier Jahren von einer Radsport-Nation mit drei großen Teams zur Nullnummer, das ist schon traurig."
Ein Ende des Milram-Teams würde den deutschen Profi-Radsport in die Zweitklassigkeit stürzen. Im kommenden Jahr könnte nur noch Newcomer NetApp mit einer ProContinental-Lizenz die deutschen Farben vertreten.
"Gerade für den Nachwuchs ist das besonders schlimm", pflichtete Milram-Fahrer Christian Knees bei.
Hans-Michael Holczer kann nachempfinden, wie sich van Gerwen fühlen muss. 2008 war der ehemalige Chef des Team Gerolsteiner von Pontius bis Pilatus gerannt, um sein sportliches Lebenswerk zu retten.
Gerolsteiner zog sich 2008 aus dem Radsport zurück. Grund ist das angeschlagenen Image des Profi-Sports, der wie kein zweiter immer wieder mit Dopingfällen kämpft.
"Im Moment überwiegt weiter die Angst vor möglichen Zwischenfällen - sprich: Doping. Diese Angst würgt alles ab", so Holczer.
Der 56-Jährige (l.) sieht wenig Chancen auf einen dopingfreien Radsport. Der Internationale Radsportverband (UCI) habe zwar viel unternommen, aber Lücken gebe es weiter: "Wer nach ihnen sucht, der findet sie auch."
Das Team Gerolsteiner sollte einst Vorreiter im Kampf gegen Doping sein. Der herbe Rückschlag kam bei der Tour de France 2008, als die Fahrer Bernhard Kohl und Stefan Schumacher die Zahl ihrer roten Blutkörperchen mehrten.
"Wir haben übersehen, dass die Leistungen von Kohl wenig plausibel waren", sagte Holczer. Kohl habe bewiesen, wie gewieft die Sportler schummeln: Er mietete im Teamhotel ein extra Zimmer nur für Eigenblut-Infusionen.
Immer wieder erschüttern Skandale die Tour de France. Besonders lang ist die Liste aus dem Team Telekom (ab 2004 Team T-Mobile), das sich 2007 aus dem Sport zurückzog: Bjarne Riis (r.) gesteht im Mai 2007, bei seinem Toursieg 1996 gedopt zu haben, ...
... Erik Zabel (l.), bei der Tour 2008 Kapitän im Milram-Team, gibt ebenfalls 2007 zu, elf Jahre zuvor während seiner Zeit im Team Telekom EPO und andere Doping-Substanzen genommen zu haben.
Die Konsequenzen sind harmlos: Riis und Zabel müssen nur zeitweise auf ihre farbigen Trikots verzichten. Auch Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag half 1996 seinen Leistungen auf die Sprünge. Später leitete er das Telekom-Team.
2006 werden zwei Tage vor dem Start neun Fahrer von der Tour de France ausgeschlossen. Darunter: Jan Ullrich wegen Verdacht auf angereichertes Eigenblut.
Der Superskandal für das T-Mobile-Team folgt 2007: Jahrelang wurden deutsche Radler in der Uni-Klinik Freiburg mit Eigenblut versorgt. Darunter ist Profi Patrik Sinkewitz, weitere Team-Mitglieder sind unter Verdacht.
Ende 2007 beendete die Deutsche Telekom ihr Radsportengagement mit sofortiger Wirkung.
Auch Gerolsteiner ist nicht vor Skandalen sicher: Nachdem die Fahrer Stefan Schumacher (Foto) und Bernhard Kohl in einer Nachuntersuchung in der A-Probe positiv auf EPO-Doping testen, beendet die Mineralquelle nach zehn Jahren Ende 2008 sein Sponsoring.
Spitzenradler, die nicht dopen, scheinen selten. Auch der siebenmalige Tour de France-Sieger Lance Armstrong half 1999 nach. Höhepunkt ist die Tour de France 1998: Nur 97 von 198 gestarteten Fahrern erreichen Paris, sieben Teams müssen vorher aussteigen.
Noch hat van Gerwen aber einige Trümpfe im Ärmel. Als heißester Interessent für das Team Milram gilt ein europäischer Radhersteller. "Mit fünf Millionen" Euro pro Saison könne die Dortmunder Equipe "in der ersten Kategorie bleiben."
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So ein Affentheater.
Dosenöffner.
Die französische Bahn war schneller.
Crazy Fans.
Crazy Fans: Vermutlich aus Holland.
Frei nach Jürgen Drews: "Radler im Kornfeld ...".
Kunst am Fahrrad - von Mark Cavendish, britischer Supersprinter.
Kunst am Fahrrad - nach amerikanischer Lance-Armstrong-Art.
Frisch gewaschen? Aber ...
... natürlich!
Futtern wie bei Muttern.
"Radsportler sind so süß!"
Du hast die Haare schön!
Yeehaaaaaa!
Arc de Radsport-Triomphe.
Ja, ist denn heut schon Weihnachten?
"Mist, wieder daneben."
Doping für die Haare.
Die deutsche Stunde.
"Spieglein, Spieglein, an der Wand ..."
Puppenspieler.
Quadrad-isch, praktisch, gut.
Protest gegen niedrige Milchpreise?
Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh ...
Lady in red.
Straße nach Nirgendwo.
Früh übt sich, ...
... wer ein Tour-Sieger werden will.
Tschakka!
"Inglorious basterd"
Wo bitte, geht's zur nächsten Tour?
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Galibier, Tourmalet, L'Alpe d'Huez, Mont Ventoux (im Bild): Diese "heiligen Berge" lassen das Herz jedes Radsportfans höher schlagen. Helden werden dort geboren, wo alle über ihre Grenzen gehen müssen.
13 Mal wurde der Mont Ventoux bei der "Großen Schleife" bisher erklommen. Er ist 2009 die große Unbekannte der Frankreich-Rundfahrt und das hat seine Gründe.
Da wäre etwa der kahle Gipfel. Oder auch dessen Name: Pass der Stürme.
Zudem ist der Ventoux von drei Seiten aus zu erreichen. 2009 wird der schwerste der Anstiege gefahren. Auf ...
... rund 21 Kilometern werden ...
... mehr als 1.600 Höhenmeter überwunden. Die ...
... durchschnittliche Steigung beträgt 7,6 Prozent.
1951 steht der Mont Ventoux erstmals auf dem Streckenplan der Tour de France.
1958 wird der Mont Ventoux zum ersten Mal als Bergankunft erklommen. Als erster überquert Charly Gaul die Ziellinie.
Bisher hat kein weiterer Luxemburger einen Sieg auf dem Ventoux geholt. Andere tragen sich stattdessen in die Siegerliste ein. Beispielsweise der italienische "Pirat" Marco Pantani, der ...
... in einem spannenden Finish 2000 Lance Armstrong hinter sich lässt. Er soll den Sieg "geschenkt" bekommen haben.
Oder auch Richard Virenque: Der französische ...
... Kletterspezialist gewinnt 2002. Virenque holt sieben Mal das gepunktete Berg-Trikot.
2009 hätte wieder ein Luxemburger ganz oben stehen können. Mit den Brüdern Schleck, Andy (M) und Frank (r.) gab es zwei aussichtsreiche Kandidaten. Der Sieg ging dann aber an Manuel Garate aus Spanien.
Unsterblich ist bereits der Brite Tom Simpson. 1967 attackiert er aus dem Peloton heraus, setzt ...
... sich zeitweise ab, erleidet einen Schwächeanfall, bricht zusammen, steigt wieder auf's Rad. Rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel verliert er das Bewusstsein und stirbt.
Der Grund: Er ist gedopt - mit Alkohol und Amphetaminen. Heute erinnert ein Gedenkstein kurz vor dem Gipfel an den tragischen Helden.
Beinahe hätte ein weiterer Name den Stein geziert: 1970 verausgabt sich Eddie Merckx so sehr, dass er im Ziel einen Schwächeanfall erleidet. Er muss beatmet werden - aber er steht in der Siegerliste.
Man sieht, der Mont Ventoux verlangt den Radprofis alles ab. Wer ...
... hier oben ..
... gewinnt, fügt ...
... dem Mythos Mont Ventoux ein weiteres Kapitel hinzu.
Egal, wer den stürmischen Berg als Erster bezwingt - er ...
... macht sich damit unsterblich.
Also: Kette rechts und knallen lassen!
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Die Tour de France feiert ein Jubiläum: Vor 20 Jahren gab es die knappste Tour-Entscheidung der Geschichte. 1989 siegte Greg LeMond (r.) mit achr Sekunden Vorsprung vor Laurent Fignon (l.). Zeit, ein paar Rekorde in Bildern aufzulisten:
Erst zwei Jahre ist es her, dass Alberto Contador den Tour-Sieg feiern konnte - mit einem Abstand von 23 Sekunden zum Zweitplatzierten Australier Cadel Evans. Beide sind in diesem Jahr wieder am Start.
Dagegen gab es bis heute keinen klareren Gesamtsieg, als den von Maurice Garin 1903 - bei der ersten Tour de France. Er lag im Ziel 2:59:21 Stunden vor Lucien Pothier. 1952 brachte es Fausto Coppi (im Bild) immerhin auf 28:17 Minuten - vor Stan Ockers.
1946 hat Coppis großer italienischer Konkurrent und Landsmann Gino Bartali (l.) 26:16 Minuten Vorsprung auf dem Siegerpodest vor dem Belgier Alberic Schotte.
Eddy Merckx sammelte dagegen bis heute die meisten Etappensiege. Inklusive Zeitfahrerfolgen kam er auf 34 Etappensiege. Er wollte immer gewinnen - auch ein Grund ...
... für seinen Spitznamen im Peloton: "der Kannibale".
Der Franzose Bernard Hinault stand 28 Mal auf dem Siegerpodest, gefolgt von ...
... Andre Leducq, ebenfalls Franzose, mit 25 Etappenerfolgen. Er könnte in diesem Jahr aber von ...
... Dauersieger Lance Armstrong abgelöst werden. Der "Tourminator" sammelte bisher 22 Etappenerfolge.
Armstrong hält aber einen anderen einmaligen Rekord: Von 1999 bis 2005 gewann er als erster und einziger Fahrer in der Tour-de-France-Geschichte die Rundfahrt siebenmal in Folge. Zudem trug er bisher 83 Tage das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Nur ...
... Eddy Merckx (r.) schaffte mehr: 111 Tage durfte der Belgier das Gelbe Leibchen tragen. Bernard Hinault (l.) kommt immerhin auf 79 Tage in Gelb.
Der Amerikaner Armstrong fuhr auch die schnellsten drei Touren: 2005 betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 41,654 km/h, 2003 40,940 km/h und 2004 40,553 km/h.
Mario Cipollini (im Bild) fuhr 1999 die schnellste Tour-Etappe. Auf den 194,5 km von Laval nach Blois schaffte er ein Stundenmittel von 50,355. Schnellster in einem Zeitfahren war Greg LeMond 1989. Von Versailles nach Paris (24,5 km): 54,545 km/h.
Die Rekord-Distanz beträgt 5.745 Kilomter - auf sieben Etappen und wurde 1926 gefahren. Die kürzeste Tour gab es 1989 mit insgesamt 3.582 Kilometern auf 21 Etappen.
Der Niederländer Joop Zoetemelk nahm an 16 Frankreich-Rundfahrten teil und beendete alle - ebenfalls ein Rekord.
Das längste Solo der Tour-Geschichte geht auf das Konto des Franzosen Albert Bourlon. 1947 bestritt er in den Pyrenäen, von Carcassonne nach Luchon, 253 km in Alleinfahrt.
Der höchste Tour-Berg? Der 2.802 Meter hohe Col de la Bonette in den Alpen!
Jan Ullrich ist der erfolgreichste Deutsche bei der Tour. Er gewann sie als einziger Deutscher (1997) und fuhr 18 Tage im Gelben Trikot. Zudem ...
... gewann er drei Mal den Titel und das Weiße Trikot des Besten Jungprofis (1996-1998).
Immerhin zwei Mal der beste Nachwuchsfahrer im Tour-Peloton war Marco Pantani (1994, 1995). Der "Pirat" aus Italien hält dagegen einen "mythischen" Rekord: Er fuhr 1997 den magischen 13,8-km-Anstieg hinauf nach L'Alpe d'Huez in 37:35 Minuten.
Das rot-gepunktete Bergtrikot konnte Pantani, 1994 verstorben, aber nie gewinnen. Hier ist ein Franzose der Rekordhalter. Richard Virenque schaffte das Kunststück ...
... gleich sieben Mal. Kein Wunder, dass er mit Jessica Sow ein Topmodel an seiner Seite hat. Hinter ...
... Virenque folgt mit Federico Bahamontes ein Spanier. In den 50ern und 60ern gewann er sechs Mal die Bergwertung, der Belgier ...
... Lucien van Impe tat es ihm in den 70ern und 80er gleich.
Das Grüne Trikot des Punktbesten streifte sich in Paris der deutsche Ausnahmesprinter Erik Zabel am häufigsten über. Sechs Mal in Folge gelang ihm dieses Kunststück. Bis heute unerreicht. Auf Rang zwei dieser Wertung ...
... landet der Ire Sean Kelly. Vier Mal gewann er das Grüne Trikot. Erfolgreich war er in den 80er Jahren. Derzeit ist der ...
... Australie Robbie McEwen der Einzige, der Kelly bereits in diesem Jahr einholen kann. Er kommt auf bisher drei Siege in der Punktewertung.
Ein Großer tritt von der Radsport-Bühne ab: Erik Zabel hat seinen Rücktritt erklärt.
Das Einmaleins des Leistungssports lernte er in der Kinder- und Jugend-Sportschule der DDR. Sein letztes Rennen zu Hause bestreitet Erik Zabel nun am "Tag der Deutschen Einheit" am 3. Oktober in Münster.
Für den 38-jährigen Radprofi, der vor seinem zehnten und letzten WM-Einsatz am Freitag in Varese seinen Rücktritt bekanntgab, schließt sich damit ein Kreis.
"Ich hatte in diesem Jahr viel Spaß am Radsport und konnte auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz fahren. Ich weiß nicht, ob das in einer weiteren Saison noch möglich wäre und denke, dass dies daher der richtige Moment ist, um aufzuhören."
Vom kessen Ur-Berliner "Ete" zum lange Zeit allseits respektierten Topstar der Branche führte ein langer Weg.
Nach seinem vierten Platz bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona ("Holzmedaille") wechselte der in Unna lebende Berliner ins Profilager zu Telekom.
In 16 Profijahren gewann er über 200 Rennen und kann bis heute beanspruchen, der nach Siegen gerechnet erfolgreichste noch aktive Profi zu sein.
Zwölfmal feierte er Etappensiege bei der Tour de France,...
… viermal gewann er den Frühjahrs-Klassiker Mailand - San Remo,…
… dreimal Paris - Tours.
Als sechsfacher Gewinner des Grünen Trikots in Serie ist Zabel immer noch Rekordhalter in der Tour-Punktewertung.
Seine lange Jahre steil nach oben führende Popularitätskurve - im Schatten von Superstar Jan Ullrich - bekam am 24. Mai 2007 nach seiner tränenreichen TV-Doping-Beichte allerdings einen Knick.
Mit seinen eher halbherzigen Bekenntnissen ("Eine Woche EPO") ging der "Marathonmann" Zabel gerade bis an die Bewährungsgrenze: "In meinem Fall war es dann so,…
… dass ich mich kurz vor der Tour de France auch dazu entschieden habe, EPO zu benutzen. Das war ein Test, es war einmalig und ich habe am Ende der ersten Tour-Woche diesen Test beendet."
"Ich habe Sie jahrelang angelogen und ich möchte mich dafür entschuldigen."
Aber die Fans und seine Familie haben dem "Sportler des Jahres" von 2001, dessen Ehrgeiz sprichwörtlich war, wohl größtenteils verziehen.
Ab 1997 spielte der zweifache Vize-Weltmeister bei Telekom hinter dem frisch gekürten Tour-Sieger Ullrich nur noch die zweite Geige.
Zabel, seit 1993 bei Telekom, verließ die Bonner vor drei Jahren, nachdem er 2005 nicht mit zur Tour genommen worden war. Er wechselte zu Milram…
... und leitete seinen langsamen Abschied aus den Top-Rängen als "Anfahrer" für Alessandro Petacchi ein.
In diesem Jahr verbuchte Zabel, dessen 16-jähriger Sohn Rik als Radsportler auch schon Meriten sammelte, bei der Valencia-Rundfahrt noch einen Saisonsieg.
"Ich hatte in diesem Jahr viel Spaß am Radsport und konnte auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz fahren. Ich weiß nicht, ob das in einer weiteren Saison noch möglich wäre und denke, dass dies daher der richtige Moment ist, um aufzuhören."
"Ich möchte mich bei allen Kollegen, Funktionären und Menschen bedanken, mit denen ich viele schöne Momente im Radsport erlebt habe." (Archivbild Zabel mit seinem Sohn 1997)
Die Tour de France ist in Frankreich so beliebt wie Baguette und Rotwein. Dem Großereignis wird entgegengefiebert - egal ob Regenwetter oder Sonnenschein. Egal ob alt...
... oder "jung".
Pure Vorfreude auf das Peloton, das "Pack", das Hauptfeld. Tag für Tag für Tag - drei Wochen lang.
Anfeuern auf die ganz besondere Art: Wladimir Efimkin bekommt hier lautstarke Tipps eines Fans.
Mal schauen, wo der Rest bleibt...
Was gibt es schöneres: Frankreich, Sonne, blauer Himmel und die Tour auf dem Weg nach Paris.
Natur pur 1: Tour-Fahrer am Col Croix de Fer während der Königsetappe hinauf nach Alpe d'Huez. Der Col Croix de Fer war der zweite Anstieg des Tages. Zuvor wurde bereits der Galibier überquert. Danach wartete der "Mythos".
Natur pur 2: Auch unechte Schönheiten gab es auf den Etappen zu bewundern.
Natur pur 3: Nicht alle Kühe sind lila. Schon gar nicht in Frankreich.
Die Tour-Experten sehen es sofort: Das Peloton überquert eine Brücke auf der 14. Etappe von Nimes nach Digne-Les-Bains.
Nicht nur über die Berge sondern auch hindurch führte die Tour de France 2008: 12. Etappe von Lavelanet nach Narbonne.
Postkarten-Feeling Tour de France 1
Postkarten-Feeling Tour de France 2
Gestatten? Stefan Schumacher, Team Gerolsteiner, und bei dieser Frankreich-Rundfahrt vom Wasserträger zum Träger des Gelben Trikot vorgefahren.
Postkarten-Feeling Tour de France 3
Postkarten-Feeling Tour de France 4
Ausreißversuch
Wo bitte ist das Peloton?
El Diablo: Der Tour-Teufel durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen. Didi Senft ist mehr als nur ein Radsport-Fan.
Das Ziel eines jeden Radsport-Profis: Einmal im Leben als Erster über den Zielstrich einer Tour-de-France-Etappe fahren. Gelungen ist das 2008 auch dem Spanier Luis Leon Sanchez. Emotionen, die nicht in Worte zu fassen sind. Das ist die Tour de France.
L'Alpe d'Huez ist nicht nur ein Berg in den französischen Alpen. Die 21 Kehren des Anstiegs machen ihn im Radsport zum Mythos. Wer hier gewinnt, macht sich unsterblich.
Kein Wunder, dass L'Alpe d'Huez im Etappenplan der Tour de France seinen festen Platz hat: Zuletzt 2006 und nun wieder in diesem Jahr.
1952 fand zum ersten Mal eine Bergankunft der Tour de France in L'Alpe d'Huez statt.
Der italienische "Campionissimo“ Fausto Coppi siegte.
Seitdem haben sich weitere Radsportler mit einem Sieg in L'Alpe d'Huez ein Denkmal gesetzt. So etwa der italienische "Pirat" Marco Pantani. Er gewann 1995 und 1997. Der fünffache Tour-Triumphator Miguel Indurain (r.) indes siegte dort nie.
Pantani, 2004 an einer Überdosis Kokain verstorben, benötigte 1995 39:04 Minuten. Ein Jahr zuvor war er vier Sekunden schneller.
1997 stellte Pantani mit 37:35 Minuten den bis heute gültigen Rekord für die 21 Kehren auf. Allerdings wird die Zeit erst seit 1994 offiziell gestoppt. Es könnte also sein, dass vor ihm bereits jemand schneller war.
Daran konnte auch der siebenfache Tour-Gewinner Lance Armstrong nicht rütteln. Allerdings war er 2004 lediglich eine Sekunde langsamer als Pantani.
Der Amerikaner, Dauerrivale des Deutschen Jan Ullrich, hatte sich bereits 2001 in die Siegerlisten von L'Alpe d'Huez eingetragen.
Auch der spanische Bergspezialist Iban Mayo triumphierte auf dem Berg...
... 2003 konnte er danach seinen Gefühlen freien Lauf lassen.
Gewinnen konnte der Deutsche Jan Ullrich zwar nie in L'Alpe d'Huez. Mit einer Fahrzeit von 38:23 Minuten, im Jahr 1997 gefahren - dem Jahr seines Tour-Gesamtsieges - belegt er aber immerhin Platz sechs der ewigen L'Alpe d'Huez-Bestenliste.
2004 war er lediglich 14 Sekunden langsamer.
Auch im Jahr seiner knappsten Gesamtniederlage gegen Lance Armstrong - 2003 lag "Ulle" in Paris lediglich 1:01 Minuten hinter dem "Tourminator" - reichte es nicht für einen Sieg in L'Alpe d'Huez.
Die letzte Bergankunft in L'Alpe d'Huez entschied 2006 der Luxemburger Frank Schleck für sich. Er zählt bei der diesjährigen "Großen Schleife" zu den Topfavoriten auf den Gesamtsieg.
Bisher konnten nur zwei Sieger von L’Alpe d’Huez gleichzeitig auch die Gesamtwertung der Tour für sich entscheiden: Fausto Coppi 1952 sowie Lance Armstrong 2001 und 2004. Den Fans ist das egal. Sie feiern jeden Fahrer. Egal wie.
Auch wenn es wie beim Italiener Guiseppe Guerini 1999 schon einmal eng zwischen dem Sportler und Fans oder Fotografen werden kann. Trotz des Remplers konnte Guerini damals die Bergankunft für sich entscheiden.
Viel Platz bleibt - vor allem auf den letzten Kilometern - nicht für die Fahrer. Hier sieht der Franzose Patrick Nazon die Strecke vor lauter Fans kaum noch. Aber genau das ist es, was den Mytthos L'Alpe d'Huez ausmacht.
Deshalb will sich jeder Fahrer in die Siegerliste eintragen.
Aber gewinnen kann nur, wer sich auch quälen kann. Andreas Klöden kann das - beispielsweise 2006 noch im T-Mobile-Trikot. In diesem Jahr ist der Deutsche aber nicht am Start, weil das Team Astana, für das er fährt, nicht eingeladen wurde.
Am Mittwoch ist es wieder soweit: Der Mythos des "Teufelsberges" L'Alpe d'Huez erwacht wieder zum Leben.
Das weiß auch Radsportenthusiast Didi Senft - besser bekannt als "El Diablo" oder "Tour-Teufel". Er freut sich drauf.
Er ist der 13. Deutsche, der sich bei der Tour de France das begehrte Trikot des Gesamtführenden überstreifen durfte: Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner nach seinem Zeitfahrsieg auf der 4. Etappe 2008.
Er ist bislang der Rekordhalter: 18 Mal war Rudi Altig in Gelb unterwegs, hier links mit Hans Junkermann nach dem Sieg beim Sechstagerennen in Berlin 1962.
1962 (vier Tage lang), 1964 (3), 1966 (10) und 1969 (1) führte Altig jeweils in der Gesamtwertung der Tour. Er holte sich dabei sieben Etappensiege, gewinnen konnte er das prestigeträchtige Radrennen allerdings nie.
Gemeinsam mit Altig hält er den Rekord: Auch Jan Ullrich war 18 Mal im Gelben Trikot unterwegs. Er streifte sich 1997 zwölf und 1998 sechs Mal das Leibchen über - und gewann 1997 als erster und einziger Deutscher überhaupt die Tour.
Ein bitterer Beigeschmack wird seinen Erfolgen aber immer anhaften: Die Spekulationen über Verwicklungen in den spanischen Dopingskandal setzten der Karriere des Ausnahmefahrers ein unrühmliches Ende.
Die Tour 1977 war die des Dietrich "Didi" Thurau (hier auf einem Foto von 1988): Er gewann den Prolog, trug dann 15 Tage lang das Gelbe Trikot. Erst in den Alpen verlor er es an den späteren Sieger Bernard Thévenet.
Vier Tage lang Gelb gab es für Erich Bautz 1937. Dabei gewann er zwei Etappen und beendete die Tour, die seit 1903 ausgetragen wird, als Gesamt-Neunter.
Klaus-Peter Thaler (vorn l.), hier bei einem Benefizrennen 2004, durfte sich 1978 zwei Mal das Gelbe überstreifen. Selbiges gelang Rolf Wolfshohl zehn Jahre zuvor.
Eigentlich hatte er ein Grün-Abo: Erik Zabel gewann von 1996 bis 2001 durchgehend das Trikot des besten Sprinters. In Gelb war er 1998 und 2002 jeweils einen Tag lang auf der "Großen Schleife" durch Frankreich unterwegs.
Auch er fuhr bereits zwei Tage in Gelb: Die CSC-Allzweckwaffe Jens Voigt freute sich 2002 und 2005 je einmal über das Trikot. Das Bergtrikot trug er im Übrigen auch schon.
Der erste Deutsche in Gelb war bei der Tour 1932 am Start: Kurt Stöpel trug das Trikot einen Tag lang.
Auch 1938, als die Fahrer ihre Ersatzschläuche noch am Mann trugen, gab es einen Deutschen in Gelb: Willy Oberbeck gewann das Trikot ein Mal.
Für einen Paukenschlag sorgte er bei der Tour 2007: Linus Gerdemann gewann die 7. Etappe in Le Grand-Bornand und schlüpfte für einen Tag in das begehrte Leibchen.
Nun gilt es für Stefan Schumacher: Läuft alles gut, könnte er noch den einen oder anderen Tag in der Gesamtwertung ganz oben stehen - und auch in der deutschen Bestenliste weiter klettern.
Nachdem Vorjahressieger Alberto Contador nicht starten darf, gilt er als heißester Siegkandidat: Der Vorjahreszweite Cadel Evans (Silence-Lotto) - stark am Berg und ein guter Zeitfahrer.
Er empfahl sich bereits mehrfach in diesem Jahr: Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) gewann die Dauphine Libere und den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich.
Nach den Querelen um Michael Rasmussen im letzten Jahr kann sich nun der aktuelle Rabobank-Kapitän Denis Mentschow Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden bei der Tour machen.
Er gewann in diesem Jahr das Amstel Gold Race und verzichtete auf den Giro d'Italia, um alles auf die Tour de France auszurichten : Damiano Cunego (Lampre) fährt auf Sieg.
Mit Jens Voigt, Fabian Cancellara und den Schleck-Brüdern an seiner Seite hat Carlos Sastre (CSC) sicher gute Chancen im Gesamtklassement - wenn auch er sich in starker Form präsentiert.
Deutschen Fahrern werden in diesem Jahr kaum Siegchancen eingeräumt - Markus Fothen vom Team Gerolsteiner hätte immerhin das Zeug, unter die zehn Besten in der Gesamtwertung zu fahren.
Im Kampf um das Grüne Trikot des besten Sprinters gilt Robbie McEwen (Silence-Lotto) als heißer Anwärter. 2006 gewann er das Trikot, im vergangenen Jahr feierte er einen Etappensieg.
Wird er wieder so jubeln? Auch Sprinter Thor Hushovd (Credit Agricole) schielt auf das grüne Leibchen, 2007 gewann er Prolog und Schlussetappe der Tour.
Der Vorjahresträger des Grünen Trikots, Tom Boonen, wurde wegen Kokainmissbrauchs nicht zur Tour eingeladen. So kann sich auch Robert Hunter (Barloworld) Hoffnungen auf das Sprinttrikot machen.
Noch ein Anwärter auf Grün: Auch der dreimalige Weltmeister Óscar Freire (Rabobank) hat gute Chancen.
Kann Erik Zabel (Milram) bei seiner letzten Tour de France noch einmal in den Kampf ums Grüne eingreifen? Die Zielvorgabe seines Teams lautet zumindest so.
Ein weiterer offener Kampf: Wer wird bester Bergfahrer und sichert sich das Gepunktete Trikot? Mauricio Piepoli (Saunier Duval) ist ein Kandidat.
Wenn sich der Vorjahressieger des Bergtrikots Mauricio Soler (Barloworld) in ähnlich starker Form zeigt, wird es aber schwer, an ihm vorbeizukommen.
Auch Frank Schleck (CSC) sollte man auf der Rechnung haben - ebenso wie seinen Bruder und Teamkollegen Andy. Wenn es bei seinem Teamkapitän Carlos Sastre schlecht läuft, hätte er sogar eine Außenseiterchance auf Gelb.

Pfiffe blieben dem Gelben Trikot dieses Mal erspart: Als der reumütige Alberto Contador umringt von 20 Kamera-Teams zum Start der 16. Etappe der Tour de France rollte, hatte sich die feindselige Stimmung ein wenig gelegt. Zuvor hatte der amtierende Tour-Sieger mit einer späten Entschuldigung bei Andy Schleck zur Deeskalation beigetragen.

"Als ich attackierte, hatte Andy ein mechanisches Problem. Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht. Es tut mir leid", sagte der Spanier per Videobotschaft. "In der Phase des Rennens denkt man nur daran, schnell zu fahren. Ich bin nicht glücklich über die Umstände, weil für mich Fair Play sehr wichtig ist."

"L'Equipe" findet deutliche Worte

Das Stimmungsbarometer war allerdings eindeutig. Während bei Contador nur leises Klatschen ertönte, wurde Schleck mit großem Jubel am Start empfangen. Nach seiner Attacke gegen Schleck als diesem gerade die Kette abgesprungen war, wird es für Contador wohl noch eine Weile dauern, bis ihm das kritische französische Publikum verzeiht. Zumal der Spanier direkt nach der Etappe noch abgestritten hatte, von dem Defekt gewusst zu haben.

Der Luxemburger hatte seinen Rivalen dafür harsch kritisiert. Dafür werde er keinen Fair-Play-Preis erhalten, meinte der 25-Jährige und kündigte eine Revanche in den nächsten Tagen an. Das Zentralorgan "L'Equipe" fand deutliche Worte für Contadors verhalten, für das sie in der Leistungsbewertung am Tag danach 0 von 10 Punkten verteilte. "Contador ohne Erbarmen. Contador muss noch erwachsen werden. Er ist noch kurzsichtiger als Armstrong."

"Wut in vernünftigen Angriff kanalisieren"

Der Gescholtene verbrachte die Nacht in Spanien. Als er am Abend eintraf, hätte die Reaktion gegensätzlicher nichts sein können. Contador wurde mit donnerdem Applaus empfangen. Wenige Kilometer weiter nördlich war er auf französischem Boden noch ausgebuht worden, als er sich das Gelbe Trikot übergestreift hatte.

Selbst im Peloton waren die Reaktionen unterschiedlich. Jens Voigt schlug sich auf die Seite seines Teamkollegen Schleck. "Die Bilder sind eindeutig. Er muss ihn gesehen haben, er wäre ihm ja fast hinten rein gefahren", sagte der Berliner. "Da kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Wir müssen sehen, dass wir die Wut von Andy in einen vernünftigen Angriff kanalisieren."

Aldag verteidigt Contador

Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag verteidigte Contador hingegen. "Irgendwann müssen wir auch mal Rennen fahren", sagte der Ex-Profi. "Was hat es Ullrich denn 2003 gebracht zu warten? Anschließend ist ihm Armstrong noch davon gefahren." Jan Ullrich hatte vor sieben Jahren gewartet, als Lance Armstrong auf dem Weg nach Luz-Ardiden stürzte. Der Texaner gewann die Etappe am Ende.

Erstaunlicher als Aldags Position waren da schon die Worte von Schlecks Teamchef Bjarne Riis. "War es möglich für Contador zu warten, als Samuel Sanchez und Denis Mentschow attackierten? Er musste ihnen folgen", sagte der Däne, der Schleck auch noch kritisierte: "Wenn man im Stehen schaltet, muss man vorsichtig sein. Das ist sensibles Material."

Contador könnte Schleck ersetzen

Ein klares Bekenntnis zu seinem Schützling hört sich freilich anders an. Riis' Worte sind ein weiteres Indiz dafür, dass das Tischtuch zwischen ihm und Schleck bereits zerschnitten ist. Schleck wird den Rennstall mit seinem Bruder Frank am Saisonende verlassen und ein neues Team aus seiner Heimat Luxemburg anführen.

In diesem Zusammenhang berichtete die "L'Equipe" über einen ebenso spektakulären wie pikanten Wechsel. Als Schleck-Ersatz ist Contador bei Riis im Gespräch, der jüngst neben dem neuen Geldgeber SunGuard noch einen weiteren Hauptsponsor für sein Team gefunden hatte. Nach Informationen der L'Equipe soll die Fahrradfirma Specialized der zweite Sponsor sein, dessen Nennung Riis verweigerte.

Potente Kasachen schlucken

Specialized rüstet Contadors derzeitiges Team Astana sowie die Riis-Truppe Saxo Bank aus. Außerdem hat die US-Firma einen Privatvertrag mit Contador. Dessen Bruder und Manager Fran sagte, dass man nicht unbedingt bei Astana verlängern werde. "Wir haben aber auch andere Möglichkeiten. Aktuell hat es aber noch keine Verhandlungen gegeben."

Bisher scheiterten wohl alle Gespräche an Contadors stattlichen Gehaltsforderungen. Bei ersten Verhandlungen mit der kasachischen Firma Samruk Kasina soll Contador ein Salär von fünf Millionen Euro pro Jahr aufgerufen haben. Da mussten selbst die potenten Kasachen erst einmal schlucken.

(Stefan Tabeling und Thomas Bachmann, sid, N24)

20.07.2010 15:25 Uhr

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