Drogenkrieg in Mexiko

Gefängnisdirektor schickt Häftlinge zum Morden aus

Gefängniswärter in Mexiko sollen Häftlinge mit Waffen ausgerüstet und auf einen Rachefeldzug gegen rivalisierende Drogenbanden geschickt haben. Insgesamt sollen sie 35 Menschen getötet haben.

Eine mexikanische Gefängnisdirektorin hat Insassen ihrer Anstalt bewaffnet und als Auftragsmörder eingesetzt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft des lateinamerikanischen Landes bekanntgab, töteten die Häftlinge seit Februar wahrscheinlich 35 Menschen. "Die Täter sind vermutlich eine Gruppe von Gefangenen des Gomez Palacios Rehabilitationszentrums, die aus dem Gefängnis gelassen wurden, um mit den Waffen der Wärter diese Hinrichtungen auszuführen", sagte Staatsanwaltschaftssprecher Ricardo Najera.

Auftrags- und Rachemorde

Die Häftlinge hätten die Anstalt über Nacht verlassen dürfen, "um Auftrags-Rachemorde zu verüben, dabei fuhren sie mit Dienstfahrzeugen und benutzten Waffen der Wärter". Diese Vorgehensweise soll bei drei Überfällen in Torreón, einer Industriestadt im nördlichen Bundesstaat Durango, angewendet worden sein: Im Februar waren dort zehn Menschen, im Mai 15 Besucher einer Bar und im Juli 17 Teilnehmer einer Feier erschossen worden.

Spur zum Gefängnis führte über Munition der Wärter

Die Spur zum Gefängnis Gomez Palacios fanden die Ermittler durch Munition an den Tatorten, die aus vier Waffen von Gefängniswärtern abgeuert worden war. Die Überfälle sind Teil eines brutalen Kampfes zwischen rivalisierenden Drogenbanden in Mexiko, durch den seit Dezember 2006 rund 25.000 Menschen starben. Damals entsandte Präsident Felipe Calderón rund 50.000 Soldaten in die nördliche Region.

(AFP, N24)

26.07.2010 10:42 Uhr

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