Fußball und Sommerwetter
GfK-Konsumklima im Höhenflug
Das deutsche Konsumklima hat sich dank einer erfolgreichen Fußball-WM und eines robusten Arbeitsmarktes stark aufgehellt. Allerdings warnt die GfK auch vor drohenden Gefahren für das Klima.
Das GfK-Konsumklima prognostiziert für August einen Wert von 3,9 Punkten, nach revidiert 3,6 (zunächst 3,5) Punkten im Vormonat. Dies teilte das Marktforschungsunternehmen GfK in Nürnberg mit. Ökonomen hatten hingegen nur mit einem Wert von 3,5 Punkten gerechnet. "Die Fußball-Weltmeisterschaft und das sonnige Wetter haben im Juli für gute Laune bei den Verbrauchern gesorgt", sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Besonders deutlich legten im Juli die Konjunkturerwartungen und die Einkommenserwartungen zu. Die Anschaffungsneigung gab zwar leicht nach, liegt aber weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.
Arbeitslosenzahlen weit unterschritten
Diese psychologischen Faktoren seien allerdings nicht ausreichend, um den merklichen Anstieg allein zu erklären, sagte Bürkl. "Die harten Fakten wie der überraschend positive Arbeitsmarkt und das ruhige Preisklima sind weiterhin günstig für den Konsum. Die Voraussetzungen für eine weitere Verbesserung des Konsumklimas in den kommenden Monaten sind also gegeben." So würden Volkswirte im Herbst ein Unterschreiten der Drei-Millionen-Marke bei der Arbeitslosenzahl erwarten. Deutschland sei in der Eurozone das einzige Land, dass im Jahresvergleich eine niedrigere Arbeitslosenquote hat.
Deutsche Wirtschaft erholt sich schnell
Insgesamt erhole sich die deutsche Wirtschaft schneller von der Finanz- und Wirtschaftskrise als ursprünglich erwartet, sagte Bürkl. So war in der vergangenen Woche auch das ifo-Geschäftsklima überraschend und deutlich gestiegen. "Auch bei der Inflation seien keine unliebsamen Überraschungen zu erwarten", sagte Bürkl. So hätten sich die Energiepreise zuletzt moderat entwickelt.
GfK warnt vor Risiken für Konsumklima
Die GfK sieht jedoch auch weiterhin Risiken für das Konsumklima. Diese kämen vor allem von Seiten der Finanzmärkte, sagte Bürkl. "Man sehe an der Sparneigung der Verbraucher, dass das Vertrauen in die Finanzmärkte nach der Finanzkrise noch nicht wieder hergestellt ist." Hier könnte es zu unliebsamen Überraschungen für die Verbraucher kommen. Zudem werde das Konsumklima durch die politische Hängepartie mit Blick auf mögliche Be- und Entlastungen gedrückt.
Als Beispiele nannte Bürkl das Sparpaket der Regierung und die Gesundheitsreform. Sollte diese Verunsicherung anhalten, dann könnte sie zu einer gewissen Konsumzurückhaltung führen. "Verbraucher brauchen wie Unternehmen Planungssicherheit", sagte Bürkl. Dies gelte insbesondere bei größeren Anschaffungen. Das GfK-Konsumklima beruht auf einer Umfrage unter 2.000 Verbrauchern. Diese wird im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt.
(dpa, N24)
27.07.2010 09:00 Uhr





