3D-Aufnahmen vom Wrack
Forscher wollen Titanic virtuell bergen
Forscher aus den USA wollen das Wrack der Titanic auf 3D-Aufnahmen festhalten und Trümmer kartographieren. Die Daten sollen öffentlich gemacht werden, das Schiff dadurch gleichsam virtuell geborgen.
Mit dem Einsatz neuester Technik wollen amerikanische Wissenschaftler das Wrack der "Titanic" virtuell bergen. Im August stechen die Teilnehmer zu einer neuen Expedition in See, um die Überreste des einstigen Giganten zum ersten Mal wissenschaftlich-archäologisch zu erfassen. Anders als bei vorherigen Expeditionen geben sich die Teilnehmer diesmal nicht damit zufrieden, Fotos zu machen oder Porzellan und Schuhe vom Meeresgrund aufzusammeln. Sie wollen mit neuester Technik ein dreidimensionales Modell des Schiffswracks anfertigen. Außerdem wollen sie das drei mal fünf Kilometer große Trümmerfeld kartografieren. Alle Daten und Bilder sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Am 18. August wollen die Teilnehmer an Bord des Forschungsschiffs "RV Jean Charot" von Neufundland aus zu der 20-tägigen Reise auslaufen. Mit an Bord werden sie drei Tauchboote mit neuester Sonar-, Akustik- und Filmtechnik haben. "Wir werden Dinge sehen, die man zuvor nicht gesehen hat", sagt Bill Lange vom Ozeanografischen Institut Woods Hole in den USA. "Die Technik hat in den vergangenen 25 Jahren wirklich Fortschritte gemacht." Doch auch die Aufgaben, die sich die Forscher stellen, sind neu. "Zum ersten Mal werden wir das Wrack wie eine archäologische Fundstätte behandeln" sagt David Gallo, Expeditionsleiter des Instituts, der Nachrichtenagentur AP. "Dabei haben wir zwei Anliegen. Zum einen wollen wir die Geschichte der 'Titanic' vervollständigen und zum anderen wollen wir verstehen, in welchem Zustand sie sich befindet."
"Wirklich aufregende Geheimnisse"
Die anstehenden Tauchgänge sollen dazu dienen festzustellen, wie stark die Strömung, das Salzwasser und der enorme Druck dem Wrack zugesetzt haben. "Wir hören all die Geschichten darüber, dass das Schiff wegrostet und in sich zusammenfällt", sagt Gallo. "Aber niemand weiß wirklich, wie es aussieht." Die letzte Expedition zur "Titanic" fand im Jahr 2004 statt. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stark der Verfall voranschreitet, wollen die Forscher den aktuellen Zustand mit älteren Bildern vergleichen.
Bezahlt wird die Expedition von der Firma RMS Titanic, die die exklusiven Bergungsrechte am Wrack hält. Wie teuer die Forschungsreise genau ist, will der Präsident der Firma, Chris Davino, nicht sagen. Mehrere Millionen seien es aber schon. "Wir glauben, dass da unten noch eine ganze Reihe von wirklich aufregenden Geheimnissen schlummern, die darauf warten, entdeckt zu werden. Es ist eine Herausforderung für uns, dass beträchtliche Teile des Wracks noch nie richtig untersucht wurden", sagt er. "Wir stehen gerade erst am Anfang einer ganzen Welle von ernsthaften, archäologischen Expeditionen zur Titanic."
(APN, N24)
27.07.2010 21:07 Uhr








