Formel 1 - Saison 2012: Alle Siege, Punkte und Pole-Positions
 

Formel 1: GP von Ungarn

Vettel hofft auf Puszta-Rennen

Mit dem Ungarn-Rennen verabschiedet sich die Formel 1 in den Urlaub. Von Ferienstimmung keine Spur. Der Titelkampf wird immer enger - und von der Stallorder-Affäre um Ferrari noch weiter angeheizt.

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Diese Serie will Vettel unbedingt erfolgreich beenden, schon allein wegen der Trophäe. "Es gibt sehr schöne Pokale aus Porzellan."
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Der erste werkseigene Silberpfeil seit 55 Jahren ist da. Der Neue nennt sich MPG W01 und wird von keinem Geringeren als …
… dem siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher gefahren. Sein Partner: Nico Rosberg. Bei der Vorstellung des Boliden von Mercedes-GP, dem Nachfolge-Rennstall von Brawn-GP, grinste Schumi vergnügt in die Kameras.
Auch Nico Rosberg war gut gelaunt und sichtlich stolz auf den neuen Rennwagen, der diesmal mattsilber und mit …
… einer auffällig höckerförmig geschwungenen Nase, ähnlich wie beim erfolgreichen Red Bull der vergangenen Saison, daherkommt.
Auf die auffällige Flosse, wie bei McLaren, Renault und Sauber, haben die Aerodynamik-Strategen bei Mercedes verzichtet.
Mit einem völlig neuen Auto wollen Schumis Erben dem Rekord-Weltmeister das Comeback so schwer wie möglich machen. Der neue McLaren namens ...
... MP4-25 unterscheidet sich von allen anderen Boliden der Rennsaison. Das scheint dem Weltmeister-Duo Jenson Button und ...
... Lewis Hamilton (r.) zu gefallen. McLaren fährt zwar auch in diesem Jahr mit einem Mercedes-Motor, doch anders als bei der Konkurrenz ...
... ist die Motorabdeckung von der Airbox gerade nach hinten gezogen, ...
... die Lufteinlässe an den Seitenkästen fallen kantig aus, ...
... im Gegensatz zum Vorjahr hat der MP4-25 eine höhere Nase und ...
... der Bereich hinter dem Fahrer ist wegen des größeren Beinzintanks bulliger geworden.
Lange war ungewiss, ob es dieses Auto geben wird. Doch Sauber geht mit dem C29 an den Start - und das ganz in weiß.
Pedro de la Rosa (l.) und Kamui Kobayashi werden ein Auto der neuen F1-Generation fahren. Auffällig sind die hohe schlanke Nase, ...
... die tief gezogenen Seitenkästen und die riesige Airbox. Der Rennwagen wurde zwar noch in der BMW-Ära entwickelt, besitzt aber ...
... einen Motor und ein Getriebe von Ferrari - wie in früheren Zeiten auch.
Angriffslustig präsentiert sich Ferrari. Der italienische Rennstall hat seinen Boliden im Internet vorgestellt. Schlanker und aggressiver ...
... sieht der neue F10 aus, mit dem die Scuderia dem verlorenen Sohn Michael Schumacher den Kampf ansagt.
Die Oberkante des Cockpits ist höher als bisher.
Wegen des Nachtankverbots besitzt der neue Ferrari F10 einen doppelt so großen Tank.
Zudem hat der neue Bolide - wie der Red Bull 2009 - eine Mulde in der Nase und deutlich mehr weiße Elemente.
Nachdem die Radkappen für die Saison 2010 verboten wurden, kommen die Felgen wieder zum Vorschein.
Im Vergleich mit dem Vorjahresmodell F60 (oben) erkennt man, dass der neue F10 eine schmalere Hüfte besitzt und länger gezogen ist.
Von vorne fallen vor allem die bauchigen Seitenkästen auf. Außerdem wurde die Form der Heckflügel verändert.
Die Nase des F10 ist deutlich breiter und höher aufgehängt, damit die Luft darunter besser hindurchfließen kann.
Durch den Kontrast in der Farbgebung wirkt die breite und hohe Nase wesentlich eleganter.
Auch die "Jungfrau" wurde im Internet enthüllt: Kein Wunder, das Auto von Formel-1-Einsteiger Virgin ... (im Bild: Fahrer Timo Glock, M., mit Kollege Lucas di Grassi, l., und Testfahrer Luiz Razia)
... stammt komplett aus dem Computer, auf Versuche im Windkanal hat der Rennstall verzichtet. Stattdessen wurde nach Reglement gebaut. Davon zeugen ...
... beim VR-01 der größere Tank und die schmaleren Vorderreifen. Beim Motor haben die Engländer auf Cosworth zurückgegriffen.
Toro Rosso tritt in der Formel-1-Saison 2010 erstmals mit einem selbst gebauten Auto an. Denn das Team kann nicht mehr auf die Erfahrungen von Red Bull zurückgreifen.
So ist es nicht verwunderlich, dass der neue STR5 dem alten RB5 ähnelt. Klingt nicht schlecht, denn der RB5 war das schnellste Auto des Vorjahres.
Ein Déjà-vu erlebt Fahrer Jaime Alguersuari schon bei der Entennase mit den Höckern. Kopiert sind auch ...
... die Seitenkästen und der Frontflügel. Neu ist dagegen die Aufhängung des Flügels. Die Pylonen setzen weit hinten an der Nase an und reichen weit nach vorne.
Im Gegensatz zu Toro Rosso setzt Williams auf ein komplett neues Auto. Der FW32 soll vor allem aerodynamisch deutlich besser sein. Völlig anders ...
... sind die Seitenkästen gestaltet. Sie setzen vorne höher an und fallen nach hinten sehr stark ab. Neu ist auch ...
... die Nase. Sie ist viel höher als in der vergangenen Saison. Das hat sich Williams wohl von Red Bull abgeschaut. Das Team war damit 2009 sehr erfolgereich.
Erinnerungen werden auch beim neuen Renault wach. Der neue R30 ist in klassischem Gelb und Schwarz lackiert. Da denkt man ...
Das Force-India-Team um die Fahrer Adrian Sutil (v.l.) und Vitantonio Liuzzi will mit dem VJM03 auf Punktejagd gehen. Auch dieser Rennstall hat sich .... (im Bild auch Ersatzfahrer Paul Di Resta, r.)
... für eine nüchterne Präsentation im Internet entschieden. Der VJM03 erinnert stark an den Vorgänger. Die Nase steht wieder hoch im Wind. Neu sind ...
... die zwei seitlichen Höcker. Vom alten Flitzer ist auch die zum Heckflügel hin verlängerte Motorhaube.
Leichte Retuschen gab es an der Aufhängung des Frontflügels und am Flügel selbst.
... sofort an die Formel-1-Anfänge von Renault in den 70ern zurück. Nicht nur die Lackierung ist traditionell, auch der Rest scheint nicht wie ein Auto der 2010er-Generation.
Das liegt vor allem an seiner relativ niedrigen Nase und den fülligen Seitenkästen. Es kann aber sein, dass die Franzosen die Konkurrenz täuschen wollen. Denn dieses Auto ist nur ein Showcar.
Das Modell scheint jedenfalls auf Diät gesetzt worden zu sein. Schlanker als der Vorgänger kommt der R30 daher. Die größte Veränderung ...
... wurde bisher an der Heckpartie vorgenommen, um das Konzept des "Doppeldecker"-Diffusors umsetzen zu können. Mal sehen, ob das so bleibt. Fans dürfen also auf den Saisonauftakt in Bahrain gespannt sein.
Als letzter potenzieller Titelanwärter hat das Red-Bull-Team mit Vize-Weltmeister Sebastian Vettel sein Auto für die nächste Formel-1-Saison präsentiert.
Im südspanischen Jerez enthüllten Vettel und sein australischer Teamkollege Mark Webber den neuen RB6.
Der Bolide ist erneut mit einem Renault-Motor ausgestattet und ähnelt sehr dem erfolgreichen Vorläufermodell.
Helmut Marko, der Motorsportbeauftragte bei Red Bull, erklärte: "Revolution ist es keine, aber das Gesamtpaket wird, glaube ich, sehr, sehr gut sein. Wir blicken optimistisch auf diese Saison."
Größter Unterschied des RB6 zu 2009 ist offenkundig die völlige Integration des mehrstöckigen Diffusors ins Gesamtkonzept, ...
... die schon bei der Frontpartie beginnt.
Glamouröse Premiere für diesen Formel-1-Neuling: Lotus, bekannt als britischer Traditionsrennstall, versucht sich neu unter malaysischer Flagge.
Anders als andere Rennställe ist der neue Bolide ...
... in London mit einem Festakt vorgestellt worden. Der T127 behält ...
... die traditionellen Lotus-Farben der 50er und 60er Jahre, grün und gelb, bei. Ansonsten erinnert er an den Toyota des Vorjahres.
Motortechnisch steckt im T127 wie auch im neuen Virgin ein Cosworth CA2010-Motor. Die stärkste Konkurrenz liegt damit auf der Hand.
Unglaublich: Sebastian Vettel kann es selber nicht fassen. Der 21 Jahre alte Heppenheimer gewann mit seinem Toro Rosso den Formel-1-Grand-Prix von Italien in Monza.
Dabei hatte sich diese Überraschung bereits im Training...
... und später dann auch im Qualifying angedeutet.
Vettel, der auch "Baby-SchumI" ob seines fahrerischen Könnens und seines noch jungen Alters genannt wird, raste beim Qualifying auf die Pole Position.
Es war die erste Pole seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Entsprechend groß fiel der Jubel und die Freude darüber aus.
Mit seinem Toro Rosso bildete Vettel in den Regenschauern von Monza eine Renneinheit, die die Muskeln spielen ließ. Ansonsten zählt der Toro Rosse nicht zu den schnellsten Boliden im Formel-1-Zirkus.
Vettel fand es bereits "unglaublich", vom Startplatz eins ins Rennen zu gehen.
Da spielte es auch keine Rolle, dass aufgrund des starken Regens, das Rennen mit einer Pacecar-Phase begann und nicht mit einem "regulären" Start.
In den 53 Runden von Monza zeigte Vettel dann sein fahrerisches Talent...
... und ließ der Konkurrenz keine Chance. Die sah zumeist nur das rote Rücklicht von Vettels Toro Rosso.
Am Ende überfuhr der 21-Jährige Hesse die Ziellinie als Erster.
Vettels erster Sieg bei einem Formel-1-Rennen war auch der erste Triumph für sein Team Toro Rosso. Dementsprechend groß fiel auch der Jubel an der Box aus.
Am meisten freute sich aber Vettel selbst: "Phänomenal" und "unbeschreiblich".
Toro-Rosso-Teamchef Berger freute sich mit seinem deutschen Schützling.
Vettel teilte sich "sein" Podium mit dem McLaren-Mercedes-Piloten Kovolainen (l.) und dem BMW-Fahrer Kubica (r.).
Vettel bekam aber die größte Trophäe.
Zum ersten Mal in dieser Formel-1-Saison erklang zudem die deutsche Nationalhymne für einen Fahrer: Vettels Sieg war der erste eines deutschen Piloten in diesem Jahr.
Wie im Rennen zeigte Vettel auch bei der obligatorischen Champagner-Duscher sein großes Talent.
Ein kleiner Schluck war natürlich auch für den 21-Jährigen selbst drin.
Das verstanden auch die Fans in seinem Heimatort Heppenheim.
Was kommt nun?

Ferrari am Pranger, Sebastian Vettel unter Druck und Mercedes in Not: Beim Formel-1-Ausflug in die Puszta ist für reichlich Würze gesorgt. "Uns ist egal, was bei den anderen Teams passiert, wir müssen uns auf uns konzentrieren und zurückschlagen", sagte der WM-Vierte Vettel vor dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag.

Aufregung um Ferrari kommt Vettel gerade recht

Ganz recht war dem Red-Bull-Piloten aus Heppenheim daher die Aufregung um Ferrari nach dem Überholskandal von Hockenheim. "Wir hatten bei uns schon viel Trubel in diesem Jahr, da ist es gut, mal nicht im Rampenlicht zu stehen", erklärte der 23-Jährige. Die Scuderia fährt hingegen beim letzten Rennen vor der Sommerpause auf Bewährung. Die offensichtliche Stallorder hat den Spanier Fernando Alonso zwar zurück ins Titelrennen gebracht, doch das italienische Traditionsteam muss nun eine harte Strafe des Weltverbands fürchten und hat viele Sympathien verspielt. "Die Interessen des Teams gehen vor", betonte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo trotz aller Empörung.    

Schwerer Schlag für Massa

Ein schwerer Schlag auch für Felipe Massa, der nun zur Nummer zwei degradiert an seinen Schicksalsort Budapest zurückkehrt. Dort stand er vor einem Jahr nach einem Horror-Crash vor dem Karriere-Aus, ehe er sich mühsam zurückkämpfte - um nun von Ferrari eingebremst zu werden. "Die wichtigste Nachricht ist doch, dass wir wieder aufgeschlossen haben", befand Alonso ungerührt und versicherte trotzig: "Jeder Sieg ist etwas Besonderes." 

Der dubiose Erfolg in Hockenheim nach dem verdächtig einfachen Überholmanöver gegen Massa brachte den zweimaligen Weltmeister in der Gesamtwertung bis auf 34 Zähler an Spitzenreiter Lewis Hamilton (157 Punkte) heran. Damit hat auch Vettel, der mit 136 Zählern hinter Titelverteidiger Jenson Button (143) und seinem punktgleichen Teamkollegen Mark Webber rangiert, Alonso wieder im Rückspiegel. "Im Hinblick auf die Meisterschaft mache ich mir aber keine Sorgen", beteuerte die letzte deutsche WM-Hoffnung.    

Mercedes weiter mit großen Sorgen

Groß sind die Sorgen indes bei Mercedes. Für Rekordchampion Michael Schumacher und Nico Rosberg ist der WM-Zug schon zur Saisonmitte abgefahren. Der launische Silberpfeil macht immer neue Probleme, zu oft funktionieren neuentwickelte Teile nicht wie gewünscht. "Wir müssen weiterhin ruhig bleiben, alle Details genau anschauen und unsere Leistung gut analysieren", mahnte Schumacher. Für das Werksteam des schwäbischen Autobauers gilt es in den verbleibenden acht Rennen der Debütsaison, zumindest Platz vier in der Konstrukteurswertung und die damit verbundenen Millionen- Einnahmen zu sichern.    

McLaren ist zu langsam

Auch in diesem Klassement liegt derzeit McLaren ganz vorn - nicht zuletzt dank der zuverlässigen Mercedes-Motoren. Doch Hamilton und Button werden zunehmend nervös, weil das Entwicklungstempo bei McLaren zuletzt ins Stocken geriet. "Wir sind nicht schnell genug, also müssen wir einen besseren Job machen", warnte Hamilton seine Ingenieure. Immerhin hat McLaren zuletzt dreimal hintereinander auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaroring gewonnen, 2007 und 2009 siegte Hamilton. Diese Serie will Vettel am Sonntag unbedingt beenden, schon allein wegen der Trophäe. "Es gibt sehr schöne Pokale aus Porzellan. Es wäre schön, davon einen mitzunehmen", sagte der Hesse keck.

(Christian Hollmann, dpa, N24)

28.07.2010 11:13 Uhr

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