"Er will zu Real"

VfB will Khedira ziehen lassen

Zwischen Real und Sami Khedira ist alles geklärt, der Wechsel könnte über die Bühne gehen. Doch es fehlt noch das Okay des VfB Stuttgart. Fredi Bobic signalisiert nun Gesprächsbereitschaft.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Sami Khedira will zu Real Madrid. Real Madrid will, dass er kommt. Und der VfB? Der will von Real Madrid dafür angemessen entlohnt werden.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Der Wechsel von Fußball-Weltstar Raúl González Blanco zum deutschen Vizemeister Schalke 04 ist perfekt. Der 33 Jahre alte Stürmer, ...
.. der bei Real Madrid Legendenstatus besitzt, einigte sich mit den Königsblauen auf einen Zweijahresvertrag.
Kurz zuvor feierte der 102-malige spanische Nationalspieler unter Tränen seinen Abschied von Real Madrid, dem Verein, dem er 18 Jahre lang treu war.
"Raúl hat die Legende von Real Madrid maßgeblich geformt. Er ist eines der größten Symbole unseres Klubs", lobte Präsident Florentino Pérez. Wegen seiner Verdienste um den Club ließ Spaniens Rekordmeister seine Ikone ein Jahr vor Vertragsende ziehen.
"Eine großartige Nachricht für den FC Schalke 04!" freute sich Schalke-Trainer und Manager Felix Magath über den Neuzugang. Raúl ist unbestritten der größte Star ...
... in der Schalker Vereinsgeschichte. Der Vater von fünf Kindern, der auch bei den Königsblauen seine langjährige Rückennummer sieben tragen wird, ...
... spielte seit 1992 für Madrid und erzielte in 550 Ligaspielen 228 Tore. Allein in der Champions League traf er 66 Mal ins Netz.
Seine ersten größeren Schritte auf dem Fußballplatz machte Raúl noch in der Jugendabteilung von Atletico Madrid - weil sein Vater Pedro, ein Elektriker, großer Fan war. Zuvor kickte der spätere Weltstar an seinem Geburtsort im tristen Madrider Süden.
Nach der Auflösung von Atleticos Jugendabteilung begann 1992 die große Liebe zwischen den Königlichen und der legendären Nummer 7. Alles an Raúl ist Real, ...
... sogar seine Ehefrau, Ex-Model Mamen: Ihr Vater ist der ehemallige Real-Präsident Lorenzo Sanz. Das Paar ist seit 1999 verheiratet, ...
... seinen Ehering küsst der Ausnahmestürmer nach jedem Treffer.
Zu "Madrids Kapitän für immer" kürte ihn die spanische Sportzeitung "AS".
Das Konkurrenz-Blatt "Marca" forderte sogar, die Rückennummer 7 nicht mehr zu vergeben und ins Museum zu hängen.
Sechsmal war Raúl spanischer Meister, gewann 1998, 2000 und 2002 die Champions League sowie 1998 und 2002 den Weltpokal. Nur ein großer Titel mit der Nationalmannschaft ...
... blieb ihm verwehrt. Bei den spanischen Triumphen bei der EM 2008 und der WM stand der 102-malige Nationalspieler, mit 44 Toren Rekordschütze, nicht mehr im Kader.
In der vergangenen Saison gehörte Raúl auch in der Primera División nicht mehr zur ersten Wahl. Dennoch kam er noch auf insgesamt 40 Einsätze in allen Wettbewerben.
Für die kommende Saison unter Reals neuen Trainer José Mourinho drohte dem Ausnahmesportler erneut eine Reservistenrolle. Bei Schalke gehört Raúl nun wieder zum Stammkader.
Durch den Wechsel in die Bundesliga erhofft er sich außerdem, einen letzten Traum vor Beendigung seiner aktiven Fußballkarriere zu erfüllen: Rekordtorschütze in der Champions League zu werden.
Bislang liegt er mit 68 Toren gemeinsam mit dem Italiener Filippo Inzaghi an der Spitze. Schalke soll er in der Königsklasse die nötige Durchschlagskraft verleihen.
Für zwei Jahre in der Bundesliga soll der Rekordtorschütze der spanischen Nationalmannschaft vier Millionen Euro per annum erhalten. Laut "Bild"-Informationen legt Real noch einmal zwei Millionen pro Jahr drauf.
Denn nach seinem Intermezzo in Deutschland soll das spanische Fußball-Idol nach Madrid zurückkehren und eine neue Funktion beim Rekordmeister übernehmen.
Der Umzug nach Deutschland ist kein leichtes Unterfangen für den 33-Jährigen. Immerhin haben er und seine Frau (l.) fünf gemeinsame Kinder. Statt im Ruhrgebiet wird sich die Großfamilie wohl im Düsseldorfer Nobelviertel Oberkassel niederlassen.
Dort sollen die zwei Ältesten - Jorge (10) und Hugo (7) - die internationale Schule besuchen. Außer Töchterchen Maria (8 Monate) sind alle vier Söhne des Paares nach legendären Fußballspielern benannt.
In Gelsenkirchen erwartet ihn auch ein alter Bekannter: Christoph Metzelder, der ebenfalls gerade ins Schalker Team wechselte, spielte drei Jahre lang an Raùls Seite bei Real. Metzelder soll auch nicht ganz unschuldig an dem Wechsel des Spaniers sein.
"Heute fängt mein neues Leben an", so Raúl zu seiner Verabschiedung. "Ich will eine andere Art von Fußball und eine andere Kultur erleben. Das ist eine wichtige Herausforderung in meinem Leben."
Video: Jogi Löws Zukunft offen - Wechsel-Angebote um begehrte WM-Spieler

Fußball-Nationalspieler Sami Khedira hat sich für einen Wechsel vom VfB Stuttgart zu Real Madrid entschieden. "Wir sind uns mit Real einig", sagte sein Berater Jörg Neubauer und bestätigte entsprechende Medienberichte. "Wenn der größte Verein der Welt mit einem der wohl besten Trainer der Welt anruft, dann muss man sich Gedanken machen. Das spricht nicht gegen den VfB, sondern für Real."

"Ja, Khedira hat uns mitgeteilt, dass er zu Real will", sagte der neue VfB-Manager Fredi Bobic der "Bild"-Zeitung. "Jetzt müssen wir eine Lösung finden. Ich weiß, dass er den VfB im Herzen trägt, aber Real ruft nicht jeden Tag an." Zur geplanten Laufzeit des Vertrages zwischen Khedira und dem spanischen Rekordmeister machte Neubauer keine Angaben. "Solange sich Stuttgart und Madrid nicht einig sind, werden wir uns dazu nicht äußern. Samis Vertrag beim VfB läuft ja noch bis 2011."

Noch keine Einigung mit Real

Bei einem Transfer im nächsten Jahr wäre der VfB leer ausgegangen. Für den 23-jährigen Mittelfeldspieler, der bei der Weltmeisterschaft in Südafrika als Ersatz für Michael Ballack ein starke Vorstellung bot und ein Wunschspieler des neuen Real-Trainers José Mourinho ist, soll der schwäbische Bundesligist eine Ablöse von mehr als zwölf Millionen Euro verlangen.

"Wir sind mit Real in Gesprächen, eine Einigung ist aber noch nicht in Sicht", sagte VfB-Sportdirektor Jochen Schneider den "Stuttgarter Nachrichten". Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" sprechen die Clubs zudem über Sondervereinbarungen im Rahmen des Transfers. So sei Real bereit, einen seiner Profis an Stuttgart auszuleihen. Der VfB sehe allerdings keinen Spieler bei den "Königlichen", der die Elf auf den Außenbahnen verstärken würde. Dort spricht Trainer Christian Gross von akutem Handlungsbedarf.

"As": "Wechsel ist eine Tatsache"

Khedira war erst am Dienstagabend aus dem Urlaub zurückgekehrt und soll dem VfB telefonisch seinen Entschluss mitgeteilt haben. Schneider weilte am Donnerstag noch in Norwegen, wo der VfB am Abend das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League bei Molde FK bestreitet. Bobic hatte am Mittwoch auf ein bevorstehendes Gespräch mit Khedira nach der Dienstreise hingewiesen, in dem der Spieler seine Zukunftsvorstellungen darlegen soll.

Die spanische Sportzeitung "As" hatte zuvor gemeldet, dass sich die "Königlichen" mit den Stuttgartern über den Transfer einig sind und geschrieben: "Sein Wechsel zu Real Madrid ist eine Tatsache." Khedira habe seine Gehaltsforderungen von ursprünglich sieben Millionen Euro im Jahr heruntergeschraubt. Der Deutsch-Tunesier könnte bei Real im Mittelfeld neben Brasiliens Star Kaká und Spaniens Weltmeister Xabi Alonso spielen.

Khedira-Wechsel würde Neuzugänge ermöglichen

"Es ist natürlich sehr schade, so einen Spieler wie Khedira zu verlieren. Das gilt vor allem auch für seine Persönlichkeit", sagte Bobic in einem Interview auf sport1.de. "Vom Sportlichen her können wir den Verlust einigermaßen auffangen. Wir haben ja drei A-Nationalspieler mit Kuzmanovic, Träsch und Gentner auf der Sechser-Position. Wir haben großes Vertrauen in die drei." Der Nachfolger von Horst Heldt zeigte Verständnis für Khediras Entscheidung: "So ein Angebot von Real Madrid bekommt man nicht oft. Es ist, glaube ich, auch eine sehr positive Sache für den VfB, wenn ein Spieler zu Real Madrid wechselt. Das zeigt, dass wir hier gute Spieler haben."

Sollte der Wechsel wie erwartet perfekt gemacht werden, hätte der VfB mehr Spielraum bei den von Gross gewünschten Neuverpflichtungen. Auf der Liste des Schweizers stehen Philipp Degen vom FC Liverpool für die Position rechts hinten in der Viererkette sowie André Ayew (Olympique Marseille) oder Ibrahima Traoré (FC Augsburg) für die offensiven Außenbahnen. Auch am Ungarn Balazs Dzsudzsak (PSV Eindhoven) sollen die Stuttgarter interessiert sein.

(Matthias Jung und Ulrike John, dpa, N24)

29.07.2010 11:57 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Sport