70 Prozent mehr Gewinn
Merck profitiert vom LED-TV-Boom
Die große Nachfrage nach modernen LED-TV-Geräten füllt auch die Kasse des deutschen Chemiekonzerns Merck , der dafür die Flüssigkristalle liefert. Der Gewinn stieg zuletzt um satte 70 Prozent.
Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat nach einem starken zweiten Quartal seine Erwartungen für das Gesamtjahr deutlich hochgeschraubt. Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 15,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie das DAX-Unternehmen in Darmstadt mitteilte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 186,9 Millionen Euro, 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Ergebnisse verdeutlichten, "dass das erste Quartal kein einmaliger Ausreißer nach oben war, sondern den Kurs für das Gesamtjahr anzeigte", sagte Konzernchef Karl-Ludwig Kley.
Angesichts der Zahlen werde - den Biotech-Ausrüster Millipore eingeschlossen - für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von 21 Prozent erwartet. Das operative Ergebnis werde voraussichtlich um 90 Prozent steigen, hieß es. Merck hatte den US-Konzern Millipore vor rund zwei Wochen übernommen. Die neue Tochter soll im zweiten Halbjahr nach Schätzungen rund 670 Millionen Euro abwerfen.
Gute Geschäfte mit LCD-Kristallen
Grund für die Zuversicht ist die glänzende Entwicklung des Bereichs Pharma sowie des Geschäfts mit Flüssigkristallen. Die Einnahmen in dieser Sparte erreichten von April bis Ende Juni mit einem Zuwachs von 50 Prozent einen Rekordwert von 284 Millionen Euro. Die aktuellen Flüssigkristalle würden vor allem von Herstellern der neuen Fernsehgeräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung verwendet, hieß es. Die Substanzen böten eine bessere Qualität von bewegten Bildern, höheren Kontrast und schnellere Schaltzeiten.
Im Bereich Pharma verbuchte Merck ein Einnahmeplus von 9,9 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro. Die Sparte erzielte damit 71 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Merck beschäftigte Ende Juni nach eigenen Angaben weltweit rund 34.000 Mitarbeiter, 941 Menschen mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg sei größtenteils auf die Erweiterung des China-Geschäfts zurückzuführen, hieß es.
(APN, N24)
29.07.2010 16:20 Uhr





