Gewinn versechsfacht

Motorola-Comeback dank Smartphones

Die Zeiten eines schwachen Handy-Geschäfts scheinen für Motorola überwunden. Der US-Konzern konnte dank profitabler Smartphones seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum versechsfachen.

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Mit seinen Android-Smartphones trifft Motorola den Geschmack der Kunden und kann sogar dem Branchenprimus Apple Marktanteile abluchsen.

Motorola hat in seinem lange verlustreichen Handygeschäft die Wende geschafft. Vor allem die Smartphones verkauften sich bestens und sorgten für einen ordentlichen Gewinn in der Sparte wie im gesamten Unternehmen. "Wir sind in einer guten Position, unseren Marktanteil im schnell wachsenden Smartphone-Markt auszubauen", sagte Co-Konzernchef Sanjay Jha in Schaumburg im US-Staat Illinois. Motorola konnte seinen Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 162 Millionen Euro versechsfachen. Alle Sparten arbeiteten profitabel. Das Kunststück gelang dem Unternehmen trotz eines leicht rückläufigen Umsatzes von 5,4 Milliarden Dollar. Vor allem die Empfangsboxen fürs Kabelfernsehen spülten weniger Geld in die Kasse. Dagegen legte das Firmenkunden-Geschäft zu.

Motorola wurde im zweiten Quartal zwar insgesamt weniger Handys los als noch zu Jahresbeginn. 8,3 Millionen Stück lieferte das Unternehmen aus. Doch darunter befanden sich rekordverdächtige 2,7 Millionen der besonders lukrativen Smartphones. Dazu gehört auch das neue Motorola-Flaggschiff Droid X - hier konnte der Hersteller nach Meinung von Experten dem Konkurrenten Apple mit seinem iPhone einige Kunden abspenstig machen. Motorola nutzt das Android-Betriebssystem von Google und feiert damit seit einiger Zeit Erfolge.

Zwischenzeitlich hatte es düster für die Handysparte ausgesehen. Nach dem gigantischen Erfolg des Razr fehlte es an einem Nachfolger. Immer wieder wurde über einen Verkauf der ganzen Sparte spekuliert. Nun gliedert Motorola das Handygeschäft zusammen mit den Kabelfernseh-Boxen in ein eigenes Unternehmen aus, das den Privatkundenmarkt bedienen soll. Übrig bleibt das Firmenkunden- Geschäft mit Barcode-Scannern, Funketiketten-Lesegeräten, Rundfunktechnik und Sicherheitssystemen. Das vierte Standbein, die Mobilfunk-Netzwerktechnik, hat Motorola erst gerade für 1,2 Milliarden Dollar an den finnisch-deutschen Spezialisten Nokia Siemens Networks verkauft.

(dpa, N24)

29.07.2010 21:30 Uhr

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