Dumpingvorwürfe

Commerzbank setzt sich zur Wehr

Mehrere Genossenschaftsbanken sammeln Beweise gegen die staatlich gestützte Commerzbank, um ihr ruinösen Wettbewerb vorzuwerfen. Das beschuldigte Institut wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

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Ist es gerecht, dass die Commerzbank Staatshilfen in Anspruch nimmt und zugleich mit Geldgeschenken um Neukunden wirbt?

Die Commerzbank wehrt sich gegen Vorwürfe, sie verschaffe sich mit Steuergeldern Wettbewerbsvorteile. Konkurrenten begründeten eigene Kundenverluste damit, "dass die staatlich gestützte Commerzbank mit Dumping-Konditionen im Privatkundengeschäft auf Kundenfang gehe. Aber erstens gewinnen Sie allein mit niedrigen Preisen dauerhaft keine Kunden. Und zweitens können wir aufgrund der EU-Auflagen solche Preise überhaupt nicht nehmen", erklärte Commerzbank-Privatkundenvorstand Achim Kassow in einem Interview von "Frankfurter Rundschau" und "Berliner Zeitung".

Im Juni war bekanntgeworden, das Genossenschaftsbanken Beweise sammeln, um der Commerzbank ruinösen Wettbewerb nachzuweisen - von "Kampfpreisen" war die Rede. Die Commerzbank wirbt beispielsweise mit Prämien von 50 bis 100 Euro für die Konteneröffnung. Das Geldinstitut hatte in den Jahren 2008 und 2009 - kurz nach der Übernahme der angeschlagenen Dresdner Bank - über den Bankenrettungsfonds staatliche Hilfen von 18,2 Milliarden Euro in Anspruch genommen.

Kassow betonte das Bemühen der Bank um gute Beratung. Die seit Jahresbeginn verpflichtenden Beratungsprotokolle schafften zwar Transparenz, verbesserten aber die Beratungsqualität nicht. "Das müssen wir schon selbst leisten." Der Privatkundenchef räumte ein, dass es bei den von Mitarbeitern der übernommenen Dresdner Bank im großen Stil verkauften Zertifikaten der inzwischen insolventen US-Bank Lehman Brothers Beratungsfehler gegeben haben könnte: "Natürlich können wir nicht ausschließen, dass es in Einzelfällen zu Fehlern gekommen ist. Aber das muss individuell geprüft werden", sagte Kassow.

(dpa, N24)

30.07.2010 10:35 Uhr

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