"Eine Woche verloren"

Griechenland versinkt im Benzin-Chaos

Als wäre die Wirtschaftskrise nicht genug - in Griechenland streiken Last- und Tankwagenfahrer. Darunter leidet vor allem die Tourismusbranche, die eigentlich jetzt ihren Höhepunkt erreicht.

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Griechenland steckt in der Krise - erst muss die EU helfen, um den Staatsbankrot abzuwenden, nun streiken Lastwagenfahrer und behindern die Tourismusbranche.
Video: Benzin-Chaos - Streik der LKW-Fahrer lähmt Griechenland
Video: Griechenland - Benzin wird knapp

Der Streik der Last- und Tankwagenfahrer sorgt in Griechenland weiter für massive Versorgungsengpässe. Trotz des Einsatzes der Armee bei der Treibstofflieferung mussten nach Behördenangaben am Samstag viele Tankstellen im ganzen Land geschlossen bleiben. Vor allem die griechische Tourismusbranche leidet unter dem Streik.

Der Präsident der griechischen Handelskammer, Vassilis Korkidis, sagte dem Fernsehsender Net, der seit vergangenem Sonntag andauernde Ausstand treffe das Land "auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison". "Wir haben nun eine ganze Woche verloren", sagte Korkidis.

Probleme auf Kreta und Chalkidiki

In Athen hatten etwa 15 Prozent der Tankstellen Treibstoff. Auf den Touristeninseln Rhodos, Paros, Naxos und Chios hatte sich die Situation erheblich verbessert, berichtete der staatliche Rundfunk. Dagegen gab es noch erhebliche Probleme in Nordgriechenland und vor allem auf der touristischen Halbinsel Chalkidiki sowie in einigen Regionen der Insel Kreta.

In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es am Freitagabend zu Auseinandersetzungen zwischen streikenden Lastwagenbesitzern und der Polizei. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Hunderte Urlauber ließen nach Medienberichten ihre Mietautos stehen, weil ihnen der Treibstoff ausgegangen war.

Armee versorgt Flughäfen und Krankenhäuser

Die Last- und Tankwagenfahrer hatten am Freitag beschlossen, ihren Streik unbefristet fortzusetzen. Die griechische Regierung hielt daraufhin eine Krisensitzung ab und ordnete den Einsatz des Militärs zur Versorgung an. Die Armee soll demnach mit ihren Transportern wichtige Einrichtungen wie Flughäfen, Elektrizitätswerke und Krankenhäuser beliefern. Eine bereits am Mittwoch erlassene Notverordnung, mit der Regierungschef Giorgos Papandreou die Fahrer zur Arbeit verpflichtete, zeigte bislang keine Wirkung.

Abmachung zwischen der EU und Griechenland

Seit Montag protestieren die Tank- und Lastwagenfahrer gegen einen Gesetzesentwurf, wonach jeder Besitzer eines Lkw-Führerscheins als Lastwagenfahrer arbeiten darf. Zudem soll die Ausgabe neuer Lizenzen in den nächsten drei Jahren stufenweise abgeschafft werden. Je nach Größe des Wagens kosteten Lizenzen bisher bis zu 300.000 Euro.

Die Regierung zeigt sich trotz der Proteste entschlossen: "Wir werden das Gesetz durchsetzen", sagte ein Sprecher im Radio. Handelskammern, Hotelierverbände und andere Gewerkschaften riefen die Fahrer auf, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das geplante Gesetz ist Teil der Abmachung zwischen Griechenland und der Europäischen Union sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF). IWF und EU hatten die Pleite des Landes mit einem milliardenschweren Rettungspaket abgewendet.

(AFP, N24)

31.07.2010 14:29 Uhr

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