Großbrände in Russland
Ganze Dörfer stehen in Flammen
Die russische Feuerwehr bekommt rund 60 Großbrände nicht in den Griff, nun muss die Armee helfen. Wochenlange Temperaturen von 35 Grad haben das Land ausgetrocknet, eine Besserung ist nicht in Sicht.
Wegen der verheerenden Wald- und Torfbrände in Russland haben die Behörden in 14 Regionen des Landes den Ausnahmezustand verhängt. Das berichtete der Radiosender Echo Moskwy am Samstag. Tausende Einsatzkräfte kämpften weiter landesweit gegen mehr als 60 Großbrände. Hinzu kämen Hunderte kleinere Brandherde, teilte das Zivilschutzministerium auf seiner Internetseite mit.
Helfer brachten in den besonders betroffenen Gebieten in Zentralrussland Dutzende Kinder in Sicherheit. Weil bereits ganze Dörfer in Flammen aufgegangen sind, haben Tausende Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die Zahl der Toten bei den Bränden stieg auf 28 Menschen. Hunderte weitere wurden verletzt. Weitere Menschen waren zuvor bei schweren Unwettern gestorben.
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Viele Häuser sind aus Holz
Auch im Umland der Hauptstadt Moskau, in der mehr als zehn Millionen Menschen leben, wüteten noch etwa 20 Wald- und Torfbrände. In vielen Regionen Russlands herrschen seit Wochen Temperaturen um die 35 Grad. Wegen der Jahrhunderthitze hat eine extreme Dürre weite Teile des Landes fest im Griff. Wetterforscher erwarten keine Entspannung in den kommenden Tagen.
Weil viele Häuser in der russischen Provinz aus Holz sind, fangen sie besonders schnell Feuer. Besonders schlimm sind die Verwüstungen in der Region Nischni Nowgorod, etwa 400 Kilometer östlich von Moskau. Außerdem wurden Zehntausende Hektar Wald vernichtet.
Kritik an Behörden
Der Zivilschutz setzte Hubschrauber und Flugzeuge sowie Raupen und Züge mit großen Wassertanks gegen die Feuerwalze ein. "Die Lage ist tatsächlich sehr ernst", hatte Präsident Dmitri Medwedew am Freitag gesagt. Er ordnete den Einsatz von mehr als 2000 Soldaten mit schwerer Technik zur Brandbekämpfung an.
Die russische Führung hat den regionalen Behörden vorgeworfen, nicht genügend gegen die sich abzeichnende Katastrophe getan zu haben. Regierungschef Wladimir Putin hatte bei einem Besuch am Freitag in Nischni Nowgorod harte Konsequenzen für Schlampereien bei Behörden angekündigt. Die Provinzverwaltungen wiederum machten den unachtsamen Umgang vieler Bürger mit Feuer dafür verantwortlich, dass immer neue Brände entstanden.
(dpa, N24)
31.07.2010 13:18 Uhr








