4000 Euro pro Familie

Entschädigung für Kundus-Opfer

Die Entschädigung für die Angehörigen der Kundus-Opfer steht so gut wie fest. Sie sollen umgerechnet fast 4000 Euro pro Familie bekommen. Anwälte hatten mehr gefordert.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Der Luftschlag vom September 2009 soll nach neuen Zahlen zu 91 Toten und 11 Schwerverletzen geführt haben.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten!
Großoffensive in Afghanistan: Die Operation "Muschtarak" ("Gemeinsam") läuft seit dem 13. Februar 2010.
Afghanische Soldaten mit einem inhaftierten Taliban: Der Einsatz konzentriert sich auf die Bekämpfung der islamisch-fundamentalistischen Milizen im Süden Afghanistans.
Seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 ist es der bislang größte Angriff gegen die Taliban.
15.000 afghanische und ausländische Soldaten gehen gegen die Aufständischen in Helmand, der am stärksten umkämpften Provinz in Afghanistan, vor.
Kämpfer der afghanischen Nationalarmee bereiten sich auf ihren Einsatz vor.
Die meisten der ausländischen Soldaten, die an der Operation "Muschtarak" beteiligt sind, sind Briten und Amerikaner.
Ein Soldat der U.S Marines späht durch ein Loch in einer Mauer während eines Feuergefechts mit Taliban-Kämpfern.
Fahrzeuge mit US-Soldaten fahren über ein Schlachtfeld in Marschda, ein Distrikt, auf den sich das Kampfgebiet erstreckt. Der andere ist ...
... Nad Ali. Hier hält eine Soldatin Nachtwache auf einem Hausdach.
Bei der Großoffensive im Süden leisten die Taliban anhaltenden Widerstand gegen die vorrückenden Streitkräfte.
"Die Aufständischen sind taktisch versiert, haben Widerstandsfähigkeit und sind hinterlistig", so die Internationale Schutztruppe ISAF in ihrem Lagebericht.
Seit Beginn der Offensive wurden mehrere Soldaten getötet, darunter auch Briten und Amerikaner.
Festgenommen: Ein Taliban mit auf den Rücken gebundenen Händen. Nach Berichten von Korrespondenten amerikanischer und britischer Medien kamen ...
... bei der Operation "Muschtarak" bereits zahlreiche Taliban ums Leben.
Behören und Militärs nannten noch keine offiziellen Zahlen.
Afghanische Soldaten wärmen sich am Feuer.
Leidtragende einer solchen Offensive ist natürlich auch die Zivilbevölkerung.
Seit Beginn der Operation töteten ISAF-Soldaten bereits mehrfach versehentlich Zivilisten.
Ein amerikanischer Soldat trägt den 7-jährigen Sayd Rahman, um ihn in Sicherheit zu bringen.
Der Junge wurde während eines Kreuzfeuers zwischen ISAF-Soldaten und Tailban in der Nähe der Taliban-Hochburg von Mardscha angeschossen.
Absurde Normalität neben dem Kampfgebiet: Östlich der Operation "Muschtarak" wartet ein Afghane in Kabul auf Kunden, die sich gegen Geld wiegen lassen wollen.
Jugendliche spielen vor dem zerstörten Darul Aman-Palast Fußball.
Eine mit Stofffetzen improvisierte Vogelscheuche auf einem Feld in Helmand. Im Hintergrund bewaffnete US-Soldaten.
Neben der Großoffensive in Südafghanistan sind auch im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden des Landes Militärschläge gegen die Taliban geplant.
Allerdings soll dieser Einsatz laut Bundesverteidigungsministerium nicht so groß angelegt sein wie die Operation "Muschtarak".
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten!
Ein sowjetischer Soldat winkt vom gepanzerten Mannschaftswagen auf der Fahrt zur sowjetischen Grenze. Am 15. Februar 1989 verlassen die letzten von insgesamt etwa einer halben Million Sowjetsoldaten nach fast zehn Jahren Krieg Afghanistan.
Für den Krieg zahlt die Sowjetunion einen hohen Preis: 15.000 tote Soldaten und Einbußen an internationalem Ansehen. Bereits die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau boykottieren viele Lander aus Protest gegen die militärische Intervention.
Dem sowjetisch-afghanischen Krieg folgt der Bürgerkrieg. Unterschiedliche Gruppen bekämpfen sich gegenseitig, die Taliban (Archivfoto, November 1996) gewinnen im Land die Oberhand und nehmen 1996 Kabul für sich ein.
Unterschlupf für Osama Bin Laden (Archivfoto; 1988 in Jalalabad): Mitte der 1990er Jahre entwickelt sich Afghanistan zur "Brutstätte" für Terroristen.
Ab 1996 herrscht das Taliban-Regime mit strengsten religiösen Gesetzen. Frauen etwa dürfen das Haus nur noch in kompletter Verschleierung, der sogenannten "Burka" verlassen (Archivfoto 2002).
Ungestraft Einspruch erheben geht nur noch in der Fremde: Ein Kind aus Afghanistan im November 1996 in Frankfurt bei einem Protestmarsch durch die Stadt gegen die Taliban-Miliz und den fortwährenden Krieg in Afghanistan.
Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001, ausgeübt vom Terrornetzwerk El Kaida. Die USA verlangen daraufhin von Afghanistan die Auslieferung des Terror-Chefs Osama Bin Laden.
Schüler in Berlin protestieren am 8. Oktober 2001 gegen den "Krieg gegen den Terror": Die USA hatten in der Nacht zuvor erste militärische Aktionen gegen das radikal-islamische Taliban-Regime in Afghanistan begonnen.
Mit Hilfe der afghanischen Nordallianz, die die Bodentruppen stellt, führen die USA im Oktober 2001 eine Invasion Afghanistans durch.
Ein Kämpfer der Nordallianz hält sich die Ohren zu, als er am 11. November 2001 auf Talbian-Stellungen feuert.
Durch die Invasion gelingt es der Allianz zwar, die Taliban zu stürzen, allerdings bleiben Zerstörung, Verwüstungen und natürlich menschliche Opfer nicht aus. Gerade die zivile Bevölkerung hat unter dem Krieg ...
... zu leiden. Der 12-jährige Sabiullah sitzt im November 2001 vor den Ruinen seines Elternhauses. Der Einschlag einer US-Bombe in Kabul hatte in dem Viertel ein kleines Erdbeben ausgelöst. Der Junge war unter den Trümmern des Hauses verschüttet worden.
Frauen ohne Burka und mit Arbeit - unter dem Taliban-Regime undenkbar. 22 Afghaninnen werden nach einer entsprechenden Ausbildung Polizistinnen in Herat.
Bundeswehrsoldaten im Auftrag der ISAF in Taloqan bei Kundus: Seit 2001 engagieren sich deutsche Soldaten für Sicherheit und Wiederaufbau in Afghanistan. Bei einem Truppenabzug befürchten Politiker und Militärs die Rückkehr von Terrorzellen.
Auf der Afghanistan-Konferenz 2001 wird er zum Präsidenten der Übergangsregierung ernannt. Im November 2009 wird Hamid Karsai in einer umstrittenen Wahl erneut Staatspräsident. Der einstige Hoffnungsträger steht mittlerweile stark in der Kritik.
Lachend spielen Kinder auf einem alten sowjetischen Panzer. Der Krieg ist im Alltag Afghanistans überall gegenwärtig.
Video: N24 Klartext - Übersteht zu Guttenberg die Kundus-Affäre?
Video: N24 Schlaglicht - Kundus-Affäre: Angriff angemessen?
Video: In voller Länge - Bundestag: Guttenbergs Rede zur Kundus-Affäre
Video: Tanklaster attackiert - Luftangriff in Kundus auf deutsches Geheiß

Die Angehörigen der Opfer des Luftschlags von Kundus in Afghanistan können auf baldige Entschädigung hoffen. Nach monatelangen Verhandlungen steht eine angebotene Summe von 5000 Dollar (rund 3800 Euro) pro Familie fest. Bei dem Bombardement zweier Tanklaster am 4. September 2009 kamen nach neuen Zahlen auch der Bundeswehr 91 Menschen ums Leben, 11 wurden schwer verletzt. Im offiziellen ISAF-Bericht war von bis zu 142 Toten oder Verletzten die Rede. Wie viele Zivilisten und Taliban darunter waren, blieb unklar.

Verteidigungsministerium bestätigt Angaben

Das Verteidigungsministerium bestätigte einen Bericht des "Stern", nach dem pro Familie 5000 Dollar vorgesehen sind. Für jede Opferfamilie soll ein eigenes Konto in Kundus eingerichtet werden. Die Zahlungen sollen nicht offiziell als Entschädigung ausgewiesen werden, sondern als humanitäre Hilfe, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Ein unabhängiger Mittler hatte die Einzelheiten nach Gesprächen mit Dorfältesten und Angehörigen der Opfer vereinbart. Das Magazin schrieb, dass die Afghanische Menschenrechtskommission einbezogen worden sei.

Das Verteidigungsministerium zeigte sich zuversichtlich. "Wir hoffen, dass es im August zum Abschluss kommt", sagte ein Ministeriumssprecher. "Die Gespräche mit den Anwälten verliefen sehr konstruktiv bislang. Sie haben die individuelle Unterstützung von 5000 Dollar im Prinzip begrüßt." Das Ergebnis des nächsten Gesprächs müsse aber noch abgewartet werden. Die Opferfamilien bekämen rechnerisch insgesamt eine Summe von 510.000 Dollar, umgerechnet fast 400.000 Euro.

Anwälte wollten 3,1 Millionen Euro Entschädigung

Die Anwälte von 456 mutmaßlichen Angehörigen hatten jedoch mindestens 3,1 Millionen Euro Entschädigung gefordert - etwa achtmal mehr. Die Opferanwälte um den Bremer Juristen Karim Popal hatten für jeden Todesfall eine Entschädigung von rund 28.000 Euro gefordert. Bei 113 aus ihrer Sicht nachweisbaren Fällen würde sich das auf mehr als 3,1 Millionen Euro summieren. Das Verteidigungsministerium hatte Verhandlungen mit Popal Mitte April zunächst abgebrochen, weil die Mandatsfrage nicht ausreichend geklärt sei.

Danach wurden 400.000 Euro Entschädigung zugesagt. Der Bundeswehroberst Georg Klein hatte den Luftangriff angeordnet. Im April stellte die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn ein. Das Ministerium erkennt eine Rechtspflicht zur Entschädigung nicht an. Ein Sprecher hatte darauf verwiesen, dass Oberst Klein seine Sorgfaltspflicht bei dem Luftangriff nicht verletzt habe und der Befehl zum Luftangriff völkerrechtlich zulässig war.

(dpa, N24)

05.08.2010 17:14 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik