Ex-ZDF-Mann für Merkel

Seibert nimmt Arbeit als Sprecher auf

Der neue Regierungssprecher Steffen Seibert hat seine Arbeit aufgenommen. Bis Kanzlerin Angela Merkel aus dem Urlaub kommt, hat der Ex-ZDF-Moderator noch ein wenig Zeit, sich einzuleben.

Mitten im Umfragetief für die Koalitionsparteien hat der neue Regierungssprecher Steffen Seibert seine Arbeit aufgenommen. Zu seinem Amtsantritt in Berlin empfing ihn Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) am Vormittag mit der Ernennungsurkunde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist noch im Urlaub und wird den bisherigen ZDF-Moderator an diesem Montag offiziell ins Amt einführen. Kurz zuvor wird der 50-Jährige erstmals als Regierungssprecher in die Bundespressekonferenz kommen.

Mitarbeitern des Bundespresseamtes, dessen Leiter Seibert zugleich ist, hat er sich bereits vorgestellt. Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans sagte, Seibert werde die Zeit bis Montag nutzen, um organisatorische Aufgaben zu erledigen und Mitstreiter kennenzulernen, mit denen er in den nächsten Jahren zusammenarbeiten werde. Allein das Bundespresseamt hat 460 Mitarbeiter.

Der Journalist Seibert, der in Hamburg und London Geschichte studiert hat, gilt als ein Mann, der die Dinge beim Namen nennt. Er ist Nachfolger von Ulrich Wilhelm, der als Intendant zum Bayerischen Rundfunk nach München wechselt. Mit dem ZDF hat Seibert ein Rückkehrrecht vereinbart.

"Verschleiß in dem Amt ist sehr groß"

Das kritisierte Klaus Bölling, der Sprecher der sozialliberalen Bundesregierung von Kanzler Helmut Schmidt (SPD) war, im "Kölner Stadt-Anzeiger". Bei den Kritikern der öffentlich- rechtlichen Anstalten werde das neuen Zweifel wecken, ob sie nicht eine "höchst problematische Nähe" zur Politik hätten.

Dagegen sagte Merkels ehemaliger Vize-Regierungssprecher Thomas Steg im Deutschlandradio Kultur, Sprecher könnten in den Journalismus zurückkehren, sollten aber zum politischen Journalismus Distanz wahren. Steg, heute Politik- und Kommunikationsberater, meinte, Seiberts Erfolg hänge davon ab, wie schnell Merkel und er ein sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis zueinander fänden. In der deutschen Geschichte habe es 23 Regierungssprecher und acht Kanzler gegeben. "Der Verschleiß in dem Amt ist sehr groß."

(dpa, N24)

11.08.2010 13:22 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik