Wettkampf im All

Belka, Strelka und Sputnik 5

Vor 50 Jahren kehrten mit den Hunden Belka und Strelka die ersten Erdenbewohner lebend aus dem All zurück. Eine Erinnerung an die Zeit, als Russland noch die Nase vorn hatte im Wettlauf ums Weltall.

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Vor 55 Jahren begann der russisch-amerikanische Wettlauf um die Raumfahrt. Die Amerikaner gelten zwar dank der Mondlandung gemeinhin als Sieger. Doch hatten die Russen mit ihren Sputniks ...
... lange Zeit die Nase vorn. Vor genau 50 Jahren gelang ihnen ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte: Mit Belka und Strelka kehrten am 20. August 1960 auf der Sputnik 5 die ersten Passagiere lebend zur Erde zurück.
Die Geschichte der Sputnik beginnt 1955, als sich US-Präsident Dwight Eisenhower und der sowjetische Nikita Chruschtschow den Weltraumkrieg erklären. 1957 schießt die UdSSR mit Sputnik 1 ...
... den ersten künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Startpunkt ist der russische Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Eine Interkontinentalrakete befördert Sputnik in den Orbit.
Die Erfolgsgeschichte klingt heute beinahe lächerlich: Der piepsende Sputnik verglühte 92 Tage nach dem Start in der Erdatmosphäre. Doch lieferte die kurze Lebensdauer wichtige Informationen zur Dichte der Atmosphäre.
Zu den weiteren Aufgaben Sputniks gehörte es zu erforschen, wie ein Satellit in der Umlaufbahn platziert, wie er im Orbit verfolgt werden kann; welche Effekte die Atmosphäre auf die Übertragung von Radiowellen haben kann und ...
... welchem Druck der Satellit ausgesetzt ist. Die russischen Medien kündigen das Ereignis groß an, die westliche Welt ist alarmiert.
Sputnik 2 folgt noch im selben Jahr mit dem ersten Erdbewohner in der Umlaufbahn ...
... - der Hündin Laika. Pech für den Mischling: Eine Rückkehr zur Erde ist weder vorgesehen, noch technisch möglich.
Laika soll zehn Tage am Leben bleiben, um Daten über ihre Körperfunktionen zu sammeln. Dann soll sie in Folge ihres vergifteten Futters sterben. Doch Laika überlebt den Start ...
... nur um wenige Stunden. Sie erliegt dem Stress und der Überhitzung, wahrscheinlich als Folge eines Fehlers im Temperaturkontrollsystem. In ihrem Satellitensarg kreist sie noch 162 Tage um die Erde, bevor auch Sputnik 2 verglüht.
Die USA reagieren auf den russischen Vorstoß mit der Gründung der NASA. Am 1. Februar 1958 schicken sie den ersten amerikanischen Erdsatelliten "Explorer 1" ins All.
Ein findiges Hamburger-Restaurant in Atlanta nahm den Hundeausfllug ins All mit mehr Humor. Sie servierten "Sputnikburger" mit "kleinem Hund", gekrönt von einer mit Zahnstochern präparierten Satelliten-Olive.
Nach Sputnik 3 (im Bild) und 4 legt Sputnik 5, das "Weltraumschiff", 1960 den Grundstein für die bemannte Raumfahrt. Zwei Hunde, über 40 Nager und Pflanzen landen nach einem Tag im Weltall wieder sicher und fidel auf dem Boden. Hündin Strelka wirft ...
... wenige Wochen später Welpen. Regierungschef Chruschtschow schenkt Kosmonauten-Sprössling Puschkina (r.) dem neuen US-Präsdenten John F. Kennedy und seiner Familie.
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Jedes Kind lernt seinen Namen in der Schule, in aller Welt sind Straßen und Gebäude nach ihm benannt. Neil Armstrong ist der erste Mensch, der den Mond betrat. Am 5. August 2010 feiert er seinen 80. Geburtstag.
Eine Geburtstagsparty mit großem Brimborium wäre eine Überraschung. Lärm um seine Person kann der erste Mann auf dem Mond nämlich nicht leiden. Seit Jahren ...
... lebt er zurückgezogen. Schon kurz nach dem historischen Weltraumereignis begann er, sich in der Öffentlichkeit rar zu machen. Wenn ihm sein enormer Ruhm etwas bedeutet hat, ...
... dann wissen es wohl nur die Menschen in seiner nächsten Umgebung. Eines hat er jedoch unlängst durchblicken lassen: Sein Herz schlägt immer noch für die Raumfahrt.
Wie bei vielen Berühmtheiten ranken sich auch um Armstrong, der deutsche und schottisch-irische Wurzeln hat, Geschichten über eine frühe Leidenschaft und Berufung zum späteren Erfolgsjob. Geboren in Wapakoneta, Ohio, soll er schon ...
... als Zweijähriger von Flugzeugen fasziniert gewesen sein. Bereits mit 16 brachte er es zur ersten Fluglizenz - noch vor dem Autoführerschein.
Armstrong studierte Luftfahrt-Ingenieurwissenschaften, wurde Marineflieger und absolvierte 78 Kampfeinsätze im Koreakrieg. Mitte der 50er Jahre begann eine mehrjährige Karriere als unerschrockener Testpilot.
Über 50 verschiedene Maschinen erprobte Armstrong. Wiederholt kam er dabei in brenzlige Situationen - und erreichte bereits Höhen von über 62 Kilometern. Aber er wollte noch höher hinaus. 1962 war der erste Schritt dafür erreicht: ...
... Die NASA akzeptierte Armstrong als Astronauten.
1966 gelang ihm als Chefpilot von "Gemini 8" das Andocken an ein unbemanntes Raumfahrzeug im Orbit - das erste Rendezvous im All.
Drei Jahre später ging sein größter Traum in Erfüllung. Armstrong leitete die "Apollo 11"-Mondmission, ...
... steuerte die kleine Landefähre "Eagle" im Endanflug per Hand auf den Erdtrabanten ...
... und trat als erster aus der Luke, vor seinem Kollegen "Buzz" Aldrin. Als einer der Gründe dafür wurde angegeben, ...
... dass Armstrong trotz seiner Karriere kein aufgeblasenes Ego besitze, ...
... und das habe die NASA honorieren wollen. 38 Jahre zählte Armstrong, als er am 21. Juli 1969 ...
... den Fuß auf den Erdtrabanten setzte und den legendären Satz sprach.
"Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit."
Millionen von Menschen weltweit erlebten diesen Moment live vor ihren Fernsehgeräten.
Zurück auf der Erde mussten Armstrong und seine Crew ...
... zunächst in eine 17-tägige Quarantäne. Danach reisten die Astronauten wochenlang durch die ganz Welt ...
... um mit den Massen die Mondlandung und den Sieg im Wettkampf gegen die Sowjetunion zu feiern.
Schon kurze Zeit später gab Armstrong bekannt, dass er nicht mehr ins All fliegen wolle, und verließ schließlich ...
... die NASA 1971 ganz. Danach lehrte er acht Jahre lang als Professor an der University of Cincinnati Luft- und Raumfahrt-Ingenieurwissenschaften.
Hier und da nahm er Sprecherfunktionen an und war Vorstandsmitglied in Unternehmen. Aber Fernsehauftritte ...
... gab es kaum. Seit 15 Jahren weigert sich Armstrong partout, Autogramme zu geben, ...
... nachdem er herausfand, wie viel Geld damit und mit anderen Armstrong-Memorabilia gemacht wird.
Auch sein langjähriger Friseur bekam seinen Unmut zu spüren, als er eine Haarsträhne seines prominenten Kunden verkaufte.
Er musste den Erlös für einen guten Zweck stiften. Und ein Zollbeamter in den USA musst sich vor kurzem ...
... wegen Diebstahls verantworten, nachdem er ein Formular mit der Unterschrift Armstrongs entwendet hatte.
Zu offiziellen Anlässen zeigt sich Armstrong gemeinsam mit seinen Mondlandungs-Kollegen, Buzz Aldrin (M.), der sich mittlerweile seinen Spitznamen als Vornamen anerkennen ließ, ...
... und Michael Collins (l.). Aldrin (M.) sprach sich kürzlich für eine rasche Besiedlung des Mars aus. Wenn es nach ihm ginge, starteten bereits in 35 Jahren die ersten Mutigen mit einem One-Way-Ticket zum roten Planeten.
Als Präsident Barack Obama im Jahr 2010 die Abkehr von einem neuen NASA-Mondprogramm verkündete, konnte Armstrong nicht schweigen.
Die Weltraumlegende warnte in einem offenen Brief vor einem "Rückfall der USA in die Zweitklassigkeit" bei der Weltraumforschung. Mit 80 ist er also noch immer ein Mann mit Visionen.
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Europas Superteleskop "Herschel" sendet faszinierende Bilder aus dem All, die weit mehr zeigen als funkelnde Sterne. Die Forschung ist ganz aus dem Häuschen über die ersten Bilder, die "Herschel" seit seinem Dienstantritt 2009 lieferte (Foto: ESA).
Mit seiner einzigartigen Infrarottechnik sieht "Herschel", was anderen Teleskopen verborgen bleibt. Im dunklen Herzen des Sternbilds Adler entdeckte es eine bisher ungesehene stellare Geburtswolke (Foto: ESA).
Rund 700 junge Sterne sind hier im Enstehen, 1.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Auf mindestens acht mal so groß wie die Sonne wird bereits jetzt einer der Sternenembryos geschätzt, ... (Foto: ESA)
... der einmal einer der hellsten Sterne der Galaxie werden wird - und Astronomen vor ein Rätsel stellt. Nach ihren physikalischen Theorien sollte es keine Sterne geben, die über acht Mal größer sind als die Sonne (Foto: ESA).
Im All gibt es aber Giganten mit 150 Sonnenmassen. Wie diese Riesen entstehen, darüber könnte "Herschel" Auskunft geben. Dessen Infrarotlicht durchdringt die dichten Staub- und Gaswolken, die die jungen Sterne umgeben ... (Foto: ESA)
... und normalen Teleskopen den Blick versperren. "Herschel", der noch rund zwei Jahre Bildmaterial senden wird (bevor sein Kühlmittel ausgeht), soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wie solche neuen Sternensysteme entstehen (Foto: ESA).
Dabei entdeckte das Weltraumteleskop überraschenderweise auch ein Nichts. Mitten im hellen Reflexionsnummer des NGC 1999 sollte das Infrarot Licht in eine "dunkle Staubwolke" bringen (Foto: ESA).
Statt kosmischen Staubs erspähte Herschel ein riesiges Loch mit einem Durchmesser zehntausend Mal so groß wie der Abstand der Erde zur Sonne. Schuld daran könnte ein junger Stern im Abnablungsprozess ... (Foto: ESA)
... von seiner Geburtswolke sein. Sterne stoßen in ihrer Entwicklungsphase ihre Umgebung von sich und graben riesige Hohlräume in der Galaxie - über die genauen Abläufe könnte "Herschel" Aufschluss geben. (Foto: ESA)
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(N24)

20.08.2010 12:50 Uhr

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