Fußball: 1. Bundesliga

Mainz mit Talfahrt - Schalke mit Fehlstart

Ein Spieltag voller Überraschungen - Mainz holt einen Drei-Tore-Rückstand gegen Diegos Wiolfsburger auf, München verliert auf dem Betze und Schalke kassiert die zweite Pleite in Folge.

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Dieses Spiel wird es in jedem Saison-Rückblick einen Ehrenplatz erhalten. Wolfsburg führt mit 3:0 und muss sich am Ende dennoch geschlagen geben.
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Die Bundesligisten kassierten durch Spielertransfers diesen Sommer über 100 Millionen Euro. Am meisten Geld spülten diese beiden Spieler in die Kassen ihrer jeweiligen Ex-Klubs. Hier ein Überblick über die wichtigsten Zu- und Abgänge:
Er ist zurück in der Bundesliga! Für 15 Millionen Euro wechselt Diego von Juve nach Wolfsburg.
Jerome Boateng verlässt die Bundesliga. Der Hamburger SV kassierte bei dem Verkauf 12,5 Millionen von Manchester City, die der Verein sofort wieder ...
... in Heiko Westermann (7,5 Millionen Euro) vom Schalke 04 reinverstierte.
Michael Ballack wechselt ablösefrei von Chelsea zu Bayer Leverkusen.
Statt große Summen für einen neuen Linksverteidiger zu investieren, setzt Branchenkrösus Bayern auf den eigenen Nachwuchs. Der 20 Jahre alte Diego Contento rückt aus der Jugend in den Bundesliga-Kader.
Keinen Transfer sondern eine vorzeitige Vertragsverlängerung gibt es beim 20-Jährigen Thomas Müller. Der WM-Torschützenkönig von 2010 bleibt den Bayern bis 2015 erhalten.
Für Ernesto Sousa ist seine Zeit beim FC Bayern beendet. Er wechselt nach Italien zum SSC Neapel.
Der VfB Stuttgart hat es noch nicht mit dem Verein geklärt, aber sich bereits mit dem Spieler verständigt. Wunschkanditat: Der ghanaische WM-Teilnehmer Andre Ayew .
Der Schweizer Abwehrspieler Philipp Degen kommt ablösefrei von Liverpool nach Stuttgart.
Dabei hätte der VfB Stuttgart sogar das nötige Kleingeld für Ablösesummen. Für Sami Khedira kassierten die Schwaben geschätzte 14 Millionen Euro Ablöse vom spanischen Rekordmeister Real Madrid.
Mesut Özil folgt seinem Nationalmannschaftskollegen Khedira nach Madrid. Dafür kassiert Werder Bremen von Real 15 Millionen Euro Ablöse.
8 Millionen davon investierte Werder in den Brasilianischen Mittelfeld-Allrounder Wesley. Er kommt für 4 Jahre vom FC Santos.
Wolfsburg investierte zwölf Millionen Euro in den dänischen WM-Verteidiger Simon Kjaer. Der wechselte vom US Palermo zum VFL-Wolfsburg - der bislang teuerste Transfer in der Bundesliga in dieser Saison.
Rafinha wechselt für 9.000.000 Euro von Schalke zum italienischen Erstligisten FC Genua 93.
Aber Schalkes Coach Felix Magath ging auch auf Shoppingtour. Aktuellster Erwerb ist der spanische Linksverteidiger Sergio Escudero von Real Murcia für geschätzte 2,5 Millionen Euro.
Auch neu auf Schalke, gekommen vom Spitzenclub Real Madrid: Christoph Metzelder und Fußball-Legende ...
... Raúl. Beide kamen ablösefrei.
Mit Atsuto Uchida kommt der erste Japaner zu den Schalkern. Der 22-Jährige von den Kashima Antlers aus der japanischen J.League spielte während der WM im Nationalteam.
Die deutsche Bundesliga ist um einen österreichischen Legionär reicher: Abwehrspieler Emanuel Pogatetz kommt vom FC Middlesbrough zu Hannover 96.
Maximilian Nicu wechselt ablösefrei aus Berlin in den Breisgau zum SC Freiburg.
Ein altes Gesicht ist zurück in der Bundesliga. Torhüter Martin Pieckenhagen wechselt ablösefrei aus Holland nach Mainz.
Mlapa kommt für 1,3 Millionen Euro von 1860 München nach Hoffenheim.
Dafür wechselt Carlos Eduardo für 20 Millionen Euro zu Rubin Kazan. Trotz Özil und Khedira - Eduardo ist der Top-Transfer in dieser Saison!
Gerald Asamoah soll mit seiner Erfahrung dem Pauli-Sturm helfen. Er kommt ablösefrei von Schalke.
Toni Kroos kehrt aus Leverkusen zurück nach München. Er kostet keine Ablöse, da er nur ausgeliehen war.
Kevin Kuranyi ist ablösefrei zu Dynamo Moskau gewechselt und hat dort sogar schon sein erstes Tor erzielt.
Skandalnudel Maniche verlässt Köln und geht ablösefrei zu Sporting Lissabon.
Diese Geste kennen wir von Obafemi Martins aus der Bundesliga. Er konnte sich gegen die starke Konkurrenz im Wölfe-Sturm nicht durchsetzen und wechselt für 9 Millionen Euro zum russischen Meister Kazan.
Der Eintracht-Sturm wird diese Saison von Theofanis Gekas unterstützt. Er kommt für 1 Million Euro aus Leverkusen.
Christian Gentner zieht es zurück nach Stuttgart. Der Nationalspieler kommt ablösefrei aus Wolfsburg.
Mo Idrissou kehrt Freiburg den Rücken und versucht sein Glück in Mönchengladbach. Er kommt ablösefrei zur Borussia.
Letztes Jahr noch zweite Liga mit Kaiserslautern, darf Erik Jendrisek diese Saison neben Raul in der Champions League stürmen. Er war für Schalke ablösefrei zu haben.
Der serbische WM-Teilnehmer Kacar wechselt von Hertha BSC an die Elbe zum HSV. Ablöse 5,5 Millionen Euro.
Marko Arnautovic - so heißt Werders neues Sturmjuwel. Er kam für 6,2 Millionen vom FC Twente, fiel bisher allerdings eher durch Undizipliniertheiten auf.
Bei der WM eine Bank. Das wünscht sich auch Dieter Hoeneß von Arne Friedrich beim VfL Wolfsburg. Kostenpunkt: 2 Millionen Euro.
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Der Friedensnobelpreisträger Erzbischöf Desmond Tutu war vor Turnierbeginn von der Erfolgsaussicht des WM-Gastgebers überzeugt: "Wir haben die Apartheid besiegt - wir können alles und jeden bezwingen".
WM-Koordinatorin Sibongile Mazibuko gab noch rasch einige Tipps für richtiges Fan-Verhalten: "Gehen Sie vorher nicht in die Kneipe. Fahren Sie rechtzeitig ins Stadion, sehen Sie sich das Spiel an und dann gehen Sie in die Kneipe."
Sonne, Meer und Safariabenteuer sind das Klischee über Südafrika. Franz Beckenbauer klärt auf: "Da ist es saukalt und um fünf Uhr dunkel. Man muss sich von der Vorstellung verabschieden, dass es da warm ist und an jeder Ecke ein Leopard sitzt."
Auch die Idylle des deutschen WM-Quartiers täusche, so der Kaiser, denn "das ist fast wie in einem Gefängnis. Man kommt ganz schwer rein, aber noch schwerer wieder raus."
Obwohl das Quartier Kritk des Kaisers einstecken musste, sieht er auch Vorteile im kalten Wetter in Südafrika: "Das wird eine gute WM. Die Spieler müssen nämlich viel laufen, damit sie nicht erfrieren."
Das Mitsingen der Hymne ist ein Muss, denn "das ergibt einfach ein besseres Bild, auch von der Optik her. Ansonsten kaut einer Kaugummi, der andere bohrt in der Nase."
Unbezahlbar ist der offizielle WM-Ball für Beckenbauer: "Der WM-Ball ist ja kein Lederball mehr, sondern eine Mischung aus Marsstaub, Mondstaub, Gold und Platin."
Dieser Ball hätte Gerd Müller ungeahnte Möglichkeiten eröffnet: "Wenn wir damals so einen Ball gehabt hätten, hätte ich Tor auf Tor gemacht."
Der dänische Nationalspieler Tomasson sagt eine wilde und ungebändigte WM voraus: "Wir sind 23 Löwen, die in ihrem Käfig herumlaufen und darauf hoffen, dass der Wärter vergisst, die Türe zu schließen. Es wird Zeit, dass es endlich losgeht."
Arne Friedrich über seine Erfahrungen in Südafrika: "Wunderheiler und Knochenwerfer habe ich noch nicht getroffen."
Ein Crash-Sprachkurs von Uwe Seeler: "Vuvuzela ist schwer auszusprechen. Deswegen sagen alle Uwe Seeler. Aber das geht mir trotzdem auf die Ohren."
Das Sprichwort "In der Ruhe liegt die Kraft" trifft nicht auf Kaka zu, wie Brasiliens Nationaltrainer sagt: "Er wollte morgens, nachmittags und abends trainieren. Wir haben ihm ein Beruhigungsmittel gegeben, damit er gelassener wird."
Gary Medel a.k.a. Pitbull outet sich über seine Gefühle beim WM-Debüt: "Ich wollte weinen, als ich auf den Platz ging, aber ich konnte nicht weinen, weil sie sonst hinterher gesagt hätten, ich sei ein 'schwuler Pitbull'."
Auch Portugals Ronaldo beherrscht die Kunst der Metaphern, wenn die Gefühle über den 7:0 Sieg gegen Nordkorea ihn überkommen: "Bei den Toren ist es wie beim Ketchup. Wenn etwas kommt, kommt gleich alles auf einmal."
Otto Rehagel erklärt sich die Talentfülle in Südamerika so: "In Brasilien und Argentinien wachsen die guten Spieler auf den Bäumen.
Wenn wir irgendwann mal Ronaldo, Kaka oder Messi haben, dann können wir auch dementsprechenden Fußball spielen", erzählt Griechenlands Trainer weiter.
Erklärungsversuche der englischen Daily Mail über den gescheiterten Elfmeter: "Der kann doch kein Deutscher sein! Podolski verpatzt einen Elfmeter... aber er wurde auch in Polen geboren."
Grund der Niederlage gegen Serbien war ein inkompetenter Schiedsrichter laut Bundesliga-Schiri Knut Kircher. Der WM-Referee Alberto Undiano "machte einen hilflosen Eindruck. Für mich war er ein Kartenspieler ohne Persönlichkeit."
Trotz des frühen Ausscheidens in der Vorrunde Neuseelands, hat der Mannschaftskapitän Ryan Nelsen immer noch ganz große Sprüche parat: "Wenn das die besten Schiedsrichter sind, die die FIFA zu bieten hat, will ich die schlechtesten nicht sehen."
Trainer Ottmar Hitzfeld plant eine berufliche Umstrukturierung bei den Schiedrichtern und würde bei Gelegenheit sicherlich manchen Schiedsrichter umdisponieren: "Die einen sollen auf dem Fußballfeld pfeifen, die anderen am Strand."
Nach Ottmar Hitzfeld bestätigt die Ausnahme die Regel, denn "die Schweiz wird überall ernst genommen, nur in Deutschland nicht."
Frankreichs Ex-Nationalspieler Cantona über das WM-Aus der Franzosen: "Es ist gut, dass Frankreich so früh nach Hause musste. Noch eine Woche und die Spieler hätten sich gegenseitig aufgefressen. Das war der beste Weg, den Kannibalismus zu verhindern."
Zum Glück ist Felix Magath Trainer bei Schalke und nicht Wahrsager: "Für den Gewinn des Titels fehlt der deutschen Mannschaft die nötige Reife. Weltmeister werden die Engländer."
Englands Teammanager Fabio Capello wollte zum 0:0 gegen Algerien nicht spezifisch werden, aber "ich werde nicht über einzelne Spieler reden - aber Rooney spielte nicht wie Rooney."
Rooney war ganz offensichtlich enttäuscht über den Alltag in Südafrika und über die fehlende Freizeit. "Frühstück, Training, Mittagessen, Bett, Abendessen, Bett. Und es gibt auch eine Grenze dafür, wie oft man Dart und Snooker spielen kann."
Nicht jeder will Dart oder Snooker spielen, denn laut der argentinischen Zeitung Ole heißt es: "Die Deutschen denken jetzt an ihren vierten WM-Titel, die Engländer wieder an ihr Bier."
"Diego, der Junge heißt Müller" war der Titel der argentinischen Sportzeitung Ole, nachdem der argentinische Nationaltrainer Diego Maradona Thomas Müller mit Missachtung bestraft hatte. Und diesen Namen wird er sicherlich jetzt nicht mehr vergessen!
Und wie gut kennt Thomas Müller den argentinischen Trainer? "Ich habe Maradona aus zeitlichen Gründen nicht mehr so erlebt. "
Der Kampfgeist der Hand Gottes ist ungebrochen. Nach Pelés Kritik, Maradona sei nur aus finanziellen Gründen Nationaltrainer geworden, zischt er Giftpfeile zurück: "Pelé soll zurückgehen ins Museum."
Lionel Messi: "Wir spielen den schönsten Fußball, haben die schönsten Spieler und wissen, wie wir unsere Frauen behandeln müssen." Aber vor allen Dingen sind sie sehr bescheiden.
Bundestrainer Joachim Löw über ein mögliches Elfmeterschießen gegen Argentienien: "Vor vier Jahren hatten wir gegen Argentinien einen Zettel, diesmal brauchen wir einen Katalog." Oder Millimeterpapier.
Thomas Müller macht sich keine Sorgen um die Stimmung bei den deutschen Fans: "Ich glaube, da gibt es nur traurige Gesichter bei schlechtem Wetter und ohne Grillfleisch."
Auch dürr sein hat nach Müller seine Vorteile: Die Verletzungsanfälligkeit ist gleich Null, denn "Wo keine Muskeln sind, kannst Du Dir auch nicht wehtun! Meine Waden sind so dünn, da kann kein Gegner die Knochen treffen, weil man sie so schlecht sieht."
"Mein Namen ist in den vergangenen Tagen sehr oft falsch geschrieben worden. Ich heiße Claudemir Jeronimo Barreto. Nicht Maria und nicht da Silvo. Das ist frei erfunden. Sie können mich aber auch als Cacau ansprechen, nicht Herr Cacau".
Brasiliens Staatspräsident Luiz Inacio da Silva spricht klare Worte: "1994 hatten wir ein Team von Hinkebeinen. Wir haben hässlich gespielt und trotzdem die WM gewonnen. Schönes Spiel zählt nicht. Das Einzige, was zählt, ist der Gewinn des WM-Pokals."
Männerliebe: Miroslav Klose sehnt sich nach Nähe, mit wem ist nicht von Vorrang: "Da meine Frau nicht da ist, muss ich mit Harald kuscheln. Da kann ich mir allerdings Schöneres vorstellen." Hauptsache jemanden zum Kuscheln, Klose!
Uruguays Nationalspieler Oscar Tabárez sagte Paul den Kampf an: "Nun sind wir doppelt motiviert. Es geht nicht nur darum, Deutschland zu schlagen, es geht auch darum, den Tintenfisch zu schlagen", ... und scheiterte.
No risk, no fun. So sieht das auch Kaiser Franz Beckenbauer: "Fußball ist kein Schachspiel, da kracht's halt hin und wieder. "
Sieben Tore in einem Spiel - das kennt Diego aus Italien sicher nicht. Doch drei Wolfsburger Tore reichen nicht zum Sieg. Wahnsinn.

Der FC Schalke 04 hat in der Fußball-Bundesliga einen krassen Fehlstart erwischt. Der Vizemeister des Vorjahres verlor am Samstag sein Heimspiel gegen Hannover 96 mit 1:2 und wartet nach dem zweiten Spiel auf den ersten Punkt. Die Rückkehr von Diego nach Deutschland war nicht von Erfolg gekrönt. Trotz eines Treffers des Brasilianers und einer 3:0-Führung verlor der VfL Wolfsburg gegen Mainz 05 noch mit 3:4.

Seinen zweiten Saisonsieg feierte der Hamburger SV durch ein 3:1 bei der punktlosen Frankfurter Eintracht. Werder Bremen kam gegen Köln mit einem 4:2 zum ersten Erfolg. Der SC Freiburg setzte sich beim 1. FC Nürnberg mit 2:1 durch. Hoffenheim besiegte am Abend St. Pauli mit 1:0 und feierte den zweiten Sieg in Folge.

VfL Wolfsburg - FSV Mainz 3:4 (3:1)

Auch der neue Superstar Diego hat den VfL Wolfsburg nicht vor einem Fehlstart in die Fußball-Bundesliga bewahren können. Der VfL verlor am Samstag mit dem brasilianischen Bundesliga-Rückkehrer auch das zweite Saisonspiel gegen Mainz 05 nach einer 3:0-Führung überraschend mit 3:4 (3:1). Torschützenkönig Edin Dzeko (23. und 27. Minute) und Diego (30.) hatten den VfL bereits scheinbar beruhigend in Führung geschossen, ehe Morten Rasmussen (39.), Elkin Soto (48.), André Schürrle (58.) und Adam Szalai (85.) das Spiel noch drehten.

Für die Rheinhessen ist nach dem 2:0 am ersten Spieltag über den VfB Stuttgart der Traumstart dagegen perfekt. Mit nun sechs Punkten liegen die Mainzer zusammen mit Aufsteiger Kaiserslautern an der Tabellenspitze. Dabei hatten Diego und Top-Torjäger Dzeko die Mainzer Abwehr in den ersten 30 Minuten regelgerecht auseinandergenommen. Bereits vor dem Spiel war der 25 Jahre alte Diego von den 26 116 Zuschauern in der VW-Arena frenetisch gefeiert worden.

Wolfsburgs neuer Trainer Steve McClaren hatte den erst am Donnerstag von Juventus Turin verpflichteten Brasilianer auf Anhieb in die Startelf berufen. Der bisherige VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic, der nun mehr denn je auf einen Wechsel pocht, stand schon nicht mehr im Kader.

"Wir werden sehen, was noch passiert. Für Kleingeld werden wir ihn mit Sicherheit nicht gehen lassen", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß vor dem Spiel. Einem möglichen Wechsel zum FC Schalke 04 erteilte er allerdings eine Absage: "Innerhalb der Bundesliga werden wir ihn mit Sicherheit nicht abgeben, sondern nur ins Ausland." Auch Galatasaray Istanbul gilt als Interessent.

Neben Diego und Dzeko gefiel beim Gastgeber mit Abstrichen auch Mittelfeld-Abräumer Josue. Mainz hatte in Linksverteidiger Christian Fuchs und Torschütze Soto seine besten Akteure.

Trainer Steve McClaren (VfL Wolfsburg): "Was heute passiert ist, das ist nur schwer zu erklären. So etwas habe ich weder als Spieler noch als Trainer erlebt. Wenn man nach einer 3:0-Führung noch verliert, dann sind mentale und charakterliche Probleme offensichtlich. Ich habe niemals zuvor so einen dramatischen Qualitätsverlust gesehen. Meine Mannschaft hat schon wieder zwei Gesichter gezeigt. Das Team muss noch zusammenwachsen. Diego und Dzeko haben im Zusammenspiel gezeigt, dass sie jeden Gegner vor Probleme stellen können."

Trainer Thomas Tuchel (FSV Mainz 05): "In der Mannschaft herrscht ein ungewöhnlicher Geist, den sich jeder Trainer wünscht. In der Halbzeit habe ich der Mannschaft mein Vertrauen ausgesprochen und Ruhe ausgestrahlt. Ich habe gespürt, dass Wolfsburg das sichere Gefühl des Siegers hatte und wusste, dass wir mit einem Tor das Spiel noch kippen könnten."

St. Pauli - TSG Hoffenheim 0:1 (0:0)

Mit einem Sieg bei Aufsteiger FC St. Pauli hat 1899 Hoffenheim seine Führungsposition in der Fußball-Bundesliga vorerst behauptet. Die Kraichgauer gewannen am Samstagabend im Millerntorstadion durch ein Tor von Isaac Vorsah in der 87. Minute mit 1:0 (0:0) und liegen nun gleichauf mit Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern auf Platz eins. Vor 23.794 Zuschauern besaß auch St. Pauli Chancen zu einem Sieg, scheiterte aber an der Schwäche im Abschluss. Pech hatte Fabian Boll, der in der 5. Minute mit einem Kopfball an der Latte scheiterte.

Die Bundesliga-Heimpremiere nach mehr als achtjähriger Abwesenheit vor nagelneuer Haupttribüne wurde zur unterhaltsamen Vorstellung. Die Gastgeber hatten gar mehr vom Spiel und boten den favorisierten Hoffenheimern ohne Zurückhaltung die Stirn. In der abwechslungsreichen Begegnung suchten beide Teams die Offensive, doch meist war vor der Strafraumgrenze des Rivalen Endstation.

St.-Pauli-Trainer Holger Stanislawski, der an der Seitenlinie «immer mit auf dem Platz steht», wie er bekennt, bewies diesmal Stehvermögen. In den einzigen Partien beider Clubs im Zweitliga-Jahr 2007/2008 war der Hamburger Trainer beide Male auf die Tribüne verwiesen worden.

Beste Akteure im Team von St. Pauli-Coach Holger Stanislawski waren Ebbers und Hennings. Aufseiten der Gäste konnten Tobias Weis und Sejad Salihovic überzeugen.

Schalke 04 - Hannover 96 1:2 (0:1)

Dem FC Schalke 04 droht eine weitere Verschlechterung des ohnehin angespannten Vereinsklimas. Eine Woche nach der von Fanprotesten gegen die wachsende Machtfülle von Trainer Felix Magath begleiteten Niederlage in Hamburg musste der mit großen Ambitionen in die Saison gestartete Revierclub am Samstag beim 1:2 (0:1) gegen Hannover 96 eine weitere Schlappe hinnehmen.

Vor 61.226 Zuschauern in der Veltins-Arena sorgten Konstantin Rausch (31.) und Mohammed Abdellaoue (49.) für den verdienten Erfolg der Gäste. Damit ging der Wunsch von 96-Coach Mirko Slomka, an seiner alter Wirkungsstätte einen Coup zu landen, in Erfüllung. Der Anschlusstreffer der Schalker durch Jermaine Jones (82.) kam zu spät.

Nach dem Saison-Fehlstart hat sich die Lage "Auf Schalke" einen Tag vor der geplanten Aussprache zwischen Magath, Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und Fanvertretern nicht entspannt. Neuerliche Proteste der Anhänger blieben gegen Hannover zwar aus, aber der Unmut über die Vorstellung der Profis war unverkennbar. Nur die Meldung, wonach der Club auf der Suche nach einem starken Angreifer fündig geworden sei und vor der Verpflichtung des 13 Millionen Euro teuren niederländischen Nationalstürmer Klaas-Jan Huntelaar (AC Mailand) stehen soll, sorgte bei den Fans für freudige Erwartung.

Aus einer starken 96-Elf ragten Torschütze Rausch und der Ex-Schalker Sergio Pinto heraus. Jones erreichte als einziger Schalker Feldspieler Normalform.

Trainer Felix Magath (Schalke 04): "Wir haben uns von dem Fehler vor dem 0:1 völlig verunsichern lassen. Diese Situation hat uns durcheinandergebracht. Ein wichtiger Spieler wie Jefferson Farfan hatte aber auch überhaupt keine Szenen und war in Gedanken vielleicht schon bei der Nationalmannschaft. Natürlich kann ich die Pfiffe gegen Christoph Metzelder nachvollziehen, auch er hat sich verunsichern lassen, das ist schade, weil wir einen stabilen Christoph Metzelder gebraucht hätten. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich alle unsere Probleme lösen lassen."

Trainer Mirko Slomka (Hannover 96): "Das war unsere zweiter Sieg in Folge gegen Schalke, das war schon etwas ganz Besonderes. Ich bin mit sehr vielen positiven Gefühlen hier zurückgekommen. Obwohl wir in den letzten zehn Minuten nur noch verteidigt haben, war unser Sieg verdient. Die Zweikämpfe waren unsere große Stärke. Mit 6 Punkten können wir jetzt die Länderspielpause genießen."

Werder Bremen - 1. FC Köln 4:2 (2:1)

Mit einem 4:2 (2:1) gegen den 1. FC Köln hat Werder Bremen einen Fehlstart in die Fußball-Bundesliga noch einmal abgewendet. Ein von Torsten Frings verwandelter Foulelfmeter in der 33., Treffer von Marko Arnautovic (36./90.+1) sowie von Hugo Almeida (74.) bescherten den Hanseaten eine Woche nach der 1:4-Schlappe bei 1899 Hoffenheim den ersten Dreier der neuen Saison. Die Rheinländer hingegen haben sich nach zwei Partien ohne Punktgewinn bereits im Tabellenkeller eingenistet.

Werder-Kapitän Frings war vom Punkt nach einem Foul von Petit an Marko Marin erfolgreich, Arnautovic traf per Kopfball. Im Gegenzug verkürzte allerdings Nationalspieler Lukas Podolski nur 60 Sekunden später ebenfalls mit Kopfstoß, vorausgegangen war eine präzise Flanke von Milivoje Novakovic. Für den Schlusspunkt sorgte Kölns Innenverteidiger Kevin McKenna (90.+3). vor 35.500 Zuschauern im Weserstadion.

Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): "Ich bin natrülich froh über den ersten Bundesliga-Sieg der Saison. Man kann wieder viele gute Dinge von uns sehen. Leider haben wir wieder zwei Gegentore bekommen, da müssen wir noch ruhiger und abgeklärter werden."

Trainer Zvonimir Soldo (1. FC Köln): "Wir haben vor der Partie über unser Zweikampfverhalten gesprochen. Daher bin ich über vier Gegentore sehr enttäuscht. Im letzten Jahr waren wir körperlich sehr stark, das fehlt uns im Moment. Auch was die Konzentration angeht, ist es nicht genug, was wir im Moment leisten."

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 1:3 (1:0)

Weltstar Ruud van Nistelrooy hat dem Hamburger SV auch am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga zum Sieg geschossen. Der Niederländer schoss beim 3:1 (0:1)-Erfolg der Norddeutschen bei Eintracht Frankfurt den wegweisenden Treffer zum 2:1 und erzielte damit nach dem Doppelpack zum Auftakt gegen Schalke 04 (2:1) bereits sein drittes Saisontor.

Während der HSV somit sechs Punkte auf dem Konto hat, gehen die Hessen nach der Auftakt-Niederlage in Hannover (1:2) ohne Punkt in die zweiwöchige Länderspielpause.

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena hatte der türkische Nationalspieler Halil Altintop die Hessen in der 38. Minute in Führung gebracht. Altintop fälschte dabei einen Schuss von Patrick Ochs entscheidend ab. Den Ausgleich erzielte der niederländische Vize-Weltmeister Joris Mathijsen per Kopf (61.). Nach van Nistelrooys Tor sorgte Paolo Guerrero für den Endstand (89. ).

Beste Spieler auf Seiten der Eintracht waren Altintop und Ochs. Beim HSV gefielen Pitroipa und van Nistelrooy.

Trainer Michael Skibbe (Eintracht Frankfurt): "Natürlich haben wir uns einen anderen Saisonstart gewünscht, momentan geht es absolut in die falsche Richtung. Die Niederlage gegen den HSV ist sehr enttäuschend, weil wir vor der Pause das 2:0 hätten machen müssen. Wir hatten aber in den beiden Spielen gegen Hamburg und in Hannover die Chance zu gewinnen, deshalb bleibe ich für die kommenden Wochen zuversichtlich."

Trainer Armin Veh (Hamburger SV): "Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr schwer getan, obwohl wir deutlich mehr Spielanteil hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann noch eine Schippe draufgelegt und sind dank zweier Standarttore 2:1 in Führung gegangen. Wir haben dann gezeigt, zu was wir in der Lage sind, weil wir einfach lauter gute Fußballer in unseren Reihen haben."

1. FC Nürnberg - SC Freiburg 1:2 (1:1)

Pappis Cissé hat den SC Freiburg vor dem totalen Fehlstart bewahrt und dem 1. FC Nürnberg die Saison-Heimpremiere gründlich verdorben. Dank des Doppeltorschützen aus dem Senegal feierten die Breisgauer mit dem 2:1 (1:1) am Samstag beim enttäuschenden "Club" eine Woche nach der 1:3-Heimpleite gegen den FC St. Pauli den ersten Saisonsieg.

Nach Nürnbergs Führung durch Julian Schieber (15. Minute) vor 36.780 Zuschauern machte Cissé (40./Foulelfmeter/52.) den ersten Bundesliga-Auswärtssieg des Sportclubs seit neun Monaten perfekt.

Neben dem quirligen Ekici überzeugte beim Club Timmy Simons im defensiven Mittelfeld. Bei Freiburg gefiel neben dem überragenden Cisse der kampfeslustige Jäger.

Dieter Hecking (1. FC Nürnberg): "Besser als in den ersten 40 Minuten, können wir nicht spielen. Wir haben den Gegner nicht nur dominiert, sondern wir hatten ihn am Boden. Wir haben sehr viel richtig gemacht. Aber dann haben wir das mit Füßen getreten, was wir uns aufgebaut hatten. Das war eine ärgerliche, eine unnötige Niederlage."

Robin Dutt (SC Freiburg): "Ich bin allenthalben zufrieden mit dem Ergebnis und der Einstellung der Mannschaft, ansonsten sollten wir aufpassen, dass hier nicht bald wieder nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht. Wir hatten viel zu wenig Ballbesitz, das kann nicht unser Anspruch von Fußball sein. Es warten 14 Tage harter Arbeit auf uns."

(dpa, SID, N24)

28.08.2010 21:51 Uhr

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