Bahn zeigt sich kulant

Millionen-Entschädigung für Hitzeopfer

Nach dem Klimaanlagen-Chaos in ihren Fernzügen zahlte die Bahn 23.000 hitzegeplagten Kunden Entschädigung im Wert von 2,7 Millionen Euro. Weitere Zahlungen stehen noch aus.

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ICE-Züge wurden zur Hitze-Hölle. Die Bahn zeigt sich jetzt kulant.
Video: Hitze-Panne - Bahn zahlt Opfern 500 Euro Schmerzensgeld
Video: Hitze-Chaos - Veraltete Klimaanlagen bei der Bahn
Video: Bahn Hitze-Chaos - Im Interview: Michael Klein, Transnet

Nach dem Klimaanlagen-Chaos in ihren Fernzügen während der hochsommerlichen Hitzewelle zeigt sich die Bahn kulant. Und die versprochene Wiedergutmachung für durchgeschwitzte Fahrgäste wird für den bundeseigenen Konzern ziemlich teuer. Inzwischen haben rund 23.000 hitzegeplagte Kunden Entschädigungen im Wert von 2,7 Millionen Euro erhalten, wie eine Bahn-Sprecherin in Berlin sagte. Dabei ist die Bearbeitung entsprechender Anträge noch nicht erledigt.

Um Technikprobleme unter Kontrolle zu bekommen und bei Störungen klarer zu informieren, will Bahnchef Rüdiger Grube im September weitere Maßnahmen präsentieren. Binnen weniger Tage waren Anfang Juli bei Temperaturen von weit über 30 Grad Klimaanlagen in gut 50 Fernzügen ausgefallen - teils komplett, teils nur in einzelnen Wagen. In einem dramatischen Fall musste ein ICE in Bielefeld gestoppt werden, in dem mehrere Schüler kollabierten.

Neue Kundenoffensive

Die Zahl der Entschädigungen schwoll stark an. Ende Juli hatte Grube noch berichtet, dass zunächst knapp 5.700 Kunden Entschädigungen im Wert von 374.000 Euro erhalten hatten. Die neuerlichen Pannen hatten der Bahn massive Kritik eingebracht, nachdem es bereits im Winter zu diversen Zugausfällen gekommen war. Im September will Grube daher weitere Schritte einer "Kunden- und Qualitätsoffensive" vorstellen. Damit soll verhindert werden, dass die ICE-Technik bei extremem Wetter erneut so störanfällig ist.

Generalüberholung

Im November beginnt eine Generalüberholung der 44 ICE-2-Züge, die bis 2013 abgeschlossen sein soll. Dabei wollen die Experten prüfen, ob auch Energieversorgung und Klimaanlagen überarbeitet werden sollten. Es bleibt nach Grubes Worten jedoch eine "Achillesferse", dass wegen zusätzlicher Achs-Überprüfungen kaum ICE-Reservezüge einsetzbar sind.

(N24, dpa)

29.08.2010 13:39 Uhr

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