Infineon verkauft seine Drahtlos-Sparte an US-Konkurrenten

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Infineon-Zentrale in Neubiberg
Intel-Logo

Der in der Krise schwer angeschlagene deutsche Chiphersteller Infineon hat seine Drahtlos-Sparte WSA an den US-Wettbewerber Intel verkauft. Intel zahlt für das Geschäft 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), wie beide Unternehmen mitteilten. Der US-Konzern will durch den Kauf mehr Geräte mit mobilem Internetzugang über das Handynetz anbieten.

Der schon lange erwartete Verkauf sei "eine strategische Entscheidung" für Infineon, erklärte der Konzern, der sich künftig auf Automobil-, Industrie- und Sicherheitstechnologie konzentrieren will. Der Konzern war in der Krise schwer angeschlagen, weshalb die Unternehmensführung Infineon derzeit umbaut und sich von Geschäftsfeldern trennt, die als nicht-strategisch gewertet werden. So trennte sich Infineon auch schon von der kriselnden Speicherchip-Sparte Qimonda, die kurze Zeit später Insolvenz anmelden musste.

WSA soll unter Führung von Intel nun den Angaben zufolge als "eigenständige Geschäftseinheit" agieren und mit ihren bisherigen Kunden weiter zusammenarbeiten. Der US-Chipriese ist bislang vor allem im Geschäft mit der drahtlosen WLAN- und Wimax-Technik aktiv. Durch den Kauf der Infineon-Sparte setzt Intel nun auf das derzeit boomende Geschäft des Internetzugangs über das Handynetz.

WSA bietet vor allem Technologie für die bislang verbreiteten Mobilfunk-Generationen GSM (2G) und UMTS (3G) an. Intel will nun nach dem Zukauf zudem auf die Mobilfunk-Technik der vierten Generation (4G) setzen: Die sogenannte LTE-Technik bietet deutlich schnellere Internetzugänge und soll schon Ende des Jahres in Deutschland starten.

Intel kann dadurch hoffen, sein Geschäft mit Chips für Notebooks und Mini-Laptops auszubauen. Die meisten der sogenannten Netbooks laufen bereits mit Intel-Chips. Wenn Intel nun auch Chips für die Internetverbindung über das Handynetz anbietet, könnten mehr Netbooks mit eingebautem Mobilfunk-Modem in die Läden kommen; die bislang meist nötigen Extra-Surfsticks entfielen dann.

Auch Tablet-PCs wie das iPad von Apple, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient werden, und die Smartphone genannten Internethandys sollen von neuen Intel-Technologien profitieren. "Der weltweite Bedarf an Wireless-Lösungen wächst weiterhin mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit", erklärte Intel-Chef Paul Otellini. In dieser Situation habe sich der US-Chipkonzern nun "gut positioniert".

(AFP)

30.08.2010 15:31 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse