Im Streit um den Zugriff auf über Blackberry-Telefone verschickte verschlüsselte Nachrichten hat Indien dem kanadischen Hersteller Research in Motion (RIM) einen 60-tägigen Aufschub für eine endgültige Lösung gewährt. RIM habe einige Vorschläge für den legalen Zugriff der Strafverfolgungsbehörden auf per Blackberry versandte Nachrichten vorgelegt, erklärte das Innenministerium nach einem Treffen von Innenstaatssekretär G.K. Pillai mit RIM-Vertretern in Neu Delhi. Diese Maßnahmen würden sofort in Kraft gesetzt.
In den kommenden 60 Tagen würde ihre Wirksamkeit überprüft, im Anschluss an diese Phase soll das Telekommunikationsministerium einen Bericht dazu vorlegen. RIM und die indischen Behörden verhandeln seit Wochen über den Zugriff auf die besonders sicher verschlüsselten Blackberry-Nachrichten. Indien hatte RIM ursprünglich bis Dienstag eine Frist gesetzt: Sollte den Sicherheitsbehörden bis dahin nicht der Zugriff auf die über die Telefone laufende Kommunikation gewährt werden, würden die verschlüsselten Messenger- und E-Mail-Dienste für die rund 1,1 Millionen Blackberry-Nutzer im Land gesperrt.
Die indische Regierung befürchtet, dass sich Rebellen über die hochverschlüsselten Blackberry-Dienste organisieren. So hatten Attentäter die Anschläge in Mumbai im Jahr 2008 über Mobil- und Satellitentelefone koordiniert. Auch die Behörden in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten sich in den vergangenen Wochen gegen die Art der Verschlüsselung bei Blackberry-Diensten gewandt.
(AFP)
30.08.2010 19:39 Uhr





