Deutsche Arbeitnehmer
In- und Ausland fordert mehr Lohn
Mehr Lohn fordern die Gewerkschaften - und erhalten breite Unterstützung aus der Politik. Neben SPD, Linkspartei und Grünen setzt sich auch Frankreichs Lagarde für deutsche Arbeitnehmer ein.
SPD, Linkspartei und Grüne unterstützen die Gewerkschaften in ihrer Forderung nach deutlich höheren Löhnen. "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Last der Krise am meisten zu spüren bekommen", sagte Vize-SPD-Chef und Ex-Arbeitsminister Olaf Scholz dem "Hamburger Abendblatt". "Es ist deshalb nur zu verständlich, wenn sie jetzt ordentliche Lohnsteigerungen verlangen." Rückendeckung erhielt er mit seiner Forderung auch aus Frankreich.
Im Nachbarland befürwortet Wirtschaftsministerin Christine Lagarde eine Anhebung der deutschen Löhne. Durch eine Ankurbelung des Konsums könne die ganze Euro-Zone profitieren, sagte die französische Ministerin. Sie hatte Deutschland - der größten Volkswirtschaft der Europäischen Union - seit der Wirtschaftskrise wiederholt fehlende Spendierfreude vorgeworfen.
Auch SPD-Vize-Fraktionschef Hubertus Heil forderte eine klare Beteiligung der Arbeitnehmer am Aufschwung: "Wenn die Wirtschaft wächst, muss die Lohnentwicklung angepasst werden", sagte er der Zeitung. Auf diese Weise müsse die Binnennachfrage gestärkt werden, um den Aufschwung zu verstetigen.
"Eine Frage der Fairness"
Linken-Parteichefin Gesine Lötzsch sagte dem "Hamburger Abendblatt", "satte Lohnerhöhungen wären jetzt das beste Konjunkturprogramm." Bislang hätten die Arbeitnehmer nichts von einem Aufschwung gespürt. Das zu ändern sei "eine Frage der Fairness". Die Grünen-Fraktionssprecherin für Arbeitnehmerrechte, Beate Müller-Gemmeke, forderte, besonders die Einkommen der Wenigverdiener müssten nun steigen.
Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hatte zuvor angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs höhere Löhne für die deutschen Arbeitnehmer gefordert. Es könne nicht sein, dass die Beschäftigten vielfach für die Krise bezahlten. Die Arbeitnehmer hätten in der Krise durch Kurzarbeit auf Lohn verzichtet. Am Freitag hatte die IG Metall ihre Forderung für die Tarifverhandlungen in der Stahlbranche bekannt gegeben: Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche sechs Prozent mehr Lohn.
(N24, AFP)
31.08.2010 09:24 Uhr








