Die Mehrheit junger Unternehmer und Führungskräfte spricht sich einer Umfrage zufolge gegen anonyme Bewerbungen aus. 36 Prozent der Unternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahren hielten anonymisierte Bewerbungsverfahren für nicht praktikabel, erklärten die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) unter Berufung auf eine Befragung unter ihren Mitgliedern. 39 Prozent sind demnach der Meinung, die anonymen Bewerbungen seien nicht notwendig, weil Arbeitgeber bereits allein anhand der Qualifikation entschieden.
Lediglich 14 Prozent der Befragten unterstützten die Idee des Verfahrens, neun Prozent bezeichneten die Idee als "grundsätzlich gut", aber für kleine Unternehmen zu aufwändig.
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) startet im Herbst ein Pilotprojekt mit dem Familienministerium und fünf Unternehmen wie der Deutschen Post und der Deutschen Telekom, um anonymisierte Bewerbungsverfahren ein Jahr lang zu testen. Das Verfahren, bei dem Arbeitgeber nur anhand der Qualifikation über die Eignung des Bewerbers entscheiden, soll Diskriminierungen aufgrund des Alters, des Geschlechts oder der Nationalität reduzieren. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hatte den Vorstoß der ADS kritisiert.
(AFP)
31.08.2010 12:34 Uhr





