BASF erntet erste kommerzielle Gen-Kartoffeln

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Brüderle liest Gen-Kartoffeln

Im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die BASF-Tochter Plant Science mit der Ernte der umstrittenen Gen-Kartoffel Amflora begonnen. Dies sei ein "besonderer Tag für die Grüne Gentechnik in Deutschland", sagte Brüderle laut BASF in Zepkow im Müritzkreis. Die Pflanzenbiotechnologie verspreche Lösungen für viele Herausforderungen, etwa bei der Produktion nachwachsender Rohstoffe. Am Rande des 15 Hektar großen Amflora-Feldes protestierten Umweltschützer gegen die Gen-Kartoffel.

Die geernteten Knollen sollen als Saatgut für den Anbau im nächsten Jahr genutzt werden, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Die Ernte würde reichen, um eine zehn- bis 15mal so große Fläche damit zu bepflanzen. Wo und wie viel im nächsten Jahr ausgesät wird, stehe jedoch noch nicht fest. Die Stärke aus den genveränderten Amflora-Kartoffeln soll vor allem in der Papier-, Klebstoff- und der Bauindustrie genutzt werden.

Aus Protest gegen die Ernte ließen Umweltschützer nach eigenen Angaben dutzende Luftballons mit der Aufschrift "Gentechnik - Nein Danke" in den Himmel über dem Acker aufsteigen. Durch die Ernte werde das Risiko der Ausbreitung der Genkartoffel immer größer, sagte Claudia Schulz, agrarpolitische Sprecherin der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. Umweltaktivisten hatten in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, den Amflora-Acker zu zerstören.

Die Europäische Union hatte die Amflora im Frühjahr genehmigt. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gab kurz darauf grünes Licht für die Anpflanzung auf dem Acker in Zepkow.

BASF Plant Science beantragte unterdessen die Zulassung einer weiteren gentechnisch veränderten Kartoffelsorte bei der EU. Die Sorte Amadea soll nach Unternehmensangaben in etwa drei Jahren auf den Markt kommen und Stärke für die Lebensmittelindustrie liefern.

(AFP)

31.08.2010 15:12 Uhr

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