Gassigehen für den Chef
Azubis werden oft ausgenutzt
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat für seinen "Ausbildungsreport" Azubis zu ihren Tätigkeiten befragt. Ergebnis: Jeder Zehnte muss Aufgaben übernehmen, die mit seiner Lehre nichts zu tun haben.
Gut jeder zehnte Lehrling muss regelmäßig Dinge erledigen, die nichts mit seiner Ausbildung zu tun haben. Das ergibt sich aus dem Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Demnach sagen 10,5 Prozent der Azubis, dass sie "häufig" oder sogar "immer" Aufgaben bekommen, die nicht zur Ausbildung gehören. Nur etwas mehr als ein Drittel (34,4 Prozent) gibt an, nie für ausbildungsfremde Tätigkeiten eingesetzt zu werden.
Nach dem Berufsbildungsgesetz ist es zwar verboten, dass Lehrlinge ständig Einkäufe für den Chef erledigen oder mit seinem Hund Gassi gehen müssen. Als Mitarbeiter auf der untersten Ebene wage es aber kaum ein Auszubildender, dagegen anzukämpfen, heißt es in dem DGB-Report.
Problem vor allem in kleinen Betrieben
Besonders in kleineren Betrieben müssen Azubis häufig als Aushilfe für fehlende Mitarbeiter herhalten oder private Aufträge des Chefs übernehmen. So sagt fast jeder fünfte Auszubildende (19,5 Prozent) in Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern, dass ihm "immer" oder "häufig" Sachen aufgetragen werden, die nicht zum Ausbildungsplan gehören. In Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gilt das nur für rund jeden fünfzehnten Befragten (6,5 Prozent).
An der repräsentativen Befragung haben rund 7300 Lehrlinge aus den 25 meistgewählten Ausbildungsberufen teilgenommen. Bei der Frage nach ausbildungsfremden Tätigkeiten wurden nur die Antworten von 2588 Lehrlingen ausgewertet, die ihren Ausbildungsplan nach eigenen Angaben sehr gut oder gut kannten.
(dpa, N24)
01.09.2010 16:50 Uhr





