Karstadt scheint nach monatelangem Ringen gerettet

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Karstadt-Filiale

Nach monatelangem Ringen scheint Karstadt gerettet: Sämtliche Investoren des Vermieterkonsortiums Highstreet stimmten in London für die von Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen geforderten Mietnachlässe, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen erfuhr. Damit wäre die drohende Insolvenz des Konzerns in letzter Minute abgewendet.

Ein Highstreet-Sprecher sagte nur, es sei "noch nicht alles finalisiert". Aus den Verhandlungskreisen verlautete aber, dass die grundsätzliche Zustimmung auch aller sogenannter Mezzanine-Investoren nun vorliege, die Geld in Highstreet investiert haben, aber nicht direkt beteiligt sind. Es seien nur noch die Unterschriften unter die entsprechenden Verträge offen. Es gehe um die Unterschriften von mehr als 60 Investoren, hieß es.

Die Highstreet-Investoren hatten in London über die von Berggruen geforderten Mietnachlässe verhandelt. Schon am Nachmittag hatte Highstreet mitgeteilt, dass die Gruppe der Anleihegläubiger im Highstreet-Konsortium den Mietnachlässen zugestimmt habe. Ihr Ja galt aber zuvor als unstrittig. Zudem mussten nur 75 Prozent von ihnen für die Mietnachlässe votieren. Als Knackpunkt der Verhandlungen galt deshalb bis zuletzt die Haltung der sogenannten Mezzanine-Investoren. Bei dieser Investoren-Gruppe war die Zustimmung aller Mitglieder notwendig.

Dem Highstreet-Konsortium, hinter dem die US-Bank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen, gehören 86 der insgesamt 120 Karstadt-Warenhäuser. Nach dem grünen Licht der Investoren könnte das Amtsgericht Essen am Freitag endgültig dem Insolvenzplan und damit der Übernahme durch Berggruen zustimmen.

Ob eine Frist bis Donnerstag um Mitternacht, die vom Insolvenzverwalter für eine Einigung gesetzt worden war, angesichts der notwendigen abschließenden Unterzeichnung der Verträge eingehalten werden kann, war aber bis zuletzt offen. Beobachter halten es aber für unwahrscheinlich, dass die Karstadt-Rettung an einer nicht eingehaltenen Frist scheitern könnte.

Im Juni 2009 waren der Arcandor-Konzern und damit seine Töchter Karstadt und Quelle im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise pleite gegangen. Im Rahmen eines Sanierungsplans wurde ein kleiner Teil der Kaufhäuser geschlossen, der Rest sollte erhalten bleiben und ein Käufer gesucht werden.

(AFP)

02.09.2010 22:01 Uhr

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