Delfin-Treibjagd in Japan

In der "Bucht" wird wieder geschlachtet

Im japanischen Taiji hat wieder die jährliche Delfinjagd begonnen. Die Tiere werden in eine kleine Bucht getrieben und dort abgeschlachtet. Ein Oscar-prämierter Dokumentarfilm berichtete davon.

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Fischer ziehen in der Nähe des japanischen Ortes Taiji getötete Delfine an Bord eines Bootes. (Archivbild von 2003)
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In der kleinen japanischen Stadt Taiji ist die Jagdsaison eröffnet: Mit monotonen metallischen Klängen ...
... treiben die Fischer Hunderte von Delfinen in eine enge Bucht. Dort gibt es für die intelligenten Meeressäuger kein Entrinnen mehr.
Nachdem die Tiertrainer die besten Exemplare für ihre Delfinarien ausgewählt haben, ...
... beginnt ein grausames Massaker.
Mit spitzen Speeren und Messern stechen die Männer im seichten Wasser solange auf die verängstigten Tiere ein, bis diese qualvoll verenden. Die eben noch strahlende blaue Meerenge verwandelt sich in einen blutroten See.
In seinem erschütternden Dokumentarfilm "Die Bucht" führen der amerikanische Taucher und Unterwasser-Fotograf Louie Psihoyos ...
... und sein Team, ...
... zu dem auch der ehemalige Trainer der berühmten Film-Delfine "Flipper", Ric O'Barry gehört, der Weltöffentlichkeit das gnadenlose Abschlachten von ...
... Delfinen vor Augen, das ...
... in Japan jeden Herbst wieder praktiziert wird: ...
... bedenkenlos, brutal, blutig.
In Japan werden jährlich 23.000 Delfine mit Harpunen und Haken erlegt. Ein Großteil davon wird zu Delfinfleisch verarbeitet, das aufgrund der hohen Quecksilberbelastung oftmals als Walfleisch deklariert wird.
"Ich möchte, dass der Tötung von Delfinen für immer ein Ende gesetzt wird", erklärt Regisseur Psihoyos. Die Idee über diese unbequeme Wahrheit einen Film zu drehen, war geboren, als ...
... der ehemalige Delfintrainer O'Barry ihm von diesem gewaltigen Gemetzel berichtete.
Um das dunkle Geheimnis ans Licht zu bringen, das sich in dieser abgelegenen Bucht verbirgt, musste die kleine Crew heimlich auf das abgeriegelte Gelände gelangen.
Eine Tauchweltmeisterin installierte in der Bucht die Unterwasserkameras- und mikrofone, während unbemannte Drohnen Luftbilder einfingen und eine militärfähige Wärmebildkamera die Nachtaufnahmen machte. "Die Bucht" - Ein Doku-Thriller der besonderen Art.
Video: Doku-Thriller - "Die Bucht": Delfinjäger im Visier
Video: "Die Bucht" - Fischer bereiten die Tötung der Delfine vor
Video: "Die Bucht" - Der Alptraum-Ort für Delfine

Trotz weltweiter Proteste haben Japaner am Donnerstag im Walfangdorf Taiji wieder mit dem alljährlichen Abschlachten von Delfinen begonnen. Zuerst wählen Tiertrainer dort die besten Exemplare für Delfinarien im In- und Ausland aus, dann werden die übrigen mit Speeren, Haken und Messern getötet. In seinem mit dem Oskar gekrönten Dokumentarfilm "Die Bucht" hat der amerikanische Taucher und Unterwasser-Fotograf Louie Psihoyos der Weltöffentlichkeit das Gemetzel mit Hilfe versteckter Kameras vor Augen geführt, das bis zum Frühjahr andauert.

Sechs Walfangboote verließen am frühen Morgen den Hafen von Taiji und orteten eine Gruppe von rund 20 Delfinen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Durch Hämmern auf Metallstangen im Meer legen die Fischer den Orientierungssinn der Delfine lahm und treiben sie so in eine Lagune, die mit Netzen abgesperrt wird. Vor den Augen von Spaziergängern wählen Tiertrainer zunächst die besten Exemplare für Delfinarien aus. Was der Besucher des Ortes jedoch nicht sehen darf, ist das Gemetzel an den übrigen Tieren, das sich in einer versteckt hinter Felsen gelegenen Nachbarlagune abspielt.

Millionen Unterschriften gegen das Abschlachten

Tausende von Delfinen fallen auf diese Weise in Taiji, rund 700 Kilometer südlich von Tokio, sowie wenigen anderen Orten Japans der Treibjagd zum Opfer - mit Billigung der Regierung, die Fangquoten setzt. Die Jagd an der Küste unterliegt nicht der Kontrolle der Internationalen Walfangkommission. Ein Teil des laut Umweltschützern hochgradig mit Quecksilber verseuchten Fleisches der abgestochenen Kleinwale gelangt später in den Handel. Unterdessen überreichte der amerikanische Delfinschützer Richard O'Barry in Tokio der US-Botschaft eine Liste mit Unterschriften von 1,7 Millionen Menschen in aller Welt, die ein Ende der Delfinabschlachtung in Japan fordern.

Der Amerikaner war in den 60er Jahren Trainer der Delfine für die TV-Serie "Flipper", seit 1970 kämpft er weltweit aktiv für den Schutz der Meeressäuger. Die Jagd auf die Delfine sei grausam und könne nicht als Teil der japanischen Kultur verklärt werden, sagte er zu Journalisten. O'Barry, der auch im Internet die Kampagne "Save Japan Dolphins" betreibt, hält sich in Japan mit rund 60 Unterstützern auf, um erneut gegen die Delfinabschlachtung in Taiji zu protestieren. Die Delfinariums-Industrie biete erst den finanziellen Anreiz, um die Treibjagd in Taiji in Gang zu halten, hatte O'Barry anlässlich einer früheren Jagdsaison der Nachrichtenagentur dpa in Tokio gesagt.

(dpa, N24)

02.09.2010 11:55 Uhr

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