Nahost-Gipfel
Palästinenser formen Terrorunion
Bewaffnete Palästinensergruppen verschärfen ihre Bemühungen die Friedensgespräche mit Israel zu behindern. 13 gewaltbereite Organisationen schlossen sich nun zu einem Bündnis gegen Israel zusammen.
Ungeachtet der Friedensbemühungen für den Nahen Osten haben mehrere bewaffnete Palästinensergruppen Israel mit neuer Gewalt gedroht. Ingesamt 13 bewaffnete Palästinensergruppen, darunter auch die Essedin-el-Kassam-Brigaden als bewaffneter Arm der radikalislamischen Hamas, verständigten sich am Donnerstag nach eigenen Angaben darauf, ihre Aktionen künftig miteinander abzustimmen. "Wir haben beschlossen, ein Koordinationszentrum für unsere Einsätze gegen den (israelischen) Feind zu gründen", verkündete der Sprecher der Essedin-el-Kassam-Brigaden, Abu Obeida, vor Journalisten in Gaza.
Der "zionistische Feind" solle "an jedem Ort und zu jeder Zeit" angegriffen werden, ergänzte Obeida. "Alle Optionen" seien möglich, auch Raketenangriffe von der Stadt Gaza auf Tel Aviv.
Die im Gazastreifen regierende Hamas ist mit der gemäßigten Palästinenserfraktion von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verfeindet und lehnt Friedensgespräche mit Israel ab. Ihr bewaffneter Arm hatte sich zu zwei Angriffen auf Israelis im Westjordanland am Dienstag und am Mittwoch bekannt. Die Vorfälle hatten die Wiederaufnahme der direkten Friedensgespräche zwischen Abbas und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington überschattet. Beide Seiten verständigten bei ihrem ersten Treffen seit fast zwei Jahren darauf, die Friedensgespräche im Zwei-Wochen-Rhythmus fortzuführen.
Netanjahu und Abbas wollen Friedensgespräche fortsetzen
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verständigten sich im Rahmen der Friedens-Gespräche darauf, ihre Verhandlungen am 14. September fortsetzen und auch danach alle 14 Tage zusammenkommen. Beide bekräftigten ihren Willen, innerhalb eines Jahres eine Friedenslösung zu erreichen.
Netanjahu und Abbas hatten sich im Rahmen der Verhandlungen unter der Schirmherrschaft von US-Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag auch zu einem Zweiergespräch zusammengesetzt. Der US-Sondergesandte George Mitchell sprach nach Abschluss der ersten Verhandlungsrunde von einer sehr konstruktiven und positiven Stimmung. Allerdings gebe es weiterhin sehr ernste Differenzen zwischen den Konfliktparteien.
"Einen echten, dauerhaften Frieden wird es nur bei gegenseitigen und schmerzlichen Zugeständnissen beider Seiten geben", sagte Netanjahu. Gemeinsam mit Abbas betonte er laut Mitchell das Ziel einer "Zwei-Staaten-Lösung": Ein stabiler Palästinenserstaat solle neben einem in Sicherheit lebenden Israel existieren. Innerhalb eines Jahres sollten alle Kernfragen gelöst werden, sagte Mitchell. Bereits zuvor wollten die Konfliktparteien ein Rahmenabkommen vorlegen.
(N24, AFP, dpa)
03.09.2010 07:51 Uhr









