Stressnachweis

Haare verraten Herzinfarkt-Risiko

Haare sind nicht nur verlässliche Zeugen im Nachweis von Drogenmissbrauch. Auch das Stresshormon Cortisol lagert sich auf den Hornfäden ab und kann Monate später noch nachgewiesen werden.

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Langfristiger Stress lässt sich in den Haaren nachweisen. Dort werde das Stresshormon Cortisol ähnlich wie Kokain gespeichert, berichten Forscher der University of Western Ontario.

Haare verraten das Herzinfarktrisiko eines Menschen. Das haben Forscher der University of Western Ontario im kanadischen London herausgefunden. Bisher war Stress für länger zurück liegende Zeiträume nicht nachweisbar.

In Haaren werde das Stresshormon Cortisol ähnlich wie Kokain gespeichert, berichten die Wissenschaftler. Sie fanden bei Patienten mit Herzinfarkten eine erhöhte Cortisol-Konzentration im Haar. Stress am Arbeitsplatz, Beziehungs- oder finanzielle Probleme waren bisher bei Menschen für länger zurück liegende Zeiträume nicht direkt messbar. Die Molekulartoxikologen um Gideon Koren und Stan Van Uum haben das Stresshormon Cortisol nun jedoch über drei Zentimeter hinweg im menschlichen Haar nachgewiesen. Bisher konnten Ärzte das Hormon lediglich im Blut, Urin oder Speichel finden, wo es nach kurzer Zeit wieder verschwunden ist.

Haarprobe belegt den Stress

Da Haare im Durchschnitt rund einen Zentimeter pro Monat wachsen, erkennen die Forscher in einem drei Zentimeter langen Haar Stresshormone, die bis zu drei Monate vor der Untersuchung eingelagert wurden. Die Mediziner hatten drei Zentimeter lange Haarstücke von 56 Männer untersucht, die wegen Herzinfarkten in eine Klinik gekommen waren. Zudem analysierten sie ebenso lange Haarproben von 56 Männern, die aus anderen Gründen dort waren. Ergebnis: Die Herzinfarktpatienten hatten über die vergangenen drei Monate betrachtet eine höhere Cortisolmenge im Haar als die anderen Studienteilnehmer.

Im Vergleich zu weiteren Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rauchen hatte die Cortisolmenge in der Studie den höchsten Einfluss auf das Herzinfarktriskiko. Die Arbeit veröffentlichten die kanadischen Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Stress". Sie sehen ein großes Potenzial in ihren Ergebnissen, da man Stress durch veränderten Lebenswandel und Therapie entgegenwirken und Infarkten so vorbeugen kann.

(DPA, N24)

06.09.2010 10:39 Uhr

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