Apfelwein, Grüne Soße, Handkäs - Hessen ist reich an kulinarischen Genüssen. Zumindest der Handkäs ist jetzt eine "geschützte geografische Angabe" im EU-Raum. Doch die Hessen wollen mehr.
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Hessischer Handkäs muss aus Hessen kommen. Was nachvollziehbar klingt, hat nun auch Brief und Siegel: Der "Hessische Handkäs" wird ab sofort durch die Europäische Union geschützt und trägt das EU-Gütezeichen "geschützte geografische Angabe", abgekürzt g.g.A. Die Käse-Spezialität muss also in Hessen zumindest erzeugt, verarbeitet oder hergestellt worden sein. Nach dem Handkäs wollen die hessischen Verbände auch versuchen, ein Gütezeichen für den Apfelwein und die Frankfurter "Grüne Soße" zu bekommen. Der "Odenwälder Frühstückskäse" ist bereits geschützt.
Der sogenannte "Handkäs mit Musik" gehört zu den typischen Speisen in Hessen. Angerichtet wird der Sauermilchkäse traditionell mit einer Marinade aus Essig, Zwiebeln, Öl und Pfeffer sowie je nach Geschmack Kümmel. Auch andere deutsche Produkte wie der Schwarzwälder Schinken und das Lausitzer Leinöl tragen bereits das Gütesiegel.
Besonders im Rhein-Main-Gebiet beliebt
Seit dem 19. Jahrhundert wurde der mit Natron und Salz versetzte und gequirlte Käse zunächst mit der Hand zu einem kleinen Laibchen geformt. Daher stammt der Name. In Hessen haben vier von sechs Handkäsereien ihren Sitz in Hochelheim, einem Ortsteil von Hüttenberg. Besonders beliebt ist Handkäs im Rhein-Main-Gebiet.
"Vom Antrag bis zur Bewilligung aus Brüssel sind fünf bis sechs Jahre vergangen", sagt ein Sprecher der Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse in Friedrichsdorf. Ziel des Gütezeichens sei vor allem die bessere Wahrnehmung des Produktes, die "Flaggung", hieß es.