EU-Gütezeichen

Handkäs darf nur noch aus Hessen kommen

Apfelwein, Grüne Soße, Handkäs - Hessen ist reich an kulinarischen Genüssen. Zumindest der Handkäs ist jetzt eine "geschützte geografische Angabe" im EU-Raum. Doch die Hessen wollen mehr.

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Was uns als Nahrunsgmittel selbstverständlich erscheint, trifft in anderen Ländern nicht unbedingt auf Gegenliebe. Bratwurst ...
... Pizza ...
... und Pasta sind nicht jedermanns Geschmack. Wer einmal gereist ist, der lernte die Vielfalt ausländischer Kochtöpfe vielleicht sogar zu schätzen. Oder auch nicht. Hier ein paar Gerichte der besonders skurrilen Art.
Milbenkäse: Bei der Reifung werden Käsemilben eingesetzt. Der Speichel der Milben bewirkt die Fermentation der Käserohmasse. Im Verlauf des Reifungsprozesses färbt sich das Äußere des Käses nach etwa vier Wochen gelb ...
... bis es in ein rötliches Braun und nach einem Jahr schließlich in eine schwärzliche Färbung übergeht. Die Milben werden beim Verzehr des Käses mitgegessen.
Haggis: Eine bekannte Spezialität der schottischen Küche. Es besteht aus dem Magen eines Schafes, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird.
Haggis ist mit Pfeffer scharf gewürzt, und das Hafermehl verleiht ihm eine etwas schwerere Konsistenz als Wurst.
In China essen sie Hunde: Hundefleisch gilt als absolute Spezialität und männliches Aphrodisiakum. Zur Garnierung des Gerichtes wird der Schwanz des Hundes an den Tellerrand gelegt.
Surströmming, eine schwedische Fischdelikatesse. Die Heringe werden in Holzfässern eingesalzen, vergoren und dann in Blechdosen abgefüllt. Nach einem halben Jahr, wenn die Nachgärung beendet ist, gelangt die Delikatesse in den Handel. Aber Vorsicht ...
... der Geruch beim Öffnen der Dose erfordert starke Nerven. Verzehrt wird der Fisch mit Kartoffeln, Zwiebeln und Teigfladen. Guten Appetit!
Hundertjährige Eier: Eine Delikatesse der chinesischen Küche. Zur Herstellung werden die Eier drei Monate lang in einem Brei aus Holzkohle, Wasser, Salz und Kalk eingelegt.
In dieser Zeit verwandelt sich das Eiweiß in eine bernsteinfarbene Masse, das Eigelb verfärbt sich grün. Verzehrt werden die Eier mit Sojasauce, Essig und Ingwer.
Gegrillte Vogelspinnen ...
... und Heuschrecken gehören in vielen asiatischen Ländern zum Speiseplan. Gekauft werden sie an den Garküchen am Straßenrand. Frittiert als Snack oder ...
... als vollwertige Mahlzeit im Teigfladen. Eiweßreich ist diese Kost allemal.
Casu Marzu: Überreifer Schafskäse aus Sardinien, der solange reift, bis er Maden enthält. Diese können, müssen aber nicht mit verzehrt werden. Dazu isst man sardinisches Brot und trinkt einen kräftigen Rotwein.
Durian: Die Frucht des Durian-Baumes auch Stinkfrucht genannt. Frisch vom Baum geerntet, ist die Frucht wohlriechend und -schmeckend, entwickelt jedoch innerhalb weniger Tage einen unerträglichen ...
... Geruch und Geschmack nach faulen Eiern.

Hessischer Handkäs muss aus Hessen kommen. Was nachvollziehbar klingt, hat nun auch Brief und Siegel: Der "Hessische Handkäs" wird ab sofort durch die Europäische Union geschützt und trägt das EU-Gütezeichen "geschützte geografische Angabe", abgekürzt g.g.A. Die Käse-Spezialität muss also in Hessen zumindest erzeugt, verarbeitet oder hergestellt worden sein. Nach dem Handkäs wollen die hessischen Verbände auch versuchen, ein Gütezeichen für den Apfelwein und die Frankfurter "Grüne Soße" zu bekommen. Der "Odenwälder Frühstückskäse" ist bereits geschützt.

Der sogenannte "Handkäs mit Musik" gehört zu den typischen Speisen in Hessen. Angerichtet wird der Sauermilchkäse traditionell mit einer Marinade aus Essig, Zwiebeln, Öl und Pfeffer sowie je nach Geschmack Kümmel. Auch andere deutsche Produkte wie der Schwarzwälder Schinken und das Lausitzer Leinöl tragen bereits das Gütesiegel.

Besonders im Rhein-Main-Gebiet beliebt

Seit dem 19. Jahrhundert wurde der mit Natron und Salz versetzte und gequirlte Käse zunächst mit der Hand zu einem kleinen Laibchen geformt. Daher stammt der Name. In Hessen haben vier von sechs Handkäsereien ihren Sitz in Hochelheim, einem Ortsteil von Hüttenberg. Besonders beliebt ist Handkäs im Rhein-Main-Gebiet.

"Vom Antrag bis zur Bewilligung aus Brüssel sind fünf bis sechs Jahre vergangen", sagt ein Sprecher der Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse in Friedrichsdorf. Ziel des Gütezeichens sei vor allem die bessere Wahrnehmung des Produktes, die "Flaggung", hieß es.

(dpa, N24)

03.09.2010 11:02 Uhr

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