Von Oslo nach Rüsselsheim

Lena singt für Opels Zukunft

Erst singt sie Deutschland in Oslo zum Eurovision-Sieg, nun soll sie in Rüsselsheim den kriselnden Autobauer Opel retten. Mit ihrer "Jugendlichkeit" sei sie die perfekte Markenbotschafterin, so Opel.

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Opel will sein Image mit der Eurovision-Siegerin Lena Meyer-Landrut aufpolieren. Doch was hat Lena davon?
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Menowin ist der unbeliebteste Nachbar. Das ergab eine Umfrage von "ImmobilienScout 24" unter 1050 Deutschen.
Ist die Großfamilie Schuld? Neben dem DSDS-Zweiten Menowin Fröhlich will jedenfalls keiner wohnen. 19 Prozent der Befragten würden lieber ihre Koffer packen. Damit holt Menowin wenigstens hier Platz 1.
Platz 2 geht an DSDS-Juror Dieter Bohlen. 12 Prozent wollen auf keinen Fall neben Diiddaa wohnen. Vielleicht ist das auch die Angst, beim Streit am Gartenzaun den Kürzeren zu ziehen.
Bushido folgt auf Platz 3. Wer die Polizeiakte des Rappers liest, weiß warum: Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschädigung und Körperverletzung - nicht unbedingt die besten Eigenschaften eines guten Nachbarn.
Platz 4: Bill Kaulitz - Groupies im Garten, wer will das schon.
Platz 5: Seit er mitregiert geht vieles schief. Vielleicht haben auch deswegen nicht mehr viele Bürger Lust auf Guido Westerwelle als Nachbarn.
Vergleiche mit dem dritten Reich und geschmacklose Loveparade-Kritik bringen Eva Herman auf Platz 6 der ungeliebten Nachbarn.
Superblondine Daniela Katzenberger landet auf Platz 7. Vielleicht ist die Cafebesitzerin auch deshalb erstmal auf unbestimmte Zeit nach Mallorca ausgewandert.
Er ist einer der mächtigsten Männer Deutschlands und auch einer der unbeliebtesten Nachbarn. "Deutsche Bank"-Chef Josef Ackermann wurde auf Platz 8 gewählt.
Hübsche Frau, aber hoher Nervfaktor - Rang 9 für Giulia Siegel. Das TV-Sternchen ist bei vielen Deutschen als Nachbarin unerwünscht.
Zur Zeit gewöhnt sie sich gerade in der Pro7-Doku "Don't Smoke on the Water" das Rauchen ab.
Wer Loddar betrügt, der ist auch kein guter Nachbar! So jedenfalls denken viele Deutsche und wählen Liliana Matthäus auf Platz 10.
Liliana will jetzt ihr Glück in New York suchen. Als Topmodel natürlich.
Neben ihm könnte es laut werden - Jimi Blue Ochsenknecht ist ein Partytiger, das bringt ihm Rang 11.
Lena - in Oslo noch Liebling aller Deutschen, geht sie mittlerweile vielen auf die Nerven. Statt 12 Points, Platz 12 bei den nervigsten Nachbarn.
Ex-Wetterfrosch Kachelmann ist kein gern gesehener Nachbar mehr. Wie viele seiner ehemaligen "Lausemädchen" an der Umfrage teilgenommen haben ist nicht bekannt. Immerhin reicht es noch für Rang 13.
Platz 14: Ballack-Treter Kevin Prince Boateng hat in Deutschland nur noch wenig Sympathien....
...aber auch sein Opfer Michael Ballack könnte bei der Haus-Suche in der nähe von Leverkusen so seine Probleme bekommen. Oder hat vielleicht Christian Lell an der Umfrage teilgenommen und den Capitano auf Platz 15 befördert?
Platz 16: Sarah Connor als Nachbarin? Wieso eigentlich nicht! Das dachten sich die meisten Befragten. Allerdings möchte wohl auch niemand dafür extra nach Delmenhorst ziehen.
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Lena Meyer-Landrut hat den Eurovision Song Contest 2010 gewonnen. Souverän! Mit 246 Punken ließ die hannoverarnerin die Konkurrenz hinter sich.
Und wirklich, nach Lena kam eine ganze Weile Nichts.
Mit 170 Punkten wurde die Hardrock-Band "maNga" aus der Türkei auf Platz zwei gewählt.
Rumänien schaffte mit Paula Seling & Ovi den Sprung auf den dritten Platz und erhielt 162 Punkte.
Dänemark schickte Chanee & N'evergreen ins Rennen und landete mit 149 Punkten auf Rang vier.
Zwischenzeitlich hieß es, Safura könnte Lena vom Thron stoßen. Pustekuchen! Für den Vamp aus Aserbaidschan reichte es mit 145 Punkten nur für den fünften Platz.
Tom Dice ging für Belgien an den Start und brachte es mit 143 Punkten auf den sechsten Platz.
Eva Rivang sang sich und damit Armenien auf Platz sieben und erhielt 141 Punkte.
Mit viel Tamtam stampfte sich Griechenland unter Führung von Giorgos Alkaios und seinen Freunden auf den achten Platz und erhielt 140 Punkte.
Wenn Sofia Nizharadze aus Georgien nicht soviel Theater auf der Bühne gemacht hätte, wäre sie vielleicht nicht auf dem neunten Platz gelandet. Ihr Song "Shine" bekam 136 Punkte.
Die Ukraine wurde durch Alyosha auf den zehnten Platz gesungen und bekam dafür 108 Punkte.
Peter Nalitsch & Friends waren für Russland auf der Bühne. Und hätte der Barde in seiner Muttersprache gesungen, hätten die Zuschauer womöglich auch etwas von der russischen Seele verstanden. So reichte es nur für Rang elf und 98 Punkte.
Die Franzosen ließen Jessy Matador mit "Allez! Ola! Olé!" auf Europa los und wurden mit 98 Punkten auf Rang zwölf verbannt.
Milan Stankovi? legte sich mit "Ovo je Balkan" für Serbien ins Zeug, bekam 82 Punkte und wurde 13.
Mit einer Opernstimme und einem sehr getragenen Song konnte sich Israels Vertreter Harel Skaat nur auf Platz 14 retten und erhielt für sein Lied 71 Punkte.
Trotz der Möglichkeit zweimal aufzutreten reichte es bei 68 Punkten für Spaniens Vertreter Daniel Diges nur für Platz 15.
Juliana Pasha ging für Albanien mit "It's All About You" an den Start und fand sich am Ende des Contests mit 62 Punkten auf Platz 16. wieder.
Vukasin Brajic rockte Bosnien-Herzegovina mit 51 Punkten auf Platz 17.
Filipa Azevedo aus Portugal sang in ihrer Muttersprache "Há dias assim". Europa hörte es und gab ihr 43 Punkte. Rang 18.
Der Name Björk steht in Island für hohe Gesangskunst. Mit der wuchtigen Hera Björk schafften es die Inselbewohner aus dem hohen Norden aber nur auf Platz 19.
Norwegen hatte mit Didrik Solli-Tangen in diesem Jahr gar kein Glück. Auch wenn er mit "My Heart Is Yours" ganz Europa sein Herz schenken wollte, es reichte nur für Platz 20.
Jon Lillyreen ist eigentlich Engländer, ging aber für Zypern an den Start. Geholfen hat’s den Zyprioten nichts, denn der Barde von der Insel schaffte es mit "Live Looks Better In Spring" lediglich auf Platz 21.
Wer weiß wo Moldau liegt? Ist auch egal, denn Sun Stroke Project & Olia Tira brachten es mit "Run Away" lediglich auf 27 Punkte und damit auf Platz 22.
Niamh Kavanagh aus Irland sang mit wunderschöner Stimme "It's For You". Die Europäer wollten es nicht haben und verbannten sie auf Platz 23.
Weißrussland ließ 3+2 los. Entsprechend ihrem Song "Butterflies" flatterten die Musikanten auf den vorletzten Platz.
Es ist unglaublich: Das Land der Pop-Musik kommt auf keinen grünen Zweig. Die Briten ließen Josh auf Europa los und landeten prompt auf dem letzten Platz. Ein Tipp: Boy groups sind out!
Video: N24 V.I.P. Spezial - Lena nach dem Grand Prix
Video: Lena forever? - Die Euphorie kennt kein Ende
Video: Unerwarteter Schritt - GM will Opel ohne Staatshilfen sanieren

Der angeschlagene Autobauer Opel hat ein neues Werbegesicht: Lena Meyer-Landrut. Am Samstagabend trat die Siegerin des Eurovision Song Contests auf dem "Tag der offenen Tür" in Rüsselsheim auf - Opel gab damit nun auch ofiziell bekannt, was eigentlich eh schon alle wussten. Die 19-Jährige sei "wundervoll, unprätentiös, ehrlich, kommt bei den Leuten an und ist ein frisches Gesicht", sagte Opel-Chef Nick Reilly.

So wolle Opel auch wieder sein. "Das ist eine perfekte Verbindung", schwärmte er weiter. "Wir sind froh, Lena in unserem Team zu haben." Fachleute und selbst Opelaner sehen den Deal aber eher skeptisch.

Lena wirkt verloren und überfordert

Lenas Auftritt vor etwa 20.000 Menschen - vor allem Opelaner und deren Familien - verursachte keine wirklichen Begeisterungsstürme. Sie spielte fünf Songs (allein zweimal "Satellite") und wirkte auf der großen Bühne verloren und überfordert.

Zu ihrer Partnerschaft mit Opel sagte sie öffentlich nur einen typischen Lena-Satz: "ch bin auch tierisch froh und find's richtig toll." Ansonsten hieß es: "Ich bin zum Singen und nicht zum Reden hier." Als sei auch für sie der Deal mit dem Autobauer mit dem ramponierten Image nicht ohne Risiko.

Einige Opel-Mitarbeiter hielten ihren 25-minütigen Auftritt, bei dem sie alles "krass" und Rüsselsheim "wunderschön" fand, hinter vorgehaltener Hand für unreif und bezweifelten Lenas Eignung als Opel-Gesicht. Außerdem habe sie bisher nur einen Hit gelandet, meinten andere.

Langristiges Engagement

Wie lange die Hannoveranerin für Opel werben soll, teilte Opel nicht mit. Es hieß nur, ihr Engagement sei langfristig ausgelegt. Reilly und Marketingboss Alain Visser versuchen derzeit mit aller Macht, das angestaubte Image der Marke aufzupolieren. Vollmundig versprechen sie Milliardeninvestitionen in neue Technologien und Modelle, auch Life-Style-Fahrzeuge sollen wieder entworfen werden.

In einer Kampagne wirbt Opel - mitten in einer Sanierung und noch tief in den roten Zahlen - mit "lebenslanger" Garantie für Neuwagen. Die Botschaft: Opel baut wieder Autos von Qualität. Dass die Wettbewerbszentrale gegen den Werbespruch klagen will, weil die Garantie keineswegs unbefristet gelte, ficht Visser nicht an. Die Schlagzeilen kommen sogar gelegen, um eigene Stärke herauszustellen: "Der Neid der Konkurrenz gibt uns kein unangenehmes Gefühl."

"Mit Abstand die langweiligste Marke"

Mit Qualität allein kann Opel aber nicht an alte Erfolge anknüpfen. Reilly such ein neues Image, das auch jüngere Käufer anspricht. Das ist bitter nötig, glaubt man einer Studie des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Die kam im März nach einer Online-Umfrage unter 18- bis 25- jährigen Deutschen zu dem Ergebnis, dass Opel für junge Autofahrer die "mit weitem Abstand langweiligste Marke" ist.

Mit Lena als "Markenbotschafterin" will Opel nun verstärkt neue Kommunikationskanäle nutzen, etwa Social Media und im Bereich Musik und Entertainment. "Ich finde die Idee gut", sagt Opel- Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz und betont: "Lena verkörpert das jugendliche Element in Opel." Franz weiß aber auch: "Sie passt gut zum Corsa, für den Insignia brauchen wir jemand anderen." Die "Süddeutsche Zeitung" lästerte bereits: "Die freche Lena in einem biederen Astra? Da ist doch einige Vorstellungskraft nötig."

"Hohes Risiko"

Skepsis auch bei Marketing-Professor Markus Voeth: "Mit der Verpflichtung von Lena will man an alte Zeiten anknüpfen, als man mit Steffi Graf oder Franziska van Almsick über bekannte, junge Erfolgsfrauen versucht hat, ein positives Markenimage aufzubauen. Ich bezweifele aber, dass das jetzt der richtige Weg ist." Nach Überzeugung des Wissenschaftlers von der Universität Hohenheim hätte Opel zuerst neue und vor allem coolere Autos auf die Straße bringen müssen. Erst danach hätte sich der Hersteller eine Werbe-Frontfrau suchen sollen, die diese neuen Autos den Leuten näherbringt.

Der Autoexperte hält die Verpflichtung der Sängerin nicht nur für verfrüht, sondern auch für riskant. Lena sei ein "Sternchen", das seinen Erfolg noch nicht stabilisieren konnte und daher schnell in der Versenkung verschwinden könnte. "Das ist für Opel ein hohes Risiko, wenn man nun ganze Kampagnen mit Lena plant." Der Deal sei ein Zeichen dafür, dass Opel kurzfristige Absatzerfolge braucht - obwohl eigentlich ein grundlegender Markenrelaunch nötig wäre.

(dpa, N24)

05.09.2010 12:10 Uhr

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