Eine Tote bei Flugschau

Doppeldecker rast in Menschenmenge

Ramstein ist in die Geschichte eingegangen, dort starben vor 22 Jahren 70 Menschen bei einer Flugschau. Im bayerischen Schnaittach-Lillinghof wurde nun ein Zuschauer von einem Doppeldecker getötet.

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Der Pilot habe die Kontrolle über den Doppeldecker verloren und sei in eine Menschenmenge gerast, berichten Polizei und Zuschauer. (Archivbild)
Video: Tödliche Flugschau - Absturzursache noch unklar
Es ist eine der folgenschwersten Katastrophen, die sich je im Rahmen einer Flugschau ereignet haben. Am 28. August 1988 kollidieren drei Flugzeuge im rheinland-pfälzischen Ramstein.
Der Tag des Unglücks: 300.000 Menschen verfolgen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt gebannt eine Flugvorführung. Die italienische Militärstaffel "Frecce Tricolori" (deutsch: Dreifarbige Pfeile) zeigt waghalsige Formationen.
15.44 Uhr: Bei der Abschlussfigur "Durchstoßenes Herz" stimmt das Timing nicht. Das rechte Flugzeug soll knapp an den anderen Maschinen vorbeifliegen.
Stattdessen steuert es voll auf die Gruppe zu. Es kommt zur Kollision, die Flieger gehen in einem riesigen Feuerball auf.
Zwei von ihnen zerschellen auf der Rollbahn und in einem nahegelegenen Waldstück.
Eine der drei "Aermacchi MB 339" rast mitten in die Zuschauermenge ...
... und explodiert sofort.
Der als schöner Familiensonntag geplante Tag endet im Inferno.
Was bleibt ist pure Zerstörung. Das Volksfest wird zum Alptraum.
Hektisch beginnen die Menschen, die Verletzten zu versorgen. Die Rettungskräfte sind auf eine Katastrophe dieses Ausmaßes nicht vorbereitet.
Für 70 Menschen kommt jede Hilfe zu spät, etwa 400 Menschen werden verletzt, die meisten schwer.
Wenige Tage später, am 3. September 1988, gedenken die Angehörigen der Opfer der Katastrophe. Trauer gepaart mit der Frage: Wie konnte das passieren?
Später stellt sich heraus: Menschliches Versagen war für den Unfall verantwortlich. Einer der Piloten verschätzte sich (Bild: Gedenkgottesdienst am 28. August 2003).
Heute erinnert nahe des Unfallorts ein Gedenkstein an die Opfer.
An Jahrestagen versammeln sich dort die Verwandten und Freunde der Opfer ...
... und erinnern sich in Trauer an das schreckliche Ereignis von 28. August 1988.
Zum 20. Jahrestag des Unglücks hat das "Museum im Westrich" in Ramstein-Miesenbach eine Sonderausstellung eingerichtet. Sie zeigt Zeitungsausschnitte, aber auch Fotos und Gegenstände von Opfern und deren Geschichten.
Ein Modell macht auch noch einmal den Unfallhergang deutlich. Eigentlich sollte das einzelne Flugzeug in der Mitte knapp an den ein Herz fliegenden Maschinen vorbeifliegen.
Viele Menschen tragen heute noch die Spuren des Absturzes. Marc-David Jung etwa, der mit vier Jahren Opfer der Flammen wurde und mit schweren Brandmalen im Gesicht und am Körper leben muss ...
... oder Roland Fuchs (im Bild mit seiner Familie), der seine Ehefrau und seine damals fünfjährige Tochter verlor. 60 Prozent der Haut von Roland Fuchs verbrannte, er verbrachte 60 Tage im künstlichen Koma.
Die umstrittene Band "Rammstein" bediente sich des Unglücksortes als Namen. Nicht jeder finden die Bandbezeichnung geschmackvoll.
Die US-Airbase Ramstein: Nach dem 28. August 1988 wurden in Deutschland strenge Sicherheitsregeln für Flugshows erlassen. Rettungskräfte sind umfassend auf solche Katastrophen vorbereitet. Zudem müssen Mindestabstände zu Zuschauern eingehalten werden.
Viele Menschen verstehen nicht, warum nicht ganz auf so gefährliche Spektakel verzichtet wird. Denn immer wieder kommt es zu ähnlichen Unfällen, etwa 2002 im ukrainischen Lwiw, als 80 Menschen starben. Der Wahnsinn nimmt kein Ende.
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Der Airbus A380 der Airline Emirates ist einer der Publikumsmagnete auf der ILA 2010.
So nah, wie bei der Flugschau in Berlin, kommt man dem "Riesenvogel" Airbus A380-800 nur selten.
ILA-Besucher stehen vor dem Airbus A380 der Emirates Airline.
Das neue Militärtransportflugzeug A400M fliegt auf der ILA ein.
Das Militärtransportflugzeug A400M landet auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.
Fachbesucher nutzen auf der ILA die seltene Gelegenheit, unter einem Airbus A380-800 entlang zu laufen und Erinnerungsfotos zu machen.
Auch der Militärhubschrauber vom Typ Eurocopter Tiger zeigt über dem Flughafengelände seine Fähigkeiten.
Ein Mitarbeiter der Firma Eurocopter putzt einen Militärhubschrauber Tiger.
Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Sikorsky CH 53 bei einem Abnahmeflug.1153 Aussteller aus 47 Ländern präsentieren auf 250.000 Quadratmetern ihre Innovationen.
Mitarbeiter der Firma Eurocopter warten den Militärhubschrauber vom Typ Tiger.
Gedränge auf dem Rollfeld in Berlin-Schönefeld: Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Sikorsky CH 53G (gelandet) und ein Bell UH 1D in der Luft.
ILA-Besucher dürfen sogar in das Cockpit des Kampfjets vom Typ Tornado.
Weil das Interesse groß ist, kann es aber auch mal etwas länger dauern.
Model Eva Padberg zeigt Interesse für die Flugshow und Talent am Ball.
Auch Padberg ist beeindruckt von den Dimensionen des A-380-800.
Natürlich darf auch Sie mal ins Cockpit.
Video: Flugschau-Katastrophe - 20. Jahrestag des Unglücks von Ramstein

Ein Doppeldecker ist am Sonntag bei einer Flugschau in der Nähe von Nürnberg in die Zuschauermenge gerast und hat eine 46 Jahre alte Frau getötet. 38 Menschen wurden bei dem Unglück in der Nähe von Schnaittach-Lillinghof verletzt, fünf davon schwer.

Zu Zwischenfällen kam es am Wochenende auch bei Flugtagen im bayerischen Füssen und im hessischen Langenselbold. In Füssen starb eine Drachenfliegerin, nachdem sie auf ein geparktes Segelflugzeug gestürzt war.

Zuschauerin in den Propeller geraten

Augenzeugen des schweren Unfalls in Lillinghof berichteten, die getötete Zuschauerin sei in den Propeller des Doppeldeckers geraten. Der aus dem hessischen Gelnhausen stammende Pilot der Unglücksmaschine blieb nach Angaben von Polizeipressesprecher Robert Sandmann dagegen unverletzt.

Er erlitt einen Schock, konnte aber kurze Zeit später bereits von der Kripo und Experten der Flugunfalluntersuchungsstelle vernommen werden. Der Unglücksort liegt rund 25 Kilometer nordöstlich von Nürnberg.

"Waren gerade beim Kaffeetrinken"

Das Flugzeug war der Polizei zufolge beim Start zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerast. "Wir waren gerade beim Kaffeetrinken, als auf einmal Tische und Bänke durch die Luft flogen - und auf ein Mal hatten wir den Propeller der Maschine vor uns", sagte ein Augenzeuge. Die Maschine kam 20 Meter vor dem Kontrollturm zum Stehen und kippte auf die Nase.

Warum das Flugzeug beim Start ausbrach, war zunächst unklar. Mehrere Augenzeugen berichteten, die Maschine habe anscheinend nicht ausreichend Tempo gehabt, um abzuheben. Der frühere Vorsitzende des Segelflug-Clubs Lauf, Thomas Horz, vermutete dagegen, der rund 70 Jahre Flugzeug-Oldtimer könnte von einer starken Windböe nach rechts gedrückt worden sein. Er habe beobachtet, wie der Flügel kurz den Boden berührt habe. Dadurch sei das Flugzeug destabilisiert worden.

Veranstaltung sofort abgebrochen

Noch Stunden später war das havarierte Flugzeug von Neugierigen umringt. Bierbänke und ein Schankwagen erinnerten an den Volksfestcharakter der Schau auf dem Segelflughafen am Fuß der Frankenalb. Die Veranstaltung wurde nach dem Unglück sofort abgebrochen.

Der Doppeldecker - ein Original-Oldtimer vom Typ Tiger Moth - war bei dem vom Segelclub Lauf veranstalteten Flugtag eine der Hauptattraktionen. Zum Programm gehörten auch Segelkunstflug, Fallschirmformations-Sprünge sowie Rundflüge mit Hubschraubern.

Weitere Unfälle am Wochenende

Innenminister Herrmann schloss unterdessen ein Verbot solcher Flugtage aus. Es sei zwar sehr tragisch, wenn ein so schöner Anlass einen so grausigen Verlauf nimmt. «Aber ein solches Unglück könnte auch während des normalen Flugbetriebs passieren», sagte der Minister, der am frühen Abend von seinem Heimort Erlangen zu dem Unglücksort geeilt war. Zugleich dankte er den rund 240 Helfern.

Zum Unglück beim Flugtag im bayerischen Füssen teilte die Polizei in Kempten mit, eine 50 Jahre alte Drachenfliegerin habe am Samstag in der Startphase einen Fehler gemacht und sei dann in die Tiefe gestürzt. Am Boden prallte sie auf ein geparktes Segelflugzeug. Die Schwerverletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Unfallklinik geflogen. Dort starb sie in der Nacht zum Sonntag.

Glimpflich ging dagegen ein Unfall bei einem Flugtag im hessischen Langenselbold aus: Am Sonntag war ein Kleinflugzeug beim Anlassen am Boden außer Kontrolle geraten. Die führerlose Maschine rollte über den Rasen und blieb in einer Hecke stecken, teilte die Polizei in Offenbach mit. Verletzt wurde niemand. Der Pilot habe vor der Maschine stehend den Propeller gestartet, als sich das Flugzeug in Bewegung setzte.

Tragische Flugschauen in Deutschland

26. April 2008 - Eisenach: Zwei Menschen sterben, als ein Propellerflugzeug in einen Verkaufsstand rast. 15 Verletzte.

28. August 1988 - Ramstein: 70 Menschen sterben, als drei Jets der italienischen Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori" zusammenprallen und in die Zuschauermenge stürzen. 352 Verletzte.

23. Mai 1983 - Frankfurt/Main: Sechs Mitglieder einer Familie verbrennen in ihrem Auto, als ein kanadischer Düsenjäger bei einer Flugschau abstürzt und auf der Autobahn das Fahrzeug trifft.

11. September 1982 - Mannheim: 46 Insassen eines US- Militärhubschraubers sterben, als die Maschine während der "Internationalen Luftschiffertage" auf die Autobahn Mannheim- Heidelberg stürzt. Die meisten Opfer sind Fallschirmspringer.

5. September 1982 - Bad Dürkheim: Fünf Menschen werden durch einen abgestürzten Doppeldecker getötet. Der Pilot wird schwer verletzt.

(dpa, N24)

06.09.2010 09:44 Uhr

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