Nach dem Auftauchen einer nicht zugelassenen Sorte von Gen-Kartoffeln auf einem Feld in Schweden ist der BASF-Konzern von der EU-Kommission gerügt worden. "Offenbar ist ein Fehler passiert", sagte eine Sprecherin der Kommission in Brüssel. Der Chemiekonzern müsse nun erklären, warum "die falsche Kartoffel nach Schweden gesandt wurde". Die Kommission ist für die Genehmigung des Anbaus von genveränderten Pflanzen in der EU zuständig.
Nach BASF-Angaben wurden bei eigenen Qualitätskontrollen "sehr geringe Mengen von Amadea-Kartoffeln in Amflora-Feldern" in Nordschweden entdeckt. Während Amflora bereits eine EU-Zulassung besitzt, wurde eine solche für Amadea erst vergangene Wochen beantragt, hieß es in der Firmenmitteilung. Inzwischen seien sämtliche Amadea-Pflanzen von den Feldern entfernt worden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte mit, der Vorfall zeige, dass Firmen wie BASF "nicht getraut werden kann". Greenpeace hatte den Vorfall am Samstag öffentlich gemacht.
Amflora wird auch in Deutschland angebaut. Die Zulassung der EU-Kommission im Frühjahr war jedoch heftig umstritten. Vergangene Woche wurde im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mit der Ernte eines Feldes in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Die Stärke aus den Pflanzen soll vor allem in der Papier-, Klebstoff- und der Bauindustrie genutzt werden. Amflora ist nicht als Lebensmittel vorgesehen.
Bei Amadea ist die Verwendung laut BASF noch offen. Da es für einen der Inhaltsstoffe "auch im Nahrungsmittelbereich eine Nachfrage gibt", wolle die Firma "die Einsatzmöglichkeiten für die Amadea-Kartoffel in diesem Bereich zusammen mit ihren Partnern evaluieren".
(AFP)
06.09.2010 16:39 Uhr





