Einen Monat nach seinem Rücktritt als Chef des weltgrößten Computerbauers Hewlett-Packard hat Mark Hurd einen neuen Job. Der 53-Jährige heuert beim Softwareriesen Oracle an, wie das Unternehmen mitteilte. Bei Oracle, dem größten Konkurrenten des deutschen SAP-Konzerns, übernimmt Hurd nach dem Rücktritt eines anderen Top-Managers einen Platz im Verwaltungsrat, dem wichtigsten Führungsgremium des Konzerns.
Oracle-Gründer Larry Ellison, der seit den 70er Jahren an der Spitze des Konzerns steht, erklärte, Hurd habe "bei HP brillante Arbeit geleistet". Oracle baue zudem vor allem auf die Erfahrung seines neuen Top-Managers bei der Zusammenführung von Software- und Hardware-Lösungen. Diesem Feld will Oracle künftig eine Schlüsselstellung einräumen. Hurd habe hier Erfahrung vor allem während seiner Tätigkeit beim Automaten-Spezialisten NCR gesammelt. Dort hatte er 25 Jahre lang gearbeitet, bevor er 2005 zu Hewlett-Packard gewechselt war.
Hurd war vor einem Monat wegen des Verstoßes gegen den HP-Verhaltenskodex zurückgetreten. Der Top-Manager hatte nach Angaben des Unternehmens eine "enge private Beziehung" zu einer freien Mitarbeiterin des Konzerns unterhalten, diese aber nicht öffentlich gemacht. Zudem machte Hurd der Frau offenbar Geschenke, die er dann als Spesen abrechnete. Ursprünglich hatte die ehemalige Schauspielerin Hurd auch sexuelle Belästigung vorgeworfen. Eine firmeninterne Untersuchung hatte Hurd allerdings von diesen Vorwürfen entlastet.
(AFP)
07.09.2010 08:36 Uhr





