Vater gestorben

Premier David Cameron in Trauer

Der britische Premierminister David Cameron trauert um seinen Vater. Dieser ist in seinem Beisein in Frankreich im Alter von 77 Jahren nach einem Hirnschlag gestorben.

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Der britische Regierungschef David Cameron trauert um seinen Vater Ian, der im Alter von 77 Jahren gestorben ist. (Archivbild)

Der Vater des britischen Premierministers David Cameron, Ian Cameron, ist nach einem Hirnschlag in Frankreich gestorben. Der 77-Jährige sei am Mittwoch kurz nach dem Eintreffen seines Sohnes in dem behandelnden Krankenhaus verstorben, teilte Downing Street in London mit. Weil bei seinem Vater Komplikationen am Herzen aufgetreten waren, hatte der Premier alle Termine abgesagt und war ins südostfranzösische Toulon geeilt.

Ian Cameron sei "kurz nachdem der Premierminister in dem Krankenhaus in Frankreich eintraf" gestorben, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Der Vater des Premiers hatte während eines Frankreich-Urlaubs einen Hirnschlag erlitten und war zunächst in ein Krankenhaus in Hyères eingeliefert worden. Später wurde er in ein größeres Krankenhaus in Toulon verlegt, wie der französische Rettungsdienst mitteilte. Nach Angaben des Büros des britischen Premierministers waren bei Ian Cameron Komplikationen am Herzen aufgetreten.

"Eine große Heldenfigur"

David Cameron hatte alle Termine abgesagt und war mit seinem Bruder Alex und seiner Schwester Clare mit einer Linienmaschine nach Nizza und von dort aus mit einem von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy organisierten Hubschrauber weiter zu den Eltern in Toulon geflogen. Kurz bevor der Tod von Ian Cameron verkündet wurde, verließen Cameron und seine Familie in einem von der Polizei eskortierten Konvoi das Krankenhaus, wie ein Reporter berichtete.

Ian Cameron war mit fehlgebildeten Unterschenkeln zur Welt gekommen. Nach zahlreichen Operationen wurden seine Unterschenkel amputiert, seitdem saß er in einem elektrischen Rollstuhl. Außerdem war Ian Cameron auf einem Auge blind. Nach Aussage seines Sohnes verlor er aber nie seine Zuversicht. Er sei "ein unglaublich mutiger Mann", sagte David Cameron kurz vor seinem Wahlsieg im Mai im Fernsehen. "Ich glaube, dass ich ihm meinen optimistischen Charakter verdanke", fügte der konservative Politiker hinzu. Sein Vater sei "eine große Heldenfigur" für ihn.

Zweiter schwerer Schicksalsschlag

Ian Cameron war als Börsenmakler zu Geld gekommen. In der Öffentlichkeit trat er nur selten auf. Hin und wieder war er jedoch bei Pferderennen zu sehen, die eine Leidenschaft des 77-Jährigen waren. David Cameron sollte sich am Mittwoch eigentlich zum ersten Mal nach den Sommerferien und seiner kurzen Elternzeit wegen der Geburt seines vierten Kindes Ende August den Fragen des Parlaments stellen. Sein Stellvertreter, der Liberaldemokrat Nick Clegg, vertrat ihn bei der Fragestunde im Unterhaus.

Der Tod seines Vaters ist nicht der einzige Schicksalsschlag, den Cameron in letzter Zeit verkraften musste. Sein erstes Kind litt an einer Hirnlähmung und einer schweren Form von Epilepsie. Im Februar vergangenen Jahres starb der sechsjährige Ivan an den Folgen seiner Behinderung.

(AFP, N24)

08.09.2010 18:27 Uhr

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